Vom Netstar zum professionalisierten Feed zurück zur Privatsphäre – eine kleine Gedankenreise

Facebook Privatsphäre EinstellungenWir denken anders. Mindestens haben wir unser Verhalten, News zu konsumieren- seien sie privat oder kommerziell – in den letzten Jahren drastisch verändert. Wir haben uns an ein Scrollen durch einen vertikalen oder horizontalen „Feed“ gewohnt, welcher die Thematiken adressiert, für welche wir uns interessieren. Aber wie genau hat sich dieses Verhalten entwickelt und was bedeutet es für unser eigenes Kommunikationsverhalten?

„It’s a super interesting privacy phenomenon“ – zumindest so hat Zuckerberg das Phänomen Snapchat bezeichnet. Die App zeigt die Tendenz der Nutzer, ihre Nachrichten non-permanent und privat zu teilen. Schon seit einer Weile scheint sich Otto Normalverbraucher vor dem öffentlichen Leben auf Facebook und co. abzukehren, wo Fehler ein Leben lang online bleiben und sogar das neuste Toilettenpapierdesign mit der Umwelt geteilt wird. Vorbei sind die Zeiten von kleinen „Internet-Stars“, welche ein genug interessantes Leben führen, dass wir alle Einblick möchten. Was damals wie eine Erweiterung des Reality TV-Konzepts schien scheint je länger je mehr an Attraktion zu verlieren. Nutzer möchten ihr Leben wieder im kleinen Kreis leben und das notorische Ausspionieren anderer hat seinen Reiz verloren.

Dafür wird unser Feed je länger je mehr von kommerziellen Angeboten dominiert. In die Fusstapfen der notorischen „Sharer“ treten professionelle News-Formate, Werbung, Sonderangebote und Produktreviews. Marken wissen die anfänglich „private“ Sphäre zu nutzen, um den Verbrauchern näher denn je zu kommen – mindestens macht dies der Anschein. Doch die Veränderungen im Feed bleiben von den Nutzern nicht unerkannt. 

Es zeigt sich eine Tendenz weg vom Werbechaos. Die private Kommunikation verlagert sich auf andere Kanäle, weg von der permanenten Zurschaustellung und zurück in den kleinen Kreis der Familie und Freunde. Whatsapp zeigt den Trend vor allem bei den Teenagern, Snapchat scheint die Massen nun Scharenweise anzuziehen. Die Idee, dass ein Post nicht permanent bestehen bleibt und – ohne Privatsphäre-Einstellungen-Marathon – nur von ausgewählten Personen gesehen wird scheint den Nerv der Zeit zu treffen.

Es scheint, als wäre die Zeit von Foodporn und co. sowie der Vermischung von privat und öffentlich abgelaufen und die Nutzer würden vom Content Producer wieder zum einfachen Gesprächspartner. Die Privatsphäre scheint nicht, wie so oft prophezeit, komplett verloren zu gehen, sie sucht sich lediglich ein neues Zuhause. Ob sich der Trend durch alle Altersklassen durchsetzen kann wird sich zeigten, jedoch scheint das Phänomen Facebook und co. zurzeit auf wackligen Füssen zu stehen…

Wo siehst Du die Zukunft der Onlinekommunikation? Wie kommunizierst Du? Was wäre für Dich ein ideales Szenario?

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