Wieso sich ein guter Social Media Manager abschafft

social media management symbolbildVor kurzem sass ich mit beratender Funktion mit am Tisch einer richtigen Elefantenrunde, die sich mit dem Relaunch eines umfassenden Webportals auseinandersetzte. Wie so oft beinhaltete eine der Haupttätigkeiten von uns als Agentur-Vertreter Übersetzungsarbeiten. Entwicklung, Marketing und Geschäftsleitung sind oft weiter auseinander, als es die Metapher mit Venus und Mars den beiden Geschlechtern unterstellt.

Der Ablauf des Meetings lässt sich wohl problemlos auf beliebige Firmen und Projekte übertragen. Ich möchte ein Issue daraus etwas herausschälen: Social Media ist kein Punkt, der in der Navigation unterhalb des Bereichs Community eingebaut werden kann. Wenn Firmen „auch etwas mit Social Media“ machen möchten, dann wird das bei der Planung oft einfach als Stichwort in der angedachten Struktur integriert.  Davon abgesehen, dass eine Community oft auch falsch verstanden wird, ist das für mich eine Fehleinschätzung die dringend aus den Köpfen der Entscheidungsträger getilgt werden sollte. Social Media ist nicht das Kontaktformular oder eine Linkliste mit Facebook, (Pause …….lange nichts………….) Twitter und Youtube. Social Media ist auch nicht einfach das Kommentarfeld unterhalb der News, dass der Neue Geschäftsbericht heruntergeladen werden kann. Social Media ist eine Denkweise, die sich durch ein neues Projekt durchziehen muss und zwar vom Design bis zum Content Management. Communities aufzubauen und zu integrieren oder User generated Conent zu generieren und integrieren ist ein Schritt im Projekt, der vor der Struktur erst einmal die Köpfe der Verantwortlichen erreichen muss.

Das CMS muss Social Media sprechen

Will man die Seitenbesucher dazu bringen sich zu engagieren muss man es ihnen erlauben und sie dazu einladen. Angst ist ein schlechter Ratgeber für diesen Schritt. Geschlossene Systeme sind denkbar ungeeignet. Es gibt Plattformen und CMS-System die dafür geschaffen sind, die von Haus aus Module mitbringen um eine Community zu aktivieren, die Evaluation muss diesen Punkt berücksichtigen. Doch auch diese Plattformen wirken keine Wunder, wenn man sie mit der Furcht vor den eigenen Fans verbarrikadiert.  Typo3 und WordPress lechzen nach Kollaberation und sie machen das so gut, dass man sich als Neuling auf die jahrelange Erfahrung der Entwicklungsgemeinden verlassen darf. Es gibt Gründe wieso gewisse Funktionen im Standartpaket enthalten sind, andere aber nicht.

Der Samen des Social Media muss also in den Köpfen der Entscheidungsträger gesät werden. Ein guter Social Media Manager kann dabei helfen den Wunsch nach „etwas mit Facebook“ zu einer Unternehmens Philosophie zu machen. Aber kein Social Media Manager wird sich jemals Insights, die spannenden Einblick in eine Firma, selber aus den Fingern saugen können. Fotos von der Montage mächtiger Turbinen sind authentisch, wenn sie ein Monteur an vorderster Front schiesst, sie in seinem Profil teilt und die Firma das Posting über den Share-Button weitergibt. Ein Radfahrer, der sich ehrlich über die tolle Kulisse im Zielraum auf Twitter freut bringt ein Vielfaches der Aufmerksamkeit, die ein Post mit der Zuschauerzahl vom Veranstalter jemals erreichen würde. Der Soldat, der ein „ausgerutschtes“ Video der Präparation einer Skipiste auf Youtube lädt generiert, richtig verarbeitet, den wertvolleren Content als es einer Redaktion mit viel Geld überhaupt möglich ist. Dieses Storify bedingt die Sensibilität möglichst vieler Mitarbeiter, im Idealfall bis zur Putzkolonne. Das ist Überzeugungs- und Knochenarbeit.

Alle Parteien involvieren

Wie ein Bauer im Frühling, können Social Medialisten nach einiger Zeit auch ihrer Saat beim Wachsen und Gedeihen zuschauen.  Verantwortung kann schleichend übertragen werden. Glaubt man Vordenkern wie Jakob Nielsen, kann man 1% der Involvierten einspannen fürs Community Management. Ich behaupte, dass daran angelehnt 10% in der Lage sind Content zu generieren und mit weiteren Teilnehmern zu kommunizieren, ohne grosses Zutun von Oben/Aussen.

Der Social Media Manager wird zum Consultant der nur noch sporadisch, für die strategische Planung oder in Extremsituationen, beigezogen wird. Mission geglückt: Social Media ist zurück an der Basis.

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