Heyday – Tagebuch für die Schreibfaulen

heyday_edited-1Dass der Trend weg vom Publizieren des Mittagessens und den Pyjama-Fotos und weg von den Timelines, wo alles geteilt wird führt, das zeigt sich bei der jüngeren Generation schon länger. Teenager „verstecken sich“ auf Whatsapp, teilen nur bedingt mit den engsten Freunden. Der Online-Exhibitionismus scheint seinen Zenit überschritten zu haben. Ein weiterer Schritt in diese Richtung macht die App Heyday, und bezieht gleich unseren Zeitmangel im Alltag mit ein.

Ich gebe zu, ich bin ein notorischer Tagebuchschreiber, dies seit meinem 12. Lebensjahr. Buch um Buch habe ich die Tage festgehalten, als Erinnerung zu einem späteren Zeitpunkt. Doch die Zeit wird je länger je knapper, die Abstände zwischen den Einträgen länger und länger. Das Tagebuch zu digitalisieren hatte ich auch bereits angedacht, doch welche App eignet sich dafür am besten? Oder wage ich doch, meine Gedanken öffentlich zu machen? Die Angebote sind zahlreich, doch nichts konnte mich bisher überzeugen.

Zwar ist Day One, welches mit CHF 4.00 nicht zu den teuersten Angeboten gehört, umfangreich, bietet viele Möglichkeiten, den eigenen Alltag festzuhalten. Das Ergebnis kann sogar in PDF-Form abgespeichert und für die Nachwelt erhalten werden. Auch die Notifications helfen, ans tägliche Tagebuchschreiben zu denken. Trotzdem – der Zeitaufwand bleibt, und allzu schnell ist der Vorsatz wieder verworfen und das Tagebuch verwaist. Auch spannend zu sehen: die Dokumentation reicht auch in die Vergangenheit. Unter dem Titel „Today last year“ lässt sich via Bilder zurückverfolgen, wo man damals unterwegs war.

Heyday löst das Problem. Die App ist sozusagen mein neuer Assistent, der das Tagebuchschreiben für mich übernimmt. Heyday schreibt mit, während ich lebe. Dies bedeutet dass ich geographisch getrackt werde und meine Fotos passend dazu auf einer hübsch gestalteten und privaten Timeline festgehalten werden. Am Abend kann ich also auf einer Karte mitverfolgen, wo ich war und was ich dort gesehen habe. Nicht nur für Hangover-Momente äusserst spannend, wenn auch ein kleines bisschen beängstigend aus der Privatsphäre-Sicht. Die Möglichkeit, selbst einen Beitrag zu verfassen wird übrigens nicht geboten, da bleibt auch das schlechte Gewissen aus.

Alles in allem eine gelungene Idee, jedoch Vorsicht beim Weihnachtlichen Geschenkekauf, sollte der oder die Beschenkte mitlesen… 🙂

Tagebuch 2.0 oder sinnlose Spielerei? Beängstigend oder gute Nutzung der Technik? Facebook-Ersatz? Wie hältst du deine Erlebnisse fest? Denkst du der Trend geht weg vom public Sharing?

 

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