Bleibt Google+ werbefrei?

+Page Ads Symbolbild by GoogleWerbung auf Social Media Kanälen ist umstritten, oft pflegeintensiv und stetigem Wandel unterworfen. Jetzt will auch Google mitmischen und Facebook versucht neue Abhängigkeiten zu schaffen. Ein Roundup.

Facebook hat dieser Tage quasi angekündigt, dass ohne Ads auf Facebook künftig kaum mehr Reichweite zu haben sei. Ohne Werbung läuft nichts mehr. Das ist nicht neu, nur die Offenheit der Mitteilung überraschte einige Social Media Manager zuletzt. Der Aufschrei ist aktuell in unseren Breiten verhältnismässig laut, wenngleich natürlich Facebook wie so oft kaum die Ohren spitzen dürfte. Allerdings äussern sich mittlerweile auch wichtige Sprachrohre von Facebook in unseren Breiten bemerkenswert kritisch Viele Community Manager vermelden gleichzeitig Unstimmigkeiten bei den präsentierten Reichweiten und was noch ärgerlicher ist: Einen massiven Einbruch der Reichweite, egal ob bezahlt oder unbezahlt. Meist wird als Zeitpunkt der Dezember genannt, viele wollen aber schon vorher Differenzen bemerkt haben. Die Gruppen-Diskussionen und Post-Kommentar-Felder laufen heiss. Wenn nicht einmal mehr 10% der Fans, trotz immer höheren Anzeigekosten erreicht werden, dürften die Entscheidungsträger die Wirksamkeit ihrer Engagements vermehrt in Frage stellen. Was da noch auf uns zukommt ist sehr schwierig abzuschätzen, dran bleiben und  sich auf dem Laufenden halten lautet die Devise.

Google wetzt die Klingen

In diesem Moment platzt Google Mitarbeiter Eran Arkin mit der Meldung raus ein neues Format für Firmen anzubieten heraus. Es soll die Möglichkeit beinhalten Konversationen quer durch das Web zu starten – die „+Post Ads“. Das Web wird hellhörig, die Enthusiasten und Pulsfühler nehmen die Nachricht auf. Was bedeutet dieser Testlauf und was genau muss man sich darunter vorstellen? Vereinfacht gesagt ermöglicht es Google ausgewählten Kunden ihre Posts direkt ins Display-Netzwerk von Google zu teilen. Abgesehen davon, dass damit das Erstellen von Anzeigen natürlich sehr vereinfacht wird, entstehen auch ganz neue Möglichkeiten mit Anzeigen zu interagieren und ihre Relevanz abzuschätzen. Wieder einmal präsentiert Google eine Idee die aus ihrer Sicht eine Win-Win-Win-Situation darstellt. Endkunden sehen was für sie interessant ist und können nachfragen, der Anbieter erreicht seine Zielgruppe und hat Dialogmöglichkeiten und Google? Nun ja, das dürfte allen klar sein. So sieht das dann also aus: http://www.google.com/+/business/brands/ads.html

Die Community gewinnt (vorerst)

Ein weiterer Gewinner scheint die Community zu sein, denn dieser Ansatz verschont die Plusser weiterhin vor Werbebotschaften im Stream. Ob dieser Zustand so bleibt ist natürlich schwer zu erahnen, gerüchteweise will sich Google aber von den Mitbewerbern abheben. Google geht den anderen Weg, sie wollen die Präferenzen der User zu Werbezwecken einbinden oder zumindest berücksichtigen bei der Auswahl der gezeigten Ads. Dafür bleibt das Netzwerk selber grösstenteils verschont.

Ein Artikel von Mike Alton trägt noch einmal alle Fakten zum Approach von Googles Test zusammen. Die wichtigsten Stichtworte aus meiner Sicht sind: Google schaltet keine Anzeigen in Google+ sondern durch das Netzwerk. Anzeigen leben und  schaffen einen Bezug zum Betrachter, nehmen dafür aber gesammelte Daten zu Hilfe. User können mit Anzeigen interagieren. Brands und Sitebetreiber die Google+ bisher ignorierten werden plötzlich Kernfunktionalitäten der Plattform auf ihrer Seite wiederfinden.

Hier einige Hinweise wie sich Unternehmen vorbereiten können:

  1. Beginnen Sie sich mit den Werbeformen bei Google auseinanderzusetzen.
  2. Google+ Business Pages anlegen und pflegen, je besser eine Seite bereits etabliert ist, desto interessanter dürfte der neue Kanal werden.
  3. Posts und Engagement vorantreiben, Community Managment wird noch wichtiger.

Ich bin sehr gespannt darauf was Google für Schlüsse aus diesem Versuch zieht und werde auf jeden Fall versuchen auf dem Laufenden zu bleiben. Mich interessiert wie solche Ads konvertieren im Vergleich, was Google sonst noch aus dem Hut zaubert rund um Ads und ob die Konsumenten und ihre Schützer sich mit dem Ansatz anfreunden.

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