Texte schreibt man für den Leser.

Online Texten, Symbolbild INM AGMan beachte den Punkt zum Schluss der Überschrift. Soll heissen: Dem ist doch eigentlich nichts hinzuzufügen. Natürlich gibt es gewisse Fälle in denen man Texte für sich selber verfasst, das Ziel des geschriebenen Wortes ist aber doch eigentlich Zielpersonen damit zu erreichen. Ist da jemand anderer Meinung?

Bereits nach wenigen Stunden in einem online affinen Umfeld hat Otto normal Berichterstatter aber oft schon ein schlechtes Gewissen, weil er Google schlecht behandeln könnte. Relevante Stichworte sollen sich wiederholen – aber auch nicht zu oft. Synonyme sind sinnvoll – nur ja nicht in Listenform, die Struktur muss eingehalten werden und Links müssen zwingend rein um die Relevanz zu verdeutlichen… Die Blogger überwerfen sich mit Top-Listen Anleitungen und Beispielen für ideale Texte auf Landing-Pages und sobald man weiss worauf zu achten ist, dreht sich die Vorgabe um 180°.

Stop! Treten wir einmal einen Schritt zurück und schauen uns die Szenerie aus der Distanz an. Wem wollen wir gefallen mit unseren Texten und wieso? Google, immer wieder dem Suchgiganten, dessen Mitbewerber in unseren Breiten zu vernachlässigen sind. Die weltweite Online-Gemeinde findet unsere wertvollen lyrischen Ergüsse mittlerzwischen praktisch nur noch  über das Suchfenster, kaum jemand öffnet mehr gezielt eine Startseite und surft sich durch die Page-Navigation runter bis er das gesuchte Thema findet. Navigationen zu benutzen scheint ja sowas von 2005 zu sein. Der Grund dafür ist klar, man will schliesslich jetzt sofort den besten Inhalt finden, egal von wem er stammt. Steht die Seite weit oben muss der Inhalt schliesslich richtig und wichtig sein, Google macht das schon.

Es ist nun tatsächlich so, dass es Googles Ansinnen ist, diesen Schritt für uns Leser zu übernehmen. Alle die 2-∞ Kriterien welche die Platzierung einer Seite in den Suchergebnissen von Google beeinflussen zielen darauf ab dem Suchenden das optimale Ergebnis zu zeigen. So selbstlos wie das klingt ist es natürlich nicht. Google will nichts anderes als dass wir unser Unwissen weiterhin in ihrem Suchfeld entladen und das geht nur, wenn wir zufrieden mit den Ergebnissen sind. Google ahmt also Menschen nach wenn es Seiten gewichtet. Was für eine Ironie also, dass sich Schreiber immer wieder bemüssigt fühlen sich von einem normalen Schreibstil abzuwenden um genau diesen Logiken zu gefallen. Der Grund für dieses Missverständnis liegt zwar auf der Hand, Maschinen sind noch nicht intelligent genug und müssen sich folglich an gewissen harten Kriterien orientieren, sie werden aber besser. Linkfarmen und weiss geschriebene Stichwortlisten sind der Beweis für die Entwicklung, sowas funktioniert, in Internet-Jahren gerechnet, schon seit der Steinzeit nicht mehr. Tun wir also uns selber, den Lesern und der Sprache einen gefallen und orientieren wir uns wieder mehr am Leser selber. Die Zukunft gehört mehr denn je der Zufriedenheit der Zielgruppe, ihren Likes, +1s und persönlichen Empfehlungen.

Dass Stichworte im Text mit Synonymen wiederholt werden sollten, ein schöner Stil hilft und weiterführende Links in sinnvollem Mass einen Mehrwert bieten versteht sich dabei doch von selbst. Das alles widerspricht einem lesenswerten Spannungsaufbau auch überhaupt nicht. Richtiges Texten im Web wird immer wichtig sein, es wird sich auch künftig von gedruckten Worten unterscheiden müssen, doch es soll primär dem Leser dienen, damit gefällt es nämlich, über kurz oder lang, auch dem alles durchdringenden Google-Algorithmus.

Die INM AG macht den Text im November zum Thema und lädt, in Partnerschaft mit Supertext, zum Web & Breakfast.

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