Facebook Werbung für alle

personifizierte Facebook Werbung, SymbolbildNach einer Veränderung des persönlichen Beziehungsstatus auf Facebook hagelte es urplötzlich Anzeigen für Single-Börsen, Partnerschaftsportale und Kontakt-Vermittler in meinem Facebook-Feed. Das schien mir damals durchaus logisch, wenngleich auch etwas unangenehm. Nachdem sich der Status einige Zeit später netterweise wieder verändert hatte, passte ich diese Option insgeheim wieder der Realität an. Der breiten Öffentlichkeit wollte ich den persönlichen Moment aus unterschiedlichen Gründen nicht unbedingt unter die Nase reiben, entsprechend bat ich Facebook diese Information zwischen uns beiden – und den amerikanischen Nachrichtendiensten – geheim zu halten. Dem Netzwerk teilte ich die Aktualität hingegen mit, um eben diese nervtötenden Angebote los zu werden. Macht schon Sinn dachte ich mir, kommen halt gelegentlich wieder irgendwelche Fremdgeh-Portale in den Stream, davon gibt es wenigstens nicht so viele.

Doch weit gefehlt… Es änderte sich nichts. Sowohl die Scouts als auch die Leute für Schätzlis mit Niveau buhlten weiter wacker um meine Aufmerksamkeit. Das hat mich mehr noch verwundert als genervt. Und das will dann doch etwas heissen, denn die all prickelnden Lagerfeuer und lokalen Schönheiten mit slawischem Einschlag, gingen mir dann doch langsam gehörig auf den Schmetterling-beflügelten Geist. Die Verwunderung aber war, wie gesagt, noch grösser als der Frust. Man kann beim Schalten von Anzeigen auf Facebook doch sagen welchen Beziehungsstatus seine Zielgruppe haben soll? Es wurde mir bewusst, dass der einzige Filter, den die Social Media verantwortlichen Kollegen den Partnerbörsen gemacht hatten, sich auf die Jahreszeit beschränkt haben mussten. Weil meine Geschichte mehr oder weniger um Weihnachten spielt, geriet ich wohl eher deshalb ins Visier der Vermittler, als wegen meiner Anpassung. Ein klassisches Beispiel für aus dem Fenster geschmissenes Geld würde ich meinen. Facebook erlaubt Werbeanzeigen sehr spezifisch auf die Zielgruppe auszurichten, man muss aber die Gnade schon haben sich die einzelnen Felder auch wirklich anzuschauen.

Erst kürzlich gab Facebook nun bekannt sich seine Anzeigen noch einmal zur Brust zu nehmen. Die Ankündigung bedeutet wohl alles andere als weniger Werbung für die User, verspricht aber zumindest etwas mehr Relevanz. Jeder Werber auf Facebook ist mit seiner Anzeige im Newsfeed immer in Konkurrenz. Nur wenn sein Angebot von den Algorithmen als relevanter eingestuft wird, als das der Mitbewerber, kommt es auch zum Zug. In diesem Punkt unterscheidet sich der Like-Gigant kaum von der SEA-Konkurrenz.

Facebook Ad ausblendenMehr denn je wird in der näheren Zukunft entscheidend sein, wie exakt man die anzusprechenden Nutzer eingrenzen kann und will. Es ist anzunehmen, dass schlechte Werbung künftig deutlich härter zurückgestuft wird von Facebook als bisher. Von der Community zurückgewiesene Werbung (geht ganz einfach, durch einen Klick oben Rechts auf der einzelnen Anzeige) dürfte dabei erst recht auch bei den Servern in Ungnade fallen und wird hoffentlich, ausser Spesen, höchstens noch vereinzelt Unmut verursachen. Darauf freuen wir uns und schauen jetzt schon freudig den Neujahrs-Osterhasen in den Schaufenstern der Grossverteiler entgegen.

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