Privatsphäre auf Knopfdruck

Symbolbild Privacy Tool von IntelIntel ist nicht nur Produzent von Chips und Hardware.  Der Slogan „Intel Inside“ könnte bald auch symbolisch für eine praktische All-in-One-Lösung stehen, die dem User anschaulich zeigt, welchen Einstellungen seiner diversen Konten und Apps er skeptischer gegenüberstehen sollte.

An der Hausmesse IDF zeigte Anthropologin Genevieve Bell Einblicke in ein Dashboard, das dem Nutzer auf einen Blick zeigt, wo er derzeit welche Risiken eingeht. Die Vordenkerin, die seit 15 Jahren für den Konzern arbeitet, stellte als Reaktion auf zahlreiche Anfragen vom Vortag an Ihrer Keynote gleich das komplett funktionsfähige Windows-Programm vor. Vermutlich in Anlehnung an den Hitchhiker’s Guide to the Galaxy trug die Demo den Seitentitel „Don’t forget your towel“. Handtücher sind im Buch von Autor Douglas Adams der nützlichste Gegenstand des Universums. Keine schlechte Ansage also.

Intel verspricht eine übersichtliche Oberfläche, die nicht nur auf Risiken des eigenen Facebook-Kontos hinweist, wie das andere Dienste schon gewährleisten, sondern auch sämtliche anderen gängigen Social Media Kanäle überwacht. Darüber hinaus soll die Applikation gemäss Berichten von Golem und t3n mobile Apps oder gar Fitness-Armbänder und vergleichbare Gadgets erfassen und überprüfen können.

intel dashboard don't forget your towel, org. by t3n und Moritz StücklerGewährt man dem neuen Daten-Auswerter Zugriff auf seine Profile, lassen sich auf anschauliche Weise Informationen über die eigene Privatsphäre zusammenstellen. Es klärt beispielsweise die Frage wieviele Personen ein gepostetes Foto – inklusive aller verketteten Freigaben – erreichen könnte, ohne dass man sich dessen vielleicht bewusst ist. Auch dürfte der eine oder andere Nutzer staunen, wenn er sich anzeigen lässt welche Apps Zugriff auf die eigenen SMS haben. Obwohl das Projekt in der Keynote voll lauffähig wirkte wartet Intel noch zu mit der Veröffentlichung. Ein Knackpunkt dürfte ironischerweise das Vertrauen der Nutzer sein. Man gibt dem Tool praktisch uneingeschränkten Zugriff auf seine Daten und Konten. Klar ist aber, dass die laufend steigende Transparenz und die berechtigten Sorgen um die Sicherheit der Persönlichkeit die Entwicklungen solcher Hilfsmittel begünstigen, ja geradezu verlangen. Kaum jemand ist mehr in der Lage alle seine Daten im Überblick zu behalten, selbst Netzwerk-Verweigerer sind längst gläserner als sie es für möglich halten.

Die Frage sei erlaubt: Wer kontrolliert den Kontrolleur? Und was passiert wenn mein Master-Zugriff selber in die Hände Dritter fällt? Zumindest für diesen Fall bietet Intel einen weiteren spannenden Lösungsansatz. Geräte sollen dank künftiger stromsparender Technologien mit immer mehr und konstant eingeschalteten Sensoren ausgerüstet werden. In einer Demo erkannte ein gestohlenes Smartphone, dass der Gang des Diebes nicht identisch ist mit dem des Besitzers. In der Folge sperrte es sich. Netter Nebeneffekt: Der Fingerabdruck gerät auch bei légèren  Privatsphäre-Einstellungen nicht in die falschen Hände – dafür muss man vielleicht künftig am amerikanischen Zoll einige Schritte gehen. Don’t Panic.

Weiterempfehlen

image description

Kommentieren

Keine Kommentare

image description

Kommentar schreiben

Please copy the string yABV0Q to the field below: