Wo beginnt die Privatsphäre im Internet und wo hört sie auf?

Internet PrivatsphäreDank PRISM, NSA, BND, Edi Snowden & Co. Veröffentlichungen, ist die Privatsphäre wieder zum grossen Thema geworden und in aller Munde, auch bei denen die keine Ahnung von der Materie haben.

Seien wir mal ehrlich: „Big Brother“ war und ist allgegenwärtig, oder? Sicher nicht erst seit einigen Monaten. Man wusste es doch schon immer, dass persönliche Daten gesammelt werden, aber man verdrängt das eben mal schnell.
Früher hatte man Angst vor Browser-Cookies. Internetdinos wie ich, wissen was ich meine 🙂 Heute spricht kein Mensch darüber, es wird einfach akzeptiert.
Wer sich im Internet nach Infos sucht, Sachen veröffentlicht, Fotos oder andere Daten irgendwo hochlädt, einen Kommentar schreibt oder ein Mail versendet, wird automatisch „fichiert„.

Ich benutze das für mich sehr praktische Gmail von Google von Anfang an. Google bietet mir sehr viel Leistung und zwar kostenlos. Als Gegenleistung zeigt mir Google sehr dezent kontextbasierte Werbung. Google jagt die an mich gerichtete Mailnachricht durch einen Algorithmus und liefert eine entsprechende Werbebotschaft aus. Sprich: Google „liest“ mit. Ist das jetzt tragisch? Verletzt das meine Privatsphäre? Anscheinend läuft in den USA derzeit ein Prozess gegen Google, genau wegen dieser “persönlichen” Werbung in Gmail. Mir persönlich ist diese Art von Werbung bewusst und stört mich nicht. Schliesslich habe ich den AGB zugestimmt. Ausserdem kann ich meine Machenschaften auf Google und Tools von Google jederzeit in meinem Konto unter Kontoaktivität ansehen. Wenn mich das stören würde, gibt es ja genug Alternativangebote die gleiches oder ähnliches anbieten, die aber auch “mitlesen” und jeden Schritt speichern.

Fakt ist, dass jede Person die mit einem Smartphone, Tablet oder sonstigen Computer mit dem Internet verbunden ist, unweigerlich irgendwo spuren hinterlässt und dann mit personalisierter Werbung bedient wird. Wer das nicht möchte, hat ausser der konsequenten Verweigerung eines Internetanschlusses, kaum Chancen nicht mit Online-Werbebotschaften bedient oder gar “ausspioniert” zu werden.

Gemäss der aktuellsten Studie von netmetrix, sind 2013, 85% der Schweizer online, also rund 5,4 Millionen Internetnutzer – Alles potenzielle Datenlieferanten (Opfer).  Privatsphäre ist und bleibt relativ, auch im realen Leben.  Jeder entscheidet selber was er Preis geben will und was nicht. Also „No panic“.

Wünsche allen ein schönes Wochenende und entspanntes surfen im Datendschungel…

 

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2 Kommentare

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  1. Lemi Hacioglu | 20.08.2013 08:40

    Hallo Michael, Danke für Deinen Kommentar. Ich sehe das genauso wie Du. Allerdings behaupte ich, dass wir (Intensivnutzer) jetzt schon ziemlich transparent sind. Zum Teil bewusst und zum Teil unbewusst 😉 Beste Grüsse..

  2. Michael | 19.08.2013 12:59

    Ich wage zu behaupten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir alle voll transparenz im Internet abgebildet sind. Wenn nicht wir, dann unsere Folgegenerationen, die damit aufwachsen. Und seien wir mal ehrlich, was haben wir denn zu verbergen, was von derart grossem belangen sein könnte, weltbewegendes? Sei authentisch, sei wie du bist, in echt und digital. Schöner Beitrag. Grüsse

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