Die Facebook-Demokratie – Bestimmen nun die User über künftige Regel-Änderungen?

facebookFacebook will seinen inzwischen mehr als 175 Millionen Mitgliedern ein Mitentscheidungsrecht bei der Gestaltung der Nutzungsbestimmungen einräumen.

Gut eine Woche ist es her, seit sich Facebook mit einer Änderung der Geschäftsbedingungen das Recht nehmen wollte, die Daten seiner Mitglieder zeitlich unbegrenzt zu nutzen. Facebook-User und Datenschützer reagierten empört, Facebook nahm die neuen AGB’s zurück. Nach der massiven Kritik an der Datenschutz-Politik, will die  Online-Community ihre User nun künftig an sämtlichen Regel-Änderungen beteiligen.

So hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg angekündigt, dass in Zukunft jegliche Regel-Änderungen, die den Schutz der Privatsphäre, die Urheberrechte oder den Austausch von Daten betreffen, vor der Community zur Diskussion und unter bestimmten Voraussetzungen zur Abstimmung gestellt werden.

Zu einer Abstimmung kommt es dann, wenn mehr als 7’000 Facebook-User einen Kommentar zu einer angekündigten Regel-Änderung abgeben. Beteiligen sich dann mehr als 30 Prozent aller Mitglieder an der Abstimmung, soll das Ergebnis gelten. Betrachtet man die aktuellen User-Zahlen, wären dies beim jetzigen Umfang nahezu 53 Millionen Menschen, die sich an einer Abstimmung beteiligen müssten. Als Massstab: Die Facebook-Gruppe „Meine Daten gehören mir“, die gegen die Änderung der Copyright-Bestimmungen gegründet wurde, zählt aktuell etwas mehr als 97’000 Mitglieder.

Natürlich können bei jeder Abstimmung auch Alternativen vorgeschlagen werden. Und natürlich behält sich Facebook  das Recht vor, gewisse Änderungen aus rechtlichen oder administrativen Gründen auch ohne Zustimmung der Community vorzunehmen.

Das momentan populärste Social Network will künftig also die User über neue Regelungen bestimmen lassen. Facebook auf dem Weg zur Demokratie? Was haltet ihr von der Reaktion auf die User-Proteste? Und sind solche Abstimmungen im Rahmen eines Social Networks überhaupt realistisch?

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4 Kommentare

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  1. Alessandra | 5.03.2009 11:51

    Auch ich finde die Idee an sich, eine gute! Wichtig war, dass Facebook auf die Unruhen reagiert! Mit der Idee, die User in künftige Änderungen der Nutzungsbestimmungen miteinzubeziehen, ist dies meiner Meinung nach gut gelungen. Und Demokratie auf einer Sozialen Plattform, das passt doch optimal. Aber ob die Umsetzung tatsächlich realistisch ist? Jede Wahl setzt doch voraus, dass sich möglichst viele Menschen daran beteiligen. Dass sich allerdings 53 Mio. Stimmen, die für eine Abstimmung von nöten wären, zusammentragen lassen, ist kein leichtes Unterfangen. Bedenkt man noch die Sprachbarrieren oder die Zahl der User, die ihren Account gar nicht aktiv pflegen, rückt das Ganze noch etwas weiter in die Ferne. Ich bleibe trotzdem optimischtisch und bin auf alle Fälle gespannt, wann es zur ersten Disskussionsrunde bzw. Abstimmung kommt und wie diese ausgehen wird….

  2. Christian | 2.03.2009 17:47

    Also es ist natürlich nicht immer sinnvoll, wenn man die Leute abstimmen lässt über Regelungen, aber in diesem Fall muss ich ganz ehrlich sagen, kann man die Menschen nicht einfach so übergehen. Denn es sind doch wesentliche Änderungen für die User und es wird sicherlich viele geben, die das genauso sehen und darum werden sie sich dagegen wehren. Und bevor man dann sehr viele Nutzer verliert, geht man halt einfach das Risiko ein, dass man nicht das erreicht was man erreichen möchte. Und darum auch die Abstimmung. Ich finde das gut.

  3. Monsu | 27.02.2009 13:45

    30 % oder 53 Millionen User ist eine sehr ehrgeizige Zahl. Ich glaube nicht, dass bei einer Abstimmung genügen Stimmen abgegeben werden.

    Ansonsten finde ich den Schritt von Facebook gut und verfolgt den richtigen Weg.

  4. Alexander | 27.02.2009 10:23

    Ich weiß nicht wie aktiv die User von Facebook sind, allerdings kann ich mir gut vorstellen das es oftmals nicht für die benötigten 30% reichen wird …

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