Onlinemarketing in der mobilen Zukunft des Internets

Yves Moret, 26.02.2009 8 Kommentare

mobile-omMit dem Erscheinen von Handys, die immer mehr den mobilen Gebrauch des Internets in den Vordergrund stellen, stellt sich die Frage, wie sich das Onlinemarketing in Zukunft weiterentwickeln wird. Da die Internetuser in nächster Zeit immer mehr Wert auf den mobilen Gebrauch legen werden, schadet es sicherlich nichts, wenn man sich heute schon Gedanken darüber macht, wie sich diese Zielgruppe in Zukunft bewerben lässt.

Mit dem Erscheinen des iPhone von Apple, den neuen Handys auf Grundlage der Android Plattform oder des neuen Nokia N97, wird sich auf dem Onlinemarketing Sektor einiges verändern. Auch die vermehrte Nachfrage nach Netbooks wird sich sicherlich in diesem Bereich niederschlagen.

Da diese Geräte in der Regel meist GPS unterstützen, wäre es theoretisch möglich, zu jedem Zeitpunkt zu erfahren, wo sich das Gerät genau befindet. Dies bedeutet, dass mit einer entsprechenden Applikation, der Internetuser genau die Werbung zugespielt bekommen könnte, wenn er sich geographisch am richtigen Ort befindet.

In einem Praxis Beispiel würde dies so aussehen: Der User ist auf einem Shoppingbummel in der Stadt. Wenn er nun zum Beispiel länger als 10 Sekunden vor dem Schaufenster einer Boutique steht, könnte eine Meldung auf seinem Display erscheinen, die ihm einen Rabatt auf bestimmte Labels dieser Boutique zusichert. Um den Kunden sofort in den Laden zu ziehen, könnte dieser Gutschein natürlich auch zeitlich z.B. auf eine Viertelstunde limitiert werden.
Der potentielle Kunde zieht es nun vor, nicht auf dieses Angebot einzugehen. Da er noch Lebensmittel einkaufen muss, wird er in das Geschäft eines Grossverteilers gehen. Der Grossverteiler registriert, dass ein Kunde das Geschäft betreten hat, der die Applikation dieses Supermarktes installiert hat. Da diese Applikation nur läuft, wenn der Kunde Teilnehmer des Kundenbindungsprogrammes ist, kann er vom Grossverteiler direkt identifiziert werden. Über die History der bisherigen Einkäufe, kann er nun leicht feststellen, wo die Interessen des Kunden liegen. Nun kann die Person direkt auf ihrem Handy zielgerichtet beworben werden.
Das Ganze wäre natürlich technisch noch einfacher zu handhaben, wenn die mobilen Geräte mit RFID ausgerüstet wären. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dies nicht lange Zukunftsmusik bleiben wird.

Jetzt fragt man sich natürlich, welcher Internetuser wird sich auf so etwas einlassen. Im Moment werden sicherlich alle abwinken. Wie sieht das aber aus, wenn z.B. der Handy Provider keine Gesprächsgebühren mehr verlangt, wenn das Handy für solche Werbung freigeschaltet wird? Ich bin überzeugt viele mobile Internetuser werden da schon mal schwach werden. Auch für die Handyprovider öffnet sich hier vielleicht ein interessantes Geschäftsfeld.

Wie seht ihr die Zukunft für mobile User? Ist dieses Szenario für euch eher beängstigend oder haltet ihr es für realistisch? Wie stellt ihr euch die mobile Zukunft vor?

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8 Kommentare

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  1. Sam Steiner | 2.03.2009 10:05

    „von Ortskundigen die Informationen, wo es in der Nähe ein gutes Restaurant gibt, was es mit diesem oder jenem Haus auf sich hat“

    Das ist aber nicht die Mainstream-Methode, oder? Es mag durchaus zutreffen, dass du einer der Wenigen bist, die hemmungslos Leute anquatschen – für die Mehrheit glaube ich aber nicht, dass das zutrifft. Da kann man nun über solche Leute denken, wie man will – „gehemmte Angsthasen“ – das ändert wenig an der Realität.

  2. Claudio | 1.03.2009 10:22

    @Sam: Da hast du natürlich recht, dass man zu Hause bleiben könnte, wenn man sich nicht auf den Rat anderer stützen möchte. Dass man einen «Guide to Moscow» braucht, wenn man die Stadt nicht kennt, ist unbestritten, aber dieser Guide gibt einem einen Überblick über die Stadt, was mit Applikationen dieser Art eher nicht der Fall ist: Wenn die Informationen erst kommen, während man bereits vor einem Gebäude steht, weiss man ja immer noch nicht, ob das ein wichtiges Gebäude ist, das man besichtigt.

    Die Möglichkeit, mit dem Handtelefon Informationen über Gebäude zu bekommen, hat man ja schon in einigen Städten, Winterthur sei hier als Beispiel angeführt. Wichtige Gebäude werden mit Local Tags versehen, die der Interessierte fotografieren kann, damit er direkt auf gewünschte Informationen zugreifen kann. Dass ich den Nutzen dieser Art von Tags nicht ganz verstehe, muss ich wohl nicht eigens erwähnen, denn auch ohne diese Tags bekomme ich von Ortskundigen die Informationen, wo es in der Nähe ein gutes Restaurant gibt, was es mit diesem oder jenem Haus auf sich hat.

  3. Sam Steiner | 27.02.2009 10:23

    @Claudio – mit Nützlichkeit meinte ich die Applikation, nicht die Stadtreise.

    Mal ehrlich: da kannst du auch einfach zuhause bleiben, wenn du auf keinerlei Informationen von anderen zurückgreifen willst. Ich stelle mir da zB eine grosse, mir unbekannte Stadt wie Moskau vor – da brauch ich doch ein „Guide to Moskau“, sonst habe ich null Ahnung, was interessant ist in der Stadt und habe nach einem Wochenende dort wohl nicht viel gesehen.

    Und dann gibt es tatsächlich Leute, die zum Shoppen in einer Stadt reisen und sehr wohl interessiert wären, wo die Läden stehen, für die sie sich interessieren. Ob das nun dein oder mein Stil ist, ist hier zweitrangig.

  4. Claudio | 27.02.2009 09:30

    Das wäre ja grauenhaft. Ich besichtige Städte nicht – oder nur bedingt – wegen deren Nützlichkeit, sondern vornehmlich der Zerstreuung willen. Hier etwas sehen, da etwas hören, aber doch nicht, um mich mit Rabattsms oder wie dies technisch auch immer umgesetzt wird, vollkleistern zu lassen.
    Zielgerichtetheit scheint mir nicht zu taugen als Sinn des Lebens. Das einzige Ziel, das man wirklich Ziel nennen kann, erreicht man schneller, so man denn will.

  5. Sam Steiner | 26.02.2009 16:49

    @Reto: ich glaube, es geht hier nicht um Werbe-SMS. Die sind doch schon längst ausgestorben. Es geht eher um eine Applikation, die ein User selbst auf seinem Smartphone installiert, wie zB die Applikation „Shopping in Zurich“:

    —-
    (Produktbeschreibung)
    „Shopping in Zurich“ Smartphone Application
    (available for iPhone [soon], Windows Mobile, Blackberry)
    – Your friendly tourist guide for your next trip to Zurich
    – Get historic background information on interesting places in town
    – Get routing information (GPS based) on trendy shops of your choice
    – Recieve instant vouchers for numerous shops and restaurants on your way
    – Look up travel information and train connections to airport
    – Option: view other „Zurich Shoppers“ in an interactive map
    – Planned in future update: user ratings for shops and restaurants
    The application is FREE and you recieve numerous VOUCHERS to make your stay in Zurich even more pleasant!
    —–

    Natürlich wäre ich auf einer Städtereise nach Moskau auch an einer solchen Applikation interessiert – sehr nützlich! Gerne würde ich dabei Werbung für Trend-Shops in Kauf nehmen, ich möchte ja wissen, wo was liegt. Und wenn ich sogar noch Rabattgutscheine kriege, dann ist das Ding sofort für die Reise auf meinem Smartphone installiert.

  6. Ladina | 26.02.2009 16:20

    Für mich persönlich hat mein Handy einen sehr persönlicheren Charakter und dementsprechend möchte ich auch nicht mit Werbe-SMS belästigt werden!

    Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass Werbung auf dem Handy eine zeitgemässe Möglichkeit darstellt, die mobile (und wahrscheinlich vorwiegend jüngere) Zielgruppe exklusiv anzusprechen. Und solange diese nur dann mit Werbung angegangen wird, wenn jeder einzelne Empfänger offiziell seine Einwilligung gegeben hat, sehe ich darin auch kein Akzeptanz-Problem. Allerdings denke ich, dass für den Kunden ein klarer Nutzen ersichtlich sein muss, damit er die Werbebotschaft nicht als lästig empfindet. Rabattgutscheine etc. stellen da wahrscheinlich tatsächlich ein gutes Mittel dar. Wichtig ist natürlich, dass der Kunde nur die Werbung zugestellt bekommt, die für ihn auch tatsächlich relevant ist! Spam auf dem Handy wäre für mich Grund genug, umgehend die Nummer zu wechseln…

  7. Reto | 26.02.2009 15:43

    Pull statt Push oder doch umgekehrt? Ich empfinde bereits ein Werbe-SMS als sehr unangenehm und eine „Kontaktaufnahme“ dieser Art würde ich „hassen“. Es fehlt doch gerade noch, dass ich bewusst geortet werde und jeder meiner Schritte registriert und festgehalten wird. Ich bin eher dafür, dass Werbung diskreter werden soll.

  8. Fredi | 26.02.2009 15:31

    Die Leute, wo eine Iphone haben sind ja verrückt nach allen möglichen Applikationen. Selbst mein Chef spielt schon den ganzen Tag mit seinem Iphone. Da drängen sich nützliche Applikationen wirklich auf. Aber unsere Grossverteiler sind da zu wenig innovativ und deren Agenturen scheinbar zu wenig kreativ. Cumulus als Iphone-App wäre mega cool.

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