Social Media, weit anspruchsvoller als klassische Online-Werbung – Teil 2

social-mediaVor einer Woche habe ich hier zwei Gründe aufgezählt, weshalb Social Media nicht mit anderen Online-Werbeformen verglichen werden kann. Meine Äusserungen gaben Anlass zu heftigen Diskussionen, weshalb ich hier zwei weitere Punkte nachschiebe, weshalb Social Media weit anspruchsvoller ist.
 

Social Media passt nicht in die bestehenden Strukturen
Wer in der Firma ist für Social Media Projekte verantwortlich? Gibt es in heutigen Strukturen einen klaren Bereich, dem Social Media zugewiesen werden könnte? Ich denke nicht.

Social Media gehört etwas ins Marketing, dann passt‘s natürlich auch in den Bereich PR und Kommunikation. Die Abteilung, welche sich um die Inhaltsproduktion und Pflege kümmert, würde ebenfalls zum Einsatz kommen und zu guter Letzt die Technik, die sich dem Aufbau und der Programmierung annimmt. Also kann sich definitiv keiner dafür verantwortlich fühlen.

Die Lösung: Der Chef bestimmt einen Verantwortlichen (Projektmanager) der Zugriff auf die verschiedenen Ressourcen und Abteilungen hat und lässt sich von einem externen Partner beraten, das in dem Bereich Erfahrung hat.

Die Inhalte in Communities kennen keine Grenzen
Im Marketing spricht man gerne von Zielgruppen und hofft damit die Leute gefunden zu haben, die als potentielle Kunden durch gehen sollten. Dumm nur, dass die Personen dieser Zielgruppe meist nicht wissen, dass sie dazu gehören und deshalb die Wirkung der Werbung ausfällt. Aber lassen wir das Thema.

Permission-Marketing, AdWords-Kampagnen, Bannerwerbung, Affiliates etc können strikt innerhalb von Landesgrenzen eingesetzt werden. Wie sich Communities entwickeln, lässt sich hingegen nur schwer steuern. Natürlich haben wir in Europa den Vorteil, dass wir unser gewünschtes Publikum über die Sprache leicht eingrenzen können (der Nachteil ist, dass dies die Userzahl stark limitiert), baue ich aber etwas in Englisch auf, wird meine mögliche Userschaft die Welt. Wieder ein Punkt, den ich meinem Chef beim Überzeugunggespräch für ein Social Media Projekt schlecht erklären kann.

Zwei weitere Punkte die belegen, dass es Mut und Pioniergeist braucht, um sich an Social Media heranzumachen. Aber wie sagt man so schön: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!

Welche Punkte seht ihr noch, die die Entwicklung der Zukunft im Internet hemmen?

Weiterempfehlen

image description

Kommentieren

8 Kommentare

image description
  1. Jürg Stuker | 1.12.2009 16:02

    „Der Chef bestimmt einen Verantwortlichen (Projektmanager) der Zugriff auf die verschiedenen Ressourcen und Abteilungen hat…“. Was man den Chef auch gleich sagen sollte ist, dass der Mensch die Firma als Person vertritt / vertreten darf („ohne Freigabeprozesse“). Verlässt der Mensch die Firma, so gilt es die Kontakte weitestgehend neu aufzubauen… so wie beim einem klassischen „Key-Accounter“ also ein Beziehungs-Geschäft.

  2. Bürgin Marc | 30.11.2009 18:06

    SMM erfolge sind einige zu verzeichnen. Ich gehe nur auf FB ein. In der Schweiz haben die wenigsten Ahnung von FB Werbung oder eine FB Fanpage aufzubauen.

    In der Zwischenzeit wagen es Firmen wie Cablecom im SMM-Bereich Werbung zu machen. Ob sie Erfolg haben? Ich glaube nein….

  3. su franke | 3.03.2009 09:15

    wenn der Social Media Durchbruch so lange dauert wie der von eCommerce, dann ist das nicht in 2 Jahren geschafft.

  4. Philipp Sauber | 3.03.2009 00:07

    Ich denke, man ist sich einig, dass in dem Bereich (Social Media) noch einiges an Entwicklungshilfe geleistet werden muss, damit wir mit dem grossen Bruder mithalten können. Auf der andern Seite bin ich nach wie vor der Meinung, dass man sich jetzt noch die Vorschusslorbeeren holen kann. In zwei Jahren ist das ev schon Jekami.

  5. Yves | 2.03.2009 14:22

    Ich sehe das Problem im Umstand, dass sich viele Werbetreibende gar nicht bewusst sind wie soziale Netzwerke funktionieren und wie dort ein Marketing betrieben werden kann. Sie sind sich viel zu wenig bewusst, dass in diesen Netzwerken viele Erfahrungen ausgetauscht werden und halt wenig direkt gekauft wird. Wenn nun jemand in Facebook von einem seiner Freunde die Empfehlung für einen bestimmten Neuwagen bekommen hat und diesen Wagen bei seinem Händler bestellt, weiß in der betreffenden Marketing Abteilung kein Mensch wo der Entscheid gefällt wurde. In den sozialen Netzwerken ist eine statistische Auswertung höchstens bei Bannerwerbung möglich. Alles was in den Bereich des Empfehlungsmarketings fällt, kann im Nachhinein nicht mehr zurückverfolgt werden.

  6. Sam Steiner | 2.03.2009 11:38

    Für mich kommt’s auf die eingesetzte Plattform draufan. Bei Twitter zum Beispiel möchte ich in einem Dialog sein, nicht nur gefüttert werden. Ich war zB positiv überrascht, von einer internationalen Firma eine schnelle Antwort in Twitter zu einer Produkt-Anfrage zu erhalten.

    Twitter stelle ich deshalb in den Verantwortungsbereich „PR / Kommunikation“.

    Facebook ist da vielleicht im kommerziellen Bereich weniger Dialog als Twitter. In einem Firmenblog erwarte ich aber auch, dass meine Kommentare gelesen werden und wo nötig auch darauf geantwortet/gehandelt wird.

  7. su franke | 2.03.2009 09:48

    Das mit dem Verantwortlichen ist (noch) ein Dilemma. namics hat zum Glück mit Jürg einen CEO, der die Social Media Prinzipien tatsächlich lebt und die ganze Firmen-Kultur Social Media geprägt ist. Wir haben viele Verantwortliche, alle, die Wissen beitragen können und sich dies auch trauen. So macht PR Freude.

  8. René | 2.03.2009 09:16

    Meiner Meinung nach ist das Unwissen ein weiterer wichtiger Faktor. Die wenigsten Geschäftsführer und Marketingverantwortlichen wissen was Social Media genau ist. Vielleicht wissen sie was ein Blog ist und haben vielleicht einen Facebook-Account, doch dann hört es doch schon auf.

Kommentar schreiben

Please copy the string VcOeBR to the field below: