Ist Social Media das richtige Mittel für mich?

Bryan Graf, 29.04.2013 4 Kommentare

Social Media BusinessInsbesondere im Marketing Umfeld gibt’s die weit verbreitete Annahme, dass Social Media für jede Organisation geeignet ist. Die Realität sieht allerdings anders aus. Längst ist noch nicht jeder dazu bereit, erfolgreich auf den Social Networks zu sein (auch in Punkto Rentabilität / ROI).

Ein paar Inputs zu dem was unbedingt nötig ist, bevor man mit dem eigenen Unternehmen ins Social Media Business einsteigt:

Habe einen Plan!
Sicherlich lebt Social Media von der Spontanität und vor allem Interaktivität – allerdings muss man einen Plan haben, was man sagen möchte. Stell dir vor, dass ich all die Personen zu welchen du gerne sprechen möchtest, in einem Raum versammeln könnte. Du könntest einmal pro Tag in diesen Raum gehen und zu denen sprechen – würdest du vorher nicht auch etwas Zeit investieren, um zurechtzulegen was du zu sagen hast? Selbstverständlich würdest du – bei Social Media ist das auch nicht anders.

Habe / Stelle Ressourcen!
Eine oft gehörte Aussage ist „Social Media ist gratis“ – in gewisser Weise stimmt das… Ja es kostet nichts, einen Account auf Facebook, Twitter, Google+ zu kreieren (auch bei den Business Networks Xing & LinkedIn nicht), allerdings braucht es Zeit, um ein Publikum / die Community aufzubauen, grossartigen Content zu kreieren, mit den Fans & Followers zu interagieren und die Aktivitäten entsprechend auszuwerten. Und Zeit ist Geld! Es ist so kein Zufall, dass auf Social Media erfolgreiche Unternehmen, entsprechend engagierte (und professionalisierte) Personen haben, welche die Aktivitäten in Gang halten. Irgendjemandem diese Bürde im Daily Business aufzuzwingen mag vielleicht kurzfristig funktionieren, sollten allerdings die Ambitionen hoch sein – so sollte sich dies auch in den Ressourcen reflektieren.

Wappne dich für ein langfristiges Spiel!
Es braucht grundsätzlich Zeit, bis die Arbeit auf den Social Networks Früchte trägt (dafür sind diese um so leckerer ;-)). Wenn man in Google etwas herum sucht, so gelangt man schnell an gewisse Dienstleistungen, welche den Prozess etwas verkürzen würden à la „10’000 Followers auf Twitter“ oder „20’000 Facebook Fans“ für einen kleinen Geldbetrag. Möchte man allerdings eine aktive & lebendige Community haben, involviertes, gut getargetes Zielpublikum – wertvolle Fans – so braucht dies Zeit. Kürzlich hat unser Bundespräsident (Schweiz) Ueli Maurer nach nur 3.5 Monaten seine Facebook Page wieder eingestellt (website-marketing berichtete), dies u.A. mit der Begründung, dass er sich mehr Substanz gewünscht hätte. Wenn du dich nicht für ein langfristiges Engagement committen kannst, so ist Social Media leider nichts für dich.

Es gibt nicht nur gute News!
Die gute und schlechte Nachricht ist, dass du auf den Social Networks von deinen Kunden Feedback erhältst. Bereite dich darauf vor, dass du gewisse Dinge lesen oder hören wirst, welche du nicht unbedingt lesen oder hören möchtest. Und habe auch einen Plan, wie du auf diese Feedbacks reagieren kannst. Ein professionelles Unternehmen reagiert auf negative Feedbacks auf professionelle Weise.

Wenn du wirklich von dir behaupten kannst, dass dir all diese Punkte bewusst sind / du sie berücksichtigst, dann stehen die Chancen gut, dass die Social Media Aktivitäten erfolgreich sein werden. Sollte gegenwärtig nicht alles vorhanden sein, aber der Facebook Auftritt schon bestehen, so schöpft ihr aus dieser Chance nicht das volle Potenzial aus. Sollten dir die oben erwähnten Punkte überhaupt nicht zusagen – so ist Social Media leider nicht das richtige Mittel für dich – noch nicht 😉

Und – seit wie vielen Monaten oder Jahren ist euer Unternehmen auf den Social Networks bereits unterwegs? Oder wie lange wird es noch dauern, bis ihr aktiv werdet? 

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4 Kommentare

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  1. Bryan Graf | 2.05.2013 15:28

    Hi Markus, ja das ist so. Vor allem darf als Social Media nicht nur Facebook & Twitter verstanden werden. Mich würde interessieren was Firmen bspw. im Bereich Zulieferindustrie machen – oder ob sie überhaupt etwas machen…

  2. Markus | 30.04.2013 10:46

    Dies wird insgesamt von vielen Unternehmen( und Marketingabteilungen) nicht verstanden, vor allem wenn diese bisher nur Erfahrungen mit Produktmarketing im B2B haben. Die meisten Strategien, die man zu hauf im Internet findet, zielen immer auf Consumermarketing ab. Doch ist der größte Wirtschaftsfaktor in Deutschland nunmal der Mittelstand und die Industrie, und hier gelten einfach ganz andere Regeln. Social Media im B2B, dass ist die wahre Herausforderung, und hier stehen wir noch ganz am Anfang.

  3. Bryan Graf | 29.04.2013 17:58

    Danke für den Comment – ja, stimme mit deinem letzten Punkt überein! Vielleicht dann sonst mit Twitter starten und als Kundenservice-Tool nutzen…

  4. Proentry | 29.04.2013 11:47

    Meiner Meinung nach ist der erste Punkt einer der wichtigsten Punkte, den gerade viele Unternehmer nicht richtig verstehen. Wer im Social Media Bereich aktiv ist, sollte sich vorher einen genauen Plan machen: Wen will ich erreichen? Was will ich erreichen? Was meinem Netzwerk mitteilen, wie usw.
    Wundert mich, wenn man sieht wie auch große Unternehmen einfach nur völlig überflüssige Beiträge auf ihrer Facebook-PW posten und man sich nur dabei denkt. Und..?
    Andere Unternehmen die oft auch unzufriedene Kunden haben sollten sich daher genau überlegen ob sie sich die Pinnwand mit reihenweise Beschwerden vollschmieren lassen wollen, statt erst mal den Service oder die Produkte zu verbessern.

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