Ueli Maurer sagt bye-bye Facebook…

ueli maurer facebookEigentlich ist es traurig – kurz vor dem Sechseläuten Montag kündigte Bundespräsident Ueli Maurer an, sein Facebook-Profil zu löschen und der Plattform den Rücken zu kehren. Nach nur dreieinhalb Monaten beendet Maurer das Experiment, mit der Begründung, dass die Diskussionen zu oberflächlich geführt würden, und er sich mehr Substanz gewünscht hätte. Wir fragen uns – ist Facebook wirklich nichts für Politiker oder hätte man hier anders handeln müssen?

Mit der Begründung, er wolle lieber zusätzliche Möglichkeiten für ein persönliches Zusammentreffen schaffen – direkt, authentisch und von Angesicht zu Angesicht, verabschiedete sich Maurer gestern von seiner knapp 3000-köpfigen Facebook-Gemeinde, welche sich über die Nachricht auf der Seite enttäuscht zeigte. Doch was ist bei seinem Experiment schief gelaufen und wo hätte er einen Mehrwert schaffen können?

Vielleicht gingen seine Erwartungen in die falsche Richtung, obwohl alles so gut angefangen hatte. Die Begrüssungsnachricht an alle Rekruten, Bilder von Events und zwischendurch Textbeiträge und Links, welche ernstere politische Themen ansprachen. Gerade beruhend auf diesen waren ihm die Kommentare wohl nicht tiefgründig genug. Jedoch ist Facebook als Medium der geeignete Ort für tiefere politische Diskussionen? 

Ich wage zu behaupten: Nein. Vielmehr sehe ich Facebook für Politiker als Medium, worüber sie – ähnlich der Werbung – über ihr Schaffen informieren, Termine mitteilen und Eindrücke teilen. Dies von der Top-Down-Seite. Präsenz zeigen, den Bürgern ein Begriff sein.

Was  Ueli Maurer jedoch nicht vergessen darf, ist dass es auf der Bottom-Up bzw. auf der Dialog-Seite nicht (nur) darum geht, mit den Mitbürgern eine Diskussion zu führen, sondern dass Social Media allgemein ihm auch die Möglichkeit bietet, kostengünstig den „Vibe“ eines Teils der Gesellschaft abzuholen, dies u.a. auch anhand von statistischen Auswertungen.  Des Weiteren kommt der Aspekt hinzu, dass Social Media über ihn sprechen wird, ob er nun dabei ist oder nicht. Der Vorteil einer offiziellen Seite ist hierbei eine gewisse Kontrollmöglichkeit, sowie die Chance, sich am Diskurs, in diesem Fall über den Politiker als „Produkt“, beteiligen zu können, und eventuell Insights zu generieren, welche über andere traditionelle Kanäle nie zu ihm gedrungen wären.

Jedes Medium hat seine Eigenheiten und löst unterschiedliche Reaktionen beim Rezipienten aus. Hänge ich ein Wahlplakat auf, erwarte ich auch nicht, dass die Wähler damit in den Diskurs treten. Und genau so gilt es auch Facebook als Medium „richtig“ zu verstehen – dann klappt’s auch mit Social Media! 

Aber vielleicht sehen wir Sie ja bald wieder auf einem anderen Kanal, Herr Bundespräsident? Wir helfen auch gerne bei der Erstellung eines ganzheitlichen Social Media Konzepts. 🙂

Politiker und Social Media – passt nicht oder doch? Ist die Facebook-Gemeinde wirklich zu oberflächlich für Politik? Was würdest du dir von einem Politiker im Bereich Social Media wünschen?

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4 Kommentare

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  1. Jenny Peier | 14.04.2013 09:23

    @Emil S.: Sind Sie auch Bundespräsident? Dann auf jeden Fall. 😉

  2. Rübelichueche | 12.04.2013 10:32

    Auch wenn sich Facebook nicht eignet dazu, so sollte man trotzdem seine Freunde nicht hängen lassen.

  3. blogstone | 12.04.2013 09:14

    Da sollte sich Ueli Maurer wohl mal http://www.politnetz.ch ansehen, wenn er tiefgründige Diskussionen sucht. Facebook eignet sich dafür definitiv nicht.

  4. Emil S. | 12.04.2013 08:23

    Wer ist eigentlich Ueli Maurer? Und warum ist es eine Meldung wert, ob der in Facebook ist oder nicht? Ich bin übrigens auch da…ist dies eine weitere Meldung?

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