Das (neue) unmoralische Angebot: Facebook-Likes kaufen.

facebookWir haben von den „grossen Skandalen“ auf YouTube und Facebook gehört, wobei auch Justin Bieber und Lady Gaga Klicks, Fans und Likes etc. verloren haben, als aufgedeckt wurde, dass sie (und wir sind an dieser Stelle unglaublich schockiert) tatsächlich Fans etc. gekauft haben! Sozusagen das online-Äquivalent zum gekauften Doktortitel… Die Skandale halten jedoch Anbieter solcher Services nicht davon ab, mit immer dreisteren Methoden Kunden zu akquirieren. Ein harmloses Beispiel dessen ereignete sich kürzlich auf der Facebook-Seite der INM AG.

Facebook-Likes kaufen ist – abgesehen davon dass es gegen die Policy von Facebook verstösst – in der heutigen Zeit sinnlos und, sollte der Betrug auffliegen, für jedes Unternehmen äusserst unangenehm. Zudem ist es auch nicht mehr zeitgemäss, denn 200’000 Facebook-Likes eines Staubsaugervertreters, das haben wir alle mittlerweile gelernt, sagen noch nichts über die Qualität des Unternehmens aus. Aus der Perspektive der Unternehmung entsteht ebenfalls kein Mehrwert, ausser der fälschlich angenommenen Image-Verbesserung, denn gekaufte Facebook-Fans schweigen und liefern somit keine Interaktion, welche durch die prominente Darstellung des Wertes immer zentraler wird.

Trotzdem, das Geschäft mit den gekauften Likes scheint noch lukrativ. So hat die INM AG über Facebook vor kurzem die folgende Nachricht erhalten:

das unmoralische angebot

 

 

 

Das Angebot kam von einem Privataccount einer Frau namens „Pierre“.  Zwar haben wir dankend abgelehnt, trotzdem zwei Punkte finden wir an dieser Stelle bemerkenswert:

  1. Seit den grossen Skandalen setzen „Fan-Seller“ anscheinend auf kleinere Mengen, für den „small push“ (welcher aus meiner Sicht nichts bringt), locken damit wohl zu grösseren Angeboten oder sogar auf korrumpierte Webseiten (wir haben davon abgesehen, die Seite zu besuchen).
  2. „We added 2 Fans/Likes to your page“ – sprich Fake-Likes wurden bereits hinzugefügt, ohne unsere Zustimmung. Sollte er nun die 2 entfernen, wird uns das wohl wenig ausmachen. Was jedoch, sollte jemand auf die Idee kommen, bei z.B. einem Grossunternehmen über einige Zeit z.B. 10’000 Likes hinzuzufügen, und anschliessend mit der Löschung drohen? Ein Verlust von 10’000 Likes würde auffallen, und das Unternehmen käme automatisch in Erklärungsnot. Auf diese Weise wird unser unmoralisches Angebot schnell zur Erpressung…

Unser Fazit: Gefahren drohen den Unternehmen im Web an jeder Ecke – hier braucht es einen Online-Kommunikationsprofi, welcher mit solchen „Krisen“ umzugehen weiss, um Image-Schäden zu vermeiden. Bezüglich des unmoralischen Angebots? Jeder muss sich überlegen, wo er das Ziel seiner Facebook-Seite sieht. Wer den Kanal als Kommunikationsmittel für seine Zielgruppe nutzen will hat kein Bedürfnis, zahlreiche Fans aus fernen Ländern zu kaufen. Ein Blumentopfverkäufer aus Schlieren schadet seinem Ruf mehr mit 200’000 Fans aus Tunesien, als mit 52 Fans, welche sich auch über das Thema auf der Seite unterhalten. Authentizität ist am Ende des Tages was zählt. Und diese wird nur durch ein seriöses und kontinuierliches Management einer Präsenz erreicht.

Wo siehst du die Probleme mit den Fake-Likes? Welche Angebote hast du über Social Media Kanäle erhalten?

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1 Kommentar

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  1. Uwe Reuter | 22.02.2013 11:55

    Wofür sollen gekaufte Links gut sein? Na ich denke mal, wenn ein Firma- vor allem Onlinefirmen – neu am Markt startet, dann fängt seine facebook-Seite bei 1,2 oder 3 Fans an. Sieht natürlich garnicht seriös aus für potetielle Fans. Bzw. Käufer. Beispiel: Ich will eine neue Fototasche auf Amazon verkaufen. Hochwertig, teuer. Der Interessent möchte natürlich wissen, was ist denn das für ´ne Firma, hat er noch nie was von gehört. Findet es die dazugehörige facebook Präsenz mit nur ein paar Likes – na ob er sich dann vielleicht doch noch einer anderen Tasche umsieht? So könnte man eventuell für den Kauf von Likes argumentieren. Bei der Erfolgsmessung muß man später natürlich bei den Likes die gekauften wieder abziehen.
    Die Idee mit dieser Erpressbarkeit, wie Sie es im Artikel beschrieben, also darauf bin ich ja noch gar nicht gekommen. Aber das hat was.

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