Missbraucht Facebook Mitglieder als Werbebotschafter?

Facebook  schaltet seit einiger Zeit erfolgreich Werbung, die ähnlich wie bei den Adwords von Google geschaltet werden. Nur kommt es immer öfter vor, dass Leute dort als Botschafter missbraucht werden.

Eine Frage die wir hier auch schon gestellt haben ist, wie macht man in Social Networks erfolgreich  Werbung. Facebook scheint hier einen Weg gefunden zu haben, der offenbar besser funktionieren soll als die Bannerwerbung, wie man sie auf diversen Websites findet.
facebook-werbung3Nun schaltet Facebook Werbung mit Mitglieder, die ein Produkt empfehlen, beziehungsweise Fan davon sind.
Klickt man auf den Link, gelangt man nicht zur Gruppe (die nicht einmal unbedingt existieren muss), wie man vielleicht denken würde, sondern direkt auf die Produkteseite des Werbenden.
Klar, dass eine Empfehlung eines Freundes eher angeklickt wird und klar, dass dies dann auch eher zu einem Abschluss führt, sprich besser konvertiert.
Der Grund, weshalb mir hier Lukas Stuber, einer meiner Facebook Kontakte,  Geschenkidee empfiehlt ist unklar, denn eine geschenkidee.ch Gruppe gibt’s bie Facebook gar nicht.
Eventuell hängt das damit zusammen, dass seine Agentur für geschenkidee.ch auf Facebook Werbung schaltet.
Zudem ist’s irreführend, dass der Flugzeug Trolley rein zufällig unter der Fan-Ansage platziert wird (er wird im geschenkidee.ch Shop verkauft).

facebook-werbung-edelmann2Allerdings habe ich ein anderes Beispiel gefunden (mit Alex Edelmann, siehe links), bei welchem weder eine Gruppe noch eine Agentur dahinter steht.
Auch in dem Fall ist er ein Fan von „Skiing in Switzerland“ aber schlussendlich geht’s um eine Übernachtung über myswitzerland.com. Wo ist da bitte der Zusammenhang?

Facebook missbraucht somit seine Mitglieder als Werbebotschafter, was sicherlich clever und sehr effektiv aber nicht unbedingt legal ist.

Was denkt ihr? Hat Facebook das recht, Mitglieder als Werbebotschafter einzusetzen? Und wird man auf die Möglichkeit für Werbung eingesetzt zu werden, hingewiesen?

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24 Kommentare

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  1. kopfchaos | 11.02.2009 01:38

    ….. menno, hab‘ seit monaten ma‘ wieder mit dem IE7 ’ne seite aufgemacht, mit dem IE7 wird mir das zeuchs unter Einstellungen => Privatsphäre-Einstellungen => Neuigkeiten und Pinnwand => Register Umfeldorientierte Werbung angezeigt…..

  2. Yves | 10.02.2009 19:46

    Vielen Dank für den Tip. Bin auch kein Missbrauchsopfer mehr. Ich finde die Methode von Facebook auch ziemlich dreist. Leider wird dies die wenigsten Facebookler interessieren, wenn sie es überhaupt je erfahren.

  3. Sam Steiner | 10.02.2009 18:45

    Bei mir funktioniert die Seite Ffx 2.0.6

    @Philipp – ja, ich werbe doch gerne für Produkte, von denen ich ein Fan bin. Aber ohne meine Kenntnis eher weniger. Wenn nun Facebook eine solche kleine Vergütung einbauen würde, und ich eine Statistik erhelte, für welche Produkte mit meinem Kopf geworben würde, wäre das ganz glatt.

    Und absolute Normalos würden durch ihre Provisionen die Schwelle zur Facebook-Werbewelt überqueren (jeder kann doch für irgendwas werben – sei es auch für die Firma seines Schwager).

  4. sergey | 10.02.2009 18:36

    Was die Einstellungen betrifft: Ich finde bei der genannten Rubrik ebenfalls nur eine weisse Seite vor. FF 3.0.6

  5. Philipp Sauber | 10.02.2009 18:25

    @Sam, du lachst nun aber die Idee finde ich super.
    Wenn ich meinen Kopf als Empfehlung für eine Werbung hingebe, erhalte ich z.B. 10% vom Klickpreis.
    Das Geld würde mir dann nicht bar ausbezahlt sondern meinem Facebook-Werbekonto gutgeschrieben. Die folgen kann man sich ausdenken. Für mich ein wirklich lohnenswerter Gedanke, den Facebook verfolgen sollte.

  6. Sam Steiner | 10.02.2009 16:11

    „längst nicht das grösste Risiko von Facebook für die Privatsphäre.“

    Ja, das stimmt auf jeden Fall. Im Prinzip fällt mir kein Stein aus der Krone, wenn ich unbewusst für etwas werbe, von dem ich überzeugt bin. Nur wäre es eigentlich angebracht, diesen Benutzern eine kleine Gage zu vergüten für das Kopfhinhalten 😉

  7. kopfchaos | 10.02.2009 13:37

    @ Sam Steiner…..:
    ….. firefox 3.0.6…..

  8. Beat Muttenzer | 10.02.2009 13:29

    @BloggingTom: Wenn ich auf einer UBS-Website explizit deklariert hätte, dass ich UBS-Fan bin, würde es mir wohl nichts ausmachen. Und bei Facebook muss ich einfach damit rechnen, dass jede noch so kleine Information irgendwie weiterverwendet wird. Alles andere wäre blauäugig.

    Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich stehe der benutzer- und umfeldbezogenden Werbung bei Facebook nicht unkritisch gegenüber, sehe in diesen Anzeigen je nach Standpunkt schon ein Ärgernis aber längst nicht das grösste Risiko von Facebook für die Privatsphäre.

  9. BloggingTom | 10.02.2009 12:57

    @Beat: Inwiefern ist der „Missbrauchsvorwurf“ übertrieben? Also ich fühle mich durchaus missbraucht, wenn da irgendjemand mit meinem Konterfei ungefragt Werbung macht. Du willst mir doch nicht sagen, dass es Dir nichts ausmachen würde, wenn Dein Konterfei in Zukunft auf Grossplakaten für die UBS wirbt, nur weil Du ein UBS-Konto hast?

  10. Philipp Sauber | 10.02.2009 12:51

    Offenbar ist man sich bei Facebook über die Tatsache, dass man für Werbung den Kopf hinhält nicht bewusst. Ich denke das beweisen die Kommentare von oben, von Usern, die sich in dem Bereich sicherlich besser auskennen als der Durchschnitts-Facebookianer.
    @Beat, danke für den Hinweis, klar dass sich ein US-Unternehmen nicht absichert. Ich kenne die Klausel. Allerdings versteht kein Mensch was „umfeldorientierte Handlungen“ bedeutet. Nun kann man sagen, dass das schlecht übersetzt oder gut vorgetäuscht ist.
    Anyway, es lohn sich jedenfalls Punkte wie diesen genau zu prüfen, sonst mache ich, wenn ich Fan der Gruppe „Esther Maurer muss weg“ bin noch Werbung für Kathrin Martelli oder Corine Mauch 😉

  11. Beat Muttenzer | 10.02.2009 12:32

    Als Urheber der Geschichte gebe ich an dieser Stelle gerne ein paar Infos aus erster Hand: Lukas hat sich auf der Geschenkidee.ch-Seite in Facebook als Fan hinzugefügt. Es gibt also durchaus eine Geschenkidee.ch-Präsenz in Facebook, in diesem Fall nicht eine Gruppe, sondern eine Fan-Seite.

    Ob Fans über den Anzeigen eingeblendet werden, entscheidet nicht der Zufall oder Facebook, sondern der Werbetreibende. Bei der Erstellung einer Anzeige kann unter ‚umfeldorientierte Handlungen‘ die Option ’soziale Handlungen hinzufügen‘ gewählt werden (in der englischen Version heissen die Dinger etwas weniger umständlich ‚Social Actions‘). Dann erscheint bei Freunden des Fans der entsprechende Hinweis.

    Angesicht der Tatsache, dass via Facebook und Twitter allerlei intimere Details übers Privat- und Geschäftsleben bekanntgemacht werden, finde ich den Missbrauchsverdacht grad etwas übertrieben.

  12. Urs | 10.02.2009 12:16

    Merci für den Tipp, für was habe ich wohl alles geworben?? Habe das „verhängnisvolle“ Kreuzchen entfernt.
    Übrigens haben alle die Facebook nutzen, einer Erklärung zugestimmt, mit der Facebook so ziemlich alles mit den Daten machen kann! 2 interesante Beiträge hierzu:
    Doppelpunkt vom Do, 29.1.2009 ( http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/top/doppelpunkt/2634.sh10068705.html )
    und des EDÖB unter ( http://www.edoeb.admin.ch/themen/00794/01124/01254/index.html?lang=de )

    Also eigentlich logisch und (leider) völlig Legal

  13. goggi | 10.02.2009 12:04

    Der direkte Link zu dieser Einstellung und ein paar Gedanken zum Thema jetzt durch Klick auf meinen Namen… oups: Ist das nicht auch schon Werbung? Und ist nicht schon das ganze Leben irgendwie Werbefinanziert?

  14. Sam Steiner | 10.02.2009 11:59

    @kopfchaos – welchen Browser (inkl Version) verwendest du?

  15. kopfchaos | 10.02.2009 10:47

    ….. anscheinend können ned alle user uaf facebook auf jene einstellungen zugreifen, denn gerade eben wollte ich die oben beschriebene änderung tätigen doch unter Einstellungen => Privatsphäre-Einstellungen => Neuigkeiten und Pinnwand => Register Umfeldorientierte Werbung erhalte ich nur eine leere seite…..

  16. René | 10.02.2009 10:25

    @BloggingTom: Sehe das wie Sam. Die wenigsten User wissen etwas von dem „Missbrauch“.

  17. paz | 10.02.2009 10:00

    ich bin schon ein lebenlang missbraucht worden! virtuell ist es grad mal wunderbar. weil ich muss ja nicht, wenn ich nicht will…

  18. Sam Steiner | 10.02.2009 09:44

    @BloggingTom – nur wissen das nur vielleicht 0.1% der 140 Millionen Nutzer. Das liegt für Facebook noch drin.

  19. BloggingTom | 10.02.2009 09:42

    @René: Das Vertrauen ins Produkt schwindet aber massiv, wenn man weiss, dass der hinter dem „missbrauchten“ Konterfei stehende User nichts von seiner Werbemission weiss…

  20. René | 10.02.2009 09:39

    Ganz in Ordnung finde ich das Vorgehen von Facebook nicht. Ich war auch überrascht, das bei mir die Einstellung aktiviert war. Habe es nun unterdrückt.

    Für die deutschen User. Die Einstellung kann man hier ändern: Einstellungen => Privatsphäre-Einstellungen => Neuigkeiten und Pinnwand => Register Umfeldorientierte Werbung.

    Die Idee von Facebook so Werbung zu schalten ist gut. Ich habe sofort mehr Vertrauen in ein Produkt (oder die Werbung), wenn ein Freund damit in Verbindung gebracht wird.

  21. Sam Steiner | 10.02.2009 09:31

    Oh, hoppla. Diese Privacy-Einstellung ist ja oberfies versteckt. Bei mir war es auch auf „missbraucht mich“ eingestellt. Die entsprechende Einstellung findet man unter „Settings -> Privacy -> News Feed and Wall -> Tab: Social Ads“

    Darauf kommt man wirklich nur, wenn man gezielt danach sucht (und auch dann ist es nicht dort, wo man es vermuten würde).

  22. BloggingTom | 10.02.2009 09:20

    Darüber hatte ich mich auch mal aufgeregt, als ich als Werbebotschafter missbraucht wurde. Das lässt sich aber irgendwo in den Privacy-Settings versteckt ausschalten. Typisch aber, dass die Einstellung standardmässig auf „Jaja, missbraucht mich nur für Werbung“ steht…

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