Marketing 2.0 vs. Kunden 2.0 – Was sollte sich ändern (2/2)

Marketing 2.0 vs. Kunden 2.0Letzte Woche, im ersten Teil, beschrieb ich, wie sich die Kunden im Web verändert haben und die Marketingindustrie bei dieser Evolution vieles verschlafen hat und noch immer verschläft. Heute will ich auf ein paar wichtige Dinge im Umgang mit dem Kunden 2.0 und dem Web eingehen.

Die Quintessenz aus meinem letzten Post war ja, dass die User im Web, nennen wir sie mal potentielle Kunden, anders funktionieren als im althergebrachten richtigen Leben. Wobei man sich heutzutage ja fragen muss, ob grundsätzlich das Leben im Internet falsch ist.  Spass beiseite.  Was ist denn beim Online Marketing denn anders, als beim klassischem Marketing?

Die 3 wichtigsten Punkte im Online Marketing

Im wesentlichem sind es 3 Punkte. Nicht viel, aber diese wenigen Punkte verändern ziemlich viel.

  • Die User surfen durchs Web, pflegen ihr Sozialleben auf dem Netz und besorgen sich Informationen. Wenn jetzt irgendwo Werbung auftaucht, kann man diese sehr gut ausblenden oder die User nutzen sogar Ad Blocker, das heisst, sie sehen die Werbung nicht mal. Der User kann also ungestört mit seiner Tätigkeit fortfahren.
  • Das Medium Web ist interaktiv und die User wollen auch interaktiv sein, sonst würden sie ihrem Vergnügen am TV nachgehen oder Zeitung lesen.
  • Man kann seine Marketingmassnahmen bis ins kleinste Detail messen und überprüfen. Nicht nur das, man kann sie auch auswerten und darauf reagieren. So kurzfristig wie sonst in keinem Medium.

Wie sollte das Marketing darauf reagieren?

Aus diesen 3 wichtigen Punkten, die sich vom klassischen Marketing unterscheiden, lassen sich viele Massnahmen ableiten, die für ein erfolgreiches Online Marketing essentiell sind.

  • Aufmerksamkeit ist das A und O. Gilt schon für das klassische Marketing, ist online aber noch X Mal wichtiger. Wenn ich keine Aufmerksamkeit erzeuge, werde ich von den Usern schlichtweg ignoriert. Am Fernseher wird der User bei seiner Tätigkeit einfach unterbrochen und der User muss die Werbung über sich ergehen lassen, ausser er geht aufs Klo oder an den Kühlschrank. Diese Aussetzer kann ich aber nicht messen. Das gleiche Problem haben Zeitungen. Hier kennt man die Auflage, weiss aber nicht, wie viele die Anzeige wirklich bewusst anschauen oder die Zeitung wirklich lesen.
  • Auf dem Internet kann ich auf die Vorlieben „meiner“ User eingehen. Vorausgesetzt man kennt sie. Genau dafür ist das Internet wie geschaffen. Wenn man schön diese schönen Tools für Messung und Auswertung von Online Aktivitäten hat, wieso wird das so wenig eingesetzt. Es gibt doch nichts schöneres, als die Statistiken auszuwerten und seine Aktivitäten entsprechend dem Userverhalten anzupassen. Stichworte Usability, A-B Test etc.
  • Social Media heisst Kommunikation. Auf alle Seiten. Die User wollen kommunizieren. Das heisst, man sollte auch mit den Usern kommunizieren. Hier ist der Dreh- und Angelpunkt um mit seinen Kunden zu sprechen und vor allem ihnen zu zuhören.  Ein iPad zu verlosen um seine Follower Zahlen zu erhöhen bringt nicht besonders viel. So verschenkt man ein iPad und hat nachher nur wenige Follower, die einem auch erzählen, was sie am Produkt schätzen und was nicht.
  • Alles was sich Kampagne nennt, funktioniert im Web nicht wie es sollte. Eine Kampagne hat naturgemäss immer ein Ende. Und dann? Lässt man die neugewonnenen Fans, Follower, User oder Kunden im Regen stehen? Falls dies so geplant wird, kann man sich dieses Budget gleich sparen. Wenn man eine Markenbindung aufbaut, muss alles dran gesetzt werden, diese auch zu halten.
  • Ein Follower der nichts kauft kann trotzdem sehr wertvoll sein. Vielleicht kauft er später, vielleicht hat er einfach keinen Bedarf, erzählt aber seinen 1‘000 Followern von diesem wundervollem Produkt, das er im Web gefunden hat. Von dieser Firma, die so einen guten Dialog mit ihm geführt hat.

Man sieht, es sind alles ziemlich einfache Schlüsse und Weisheiten die ein erfolgreiches Online Marketing ausmachen. Trotzdem treffe ich tagtäglich auf Beispiele im Web, die mich denken lassen, dass das Ganze unheimlich schwierig sein muss.

Was meint ihr zu meinen Gedanken. Habe ich da eine falsche Wahrnehmung? Oder  gibt es einfach zu viele Werber, die lieber auf das klassische Marketing setzen. Bin gespannt auf euer Feedback und eure Meinungen. Wie immer auf allen Kanälen.

Weiterempfehlen

image description

Kommentieren

2 Kommentare

image description
  1. Yves Moret | 5.12.2012 10:07

    Adblocker sind sehr wahrscheinlich schon zu technisch für den durchschnittlichen Webuser. Was mehr eine Rolle spielen wird, ist die menschliche Fähigkeit, die Ads zu „übersehen“ und auszublenden. Z. B. die Werbung von Facebook am rechten Rand nehme ich gar nicht mehr wahr.

  2. Chris | 5.12.2012 08:57

    Das mit den Adblockern ist so eine Sache. Ich war vor einiger Zeit auf einem Google-Inside event, und da kam konkret die Frage auf, wie gross der Anteil von Adblocker-Usern ist. Google weiss das scheinbar, und die Aussage war: „unter 2%“.

Kommentar schreiben

Please copy the string DzCjti to the field below: