Wozu dient Google+?

Yves Moret, 15.11.2012 3 Kommentare

Ist Google+ tod?Gemäss Bradley Horowitz, der bei Google für die Entwicklung der sozialen Dienste verantwortlich ist, sind bis dato erst 20 Prozent der geplanten Dienste in Google+ integriert. Im Jahr 2013 will Google ihr soziales Netzwerk massiv ausbauen. Zeit, um sich jetzt schon ein paar Gedanken darüber zu machen.

Über die aktuellen Nutzerzahlen bei Google wollte Horowitz nicht verlauten lassen. Allerdings zeigt sich Google mehr als nur zufrieden mit den aktuellen Zahlen. Die Zahlen vom September sprechen von 100 Mio. aktiven Nutzern und 400 Mio. angemeldeten Nutzern. Google+ scheint also nicht die grosse Geisterstadt zu sein, die viele Kritiker heraufbeschwören wollen.

Wie geht’s also weiter mit Google+? Ich habe mir mal ein paar Gedanken und Thesen darüber gemacht, die ich euch nicht vorenthalten will. Hier also mal meine Prognosen ohne Gewähr.

Google+ wird sicher nicht eingestellt

Vielfach wird spekuliert, dass Google+ ein Versuchsballon ist, der zum Platzen gebracht wird, sobald er die gesteckten Ziele nicht erreichen wird.

Dies war vielleicht noch bei Google Wave und Google Buzz so, wird aber hier kaum eintreffen.  Erstens ist Google+ die Fortsetzung der beiden genannten Dienste, zweitens hatte Google nie den Anspruch, das Google+ unmittelbar rentabel für den Suchmaschinenkonzern sein muss. Anders als zum Beispiel Facebook hat Google noch genügend andere Plattformen, mit denen sie Geld verdienen. Sie können es sich leisten, das Soziale Netzwerk quer zu subventionieren. Auch auf lange Sicht hinaus.

Der Zweck von Google+ wird klarer

Google hat zugesichert, dass sie auch nächstes Jahr nicht daran denken, Werbung im Social Network zu schalten. Wenn es zum Überleben nicht nötig ist, finde ich dies eigentlich wunderbar so. Nun stellt sich aber die Frage, warum Google sich Google+ überhaupt leistet. Nicht ganz billig wird dies ja nicht gerade sein. Um diese Frage zu beantworten, muss man sich wieder vor Augen führen, wo denn die Kernkompetenz von Google liegt.

Google macht den grössten Teil ihrer Einkünfte mit Inseraten in ihrer Suchmaschine und den angegliederten Dienste. Wenn also diese Dienste nicht mehr die von den Usern gewünschte Qualität bringen und die Nutzer abwandern, spürt dies Google finanziell bei den Einnahmen durch die Adwords Anzeigen.
Die Qualität, die Google für den User bietet, ist sehr eng damit verknüpft, dass Google schon fast für jedem einzelnen User genau die Suchergebnisse liefert, die auch zu ihm passen. Das heisst Google ist darauf angewiesen, zum einen die Wünsche der User zu kennen, zum anderen die Qualität und Art der Inhalte, die sie als Ergebnisse liefern, genau erkennen zu können. Bis jetzt geschah die vor allem durch Daten, die durch die Suche erhoben wurden. Google beurteilte die Zielseiten so gut wie möglich auf Grund von Onpage Parametern und der auf die Zielseite zeigenden Links (Backlinks). Dies heisst aber auch, dass die Ergebnisse bei Google genau durch diese Faktoren beeinflusst werden kann. Wenn sich dies durch besseren Content manifestiert, ist allen damit geholfen. Wenn es aber, durch übertriebenen Kauf von Backlinks geschieht, dann verschlechtert sich unter Umständen die Qualität der Suchergebnisse bei Google und die User werden unzufriedener.

Hier könnte die Lösung für dieses Problem von Google liegen. Ich behaupte jetzt einmal, dass Google ihr Social Network nur für die Lösung dieses Problems aufgebaut hat. Sie werden Google+ zum Zentrum des Googleversums machen. Das bedeutet, dass viele User sich über verschiedene Themen auf Google+ austauschen, dabei natürlich mit ihrem Google Account angemeldet sind und so einen schönen Datenstrom hin zu Google aussenden. Google wird so „seine“ User immer besser kennenlernen und nicht nur das. Sie können in Google+ durch die Social Signals auch feststellen, wie häufig und auf welche Art über die Seiten geredet wird, die sie schlussendlich wieder in den Suchmaschinenergebnissen präsentieren. So wäre gewährleistet, dass eine Beeinflussung durch die Website Betreiber schwieriger wird und somit die Qualität für die User gesteigert wird.

Wenn die Daten in Google+ erhoben werden, hat dies ebenfalls zur Folge, dass diese nicht durch ein Ranking beeinflusst wird. Wenn eine Seite für ein Keyword mal auf der 1. Seite in den Suchmaschinen Ergebnissen gelistet ist, wird sie unweigerlich auch Besucher anziehen.  Ein Faktor, der für die Qualitätsbestimmung sicher nicht unwesentlich ist, aber ein falsches Bild über die Qualität erzeugen kann.

Ich finde es auf alle Fälle eine spannende Entwicklung bei Google und ich bin immer mehr der Meinung, dass SEO zwar nicht tot ist, aber dringend um ein paar Elemente erweitert werden muss. Dazu gehört sicherlich dazu, dass mehr auf den Inhalt und den Nutzen für die Besucher geachtet werden muss.
Wie steht ihr zu der ganzen Sache um Google+? Ist meine These weit daneben? Habt ihr eine andere? Freue mich auf Kommentare und Diskussionen. 

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3 Kommentare

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  1. Lelala | 1.01.2013 12:02

    Google+ ist für GOOG viel zu wichtig als das es jemals eingestellt würde – zumindest, solange Facebook noch so groß und mächtig ist 😉

  2. Yves Moret | 19.11.2012 09:12

    @Alex
    Danke für deinen Kommentar. Gestern ist noch ein Interessanter Artikel zum Thema in der Sonntagszeitung erschienen.

    http://www.sonntagszeitung.ch/multimedia/artikel-detailseite/?newsid=235422

  3. Alex | 16.11.2012 19:43

    Also man sieht es jetzt schon. Verknüpft man seine Webseite mit dem Google + Account geniesst man bereits Vorteile in den Suchresultaten. Definitiv ein Anzeichen, dass Ihr Recht habt.

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