Gesetzentwurf zu Online Pressemeldungen in Deutschland stösst auf Unverständnis

„Ein schwarzer Tag für das Internet“ veräusserte Google-Pressesprecher Key Oberleck als er vom kürzlich verabschiedeten Leistungsschutzrecht Wind bekam.  Ein Gesetzesenturf, entstanden in der deutschen Politik, welcher darauf abziehlt Pressemeldungen in Schutz zu nehmen. Demnach sollen nämlich Verlage nun die Möglichkeit haben, von News-Portalen wie Google News, welche eben diese News von Verlagen aufbereiten und verlinken eine Lizenzgebühr zu verlangen.

Google News soll Gebühren zahlen?
Ein unverständlicher Schachzug der deutschen Politik, wie wir finden. Schon längst können Website-Betreiber bestimmen, was von Ihrer Website indexiert werden darf und was nicht. Es geht noch weiter: Google bietet News-Portalen sogar an, dass explizite News mit einem minimalistischem Code auf der Seite von der Indexierung ausgeschlossen werden können, sollte dies gewünscht sein. So kann nun denn jeder News-Seiten-Betreiber (z.B. Verlage) selbst bestimmen, ob die eigene News indexiert werden soll oder nicht. Weshalb also eine Lizenzgebühr einführen, welche das eigentlich bereits Geregelte durch Gebühren verkompliziert?

Weiterhin von einer derartigen „Steuer“ (Leistungsschutzrecht) befreit sind Zitate und Links, damit sollen Blogs geschützt werden.  Dennoch bleibt die Frage, wie Google mit diesem Leistungsschutzrecht in Zukunft umgehen wird. Denkbar zum Beispiel, dass Verlage, die dieses Recht geltend machen wollen, künftig einfach komplett aus den Google News verbannt werden, was wiederum zu Traffic-Einbussen führen würde. In einem ähnlichen Case in Belgien ist dies bereits so geschehen.

Der Kampf geht also weiter. Print vs. Online Medien. Ohne voreingenommen zu wirken, der Gewinner steht für mich über kurz oder lang eigentlich fest. Gewinnen wird, wer mit der Zeit geht und neue Möglichkeiten nutzt und adaptiert.

Was haltet ihr von diesem Gesetzesentwurf? Wie würdet ihr die Problematik angehen? 

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2 Kommentare

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  1. Michael Fürer | 5.09.2012 13:07

    Wenn Politiker über Dinge reden, von denen sie keine Ahnung haben. Gibts denn kein Lobbying hierzu?

  2. Jenny Peier | 5.09.2012 13:05

    Postkutschenhersteller und die Musikindustrie musste es lernen, und so werden es auch die Verlage. Dieses verbohrte Festhalten an alten Strukturen wird sie auf kurz oder lang einholen. Gewinnen wird, wer mit der Zeit geht. My opinion 🙂

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