„Best of All Worlds“ – Neues Social Network für die Spitze der intellektuellen Gesellschaft

Bryan Graf, 30.08.2012 8 Kommentare

Best of All Worlds - Login ScreenDas Spitzenprozent aller Internetuser soll das  Soziale Netzwerk „Best of All Worlds“ ansprechen – halt eben das Beste oder die Besten aller Welten. Wichtige Menschen aus den Bereichen Finanzen, Werbung, Medien, Mode und Regierungen sollen sich auf dieser Plattform finden und austauschen. Wem das irgendwie bekannt vorkommt… richtig: Gründer dieser neuen Plattform ist der schwedische Internet-Pionier Erik Wachtmeister, der im Jahre 2004 das Netzwerk ‚aSmallWorld‘ (eine kleine Welt) gegründet hat.

„Es geht eher um 3 Millionen Leute als um eine Milliarde“ sagte der 57-jährige Erik Wachtmeister mit Blick auf Facebook, das nach eigenen Angaben rund 950 Millionen User hat und demnächst wohl die Milliarden-Grenze knacken wird. Die Masse möchte er denn auch nicht ansprechen, sondern eher ein ausgewähltes Publikum. Ganz neu ist das Konzept nicht – schon im Jahre 2004 gründete der Schwede mit seiner Frau das Netzwerk aSmallWorld. 8 Jahre später und 4 Jahre nach seinem Austritt bei aSmallWorld, folgt nun sein neuestes Projekt. Auch bei Best of All Worlds geht es wieder um die betuchte Nische als Zielgruppe, allerdings „nicht um Jetsetter oder Reiche, sondern um anspruchsvolle Menschen mit gutem Geschmack“, wie Wachtmeister beteuert. Das Ziel sei es, die Brücke zwischen der sozialen und geschäftlichen Welt von einflussreichen Menschen zu schlagen.

Kritik an Facebook
Über Facebook meinte Wachtmeister, das Netzwerk „schaut zurück und liefert unstrukturierte Informationen darüber, was die eigenen Freunde gemacht haben“. Im Gegensatz zum blauen Riesen soll ‚Best of All Worlds‘ zukunftsorientiert sein. User können sich so etwa an Orten, an denen sie sich gerade befinden, zu Veranstaltungen verabreden. Zudem wird auch gross auf die Privatsphäre Wert gelegt oder zumindest proklamiert – so gibt ‚Best of All Worlds‘ auf deren Website ein entsprechendes Commitment, dass das Portal unter Anderem die Datenschutzbestimmungen von Schweden und der EU einhalte.

Die Seite wird durch europäische und US Investoren, sowie einem Mitglied der saudischen Königsfamilie mitfinanziert. Ins Netzwerk, welches vor dem Start bereits 20’000 Mitglieder in über 150 Ländern zählte, kommt man übrigens wieder nur mit Einladung eines Mitgliedes.  Zugang zum Netzwerk erhält man via Browser oder via der Apps fürs iPhone und iPad.

Kleinere und Nischen-Netzwerke, Zukunft?
Der Weggang von der Masse in kleinere Netzwerke unter Gleichgesinnten und in die Nische – ist das vielleicht die Zukunft der Social Networks? Facebook und Twitter versuchen die Masse zu begeistern und sind auch darauf angewiesen. Allerdings je mehr sie kommerzialisiert werden, desto mehr werden sie an unterschiedlichen Fronten zu kämpfen haben: Thema Privatsphäre, Userzahlen, Fake-User, Werbeeinnahmen, Aktienkurs, etc.

So versucht man sich mit neuen Ideen wie App.net, welche mit einer Jahresgebühr ihren Twitter-Ähnlichen Dienst werbefrei halten möchten, oder eben aSmallWorld und ‚Best of All Worlds‘ wo man unter seinesgleichen ist.  Auch in Firmen halten eigene Social Media Netzwerke (wie bspw. Yammer) Einzug.

Wie seht ihr das Potenzial dieses Social Networks? Ist ein Trend zu spüren, dass vermehrt kleinere & Nischen-Netzwerke aufkommen resp. habt ihr gar in eurer Unternehmung ein eigenes Soziales Netzwerk? Wer von euch ist Mitglied bei aSmallWorld oder gehört gar zum erlauchten Kreis von ‚Best of All Worlds‘? 

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8 Kommentare

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  1. Bryan Graf | 7.09.2012 09:35

    Naja – Social Media baut ja auf persönliche Empfehlungen! Man teilt Inhalte mit Personen die man kennt (zumindest im Idealfall), diese teilen es weiter, Kommentieren oder Gutieren mit einem Like oder +1. Gibt es ein besseres Bewertungssystem als die persönliche Empfehlung? Teilnetzwerke / Exklusive-Netzwerke fokussieren sich halt einfach auf die Nische oder eine bestimmte Zielgruppe. Das ist aber nicht nur in Social Media so, sondern fast überall 🙂

  2. Fabian | 7.09.2012 09:25

    @Bryan Graf: Für ein funktionierendes und intelligentes Netzwerk ist die Bedeutung und Bewertung von Informationen ein wesentlicher Teil. Wir haben noch veraltete Bewertungssysteme für Informationen. Dadurch werden immer wieder Teilnetzwerke/Exklusive-Netzwerke entstehen. Innerhalb eines Teilnetzwerk können wir besser Werte klären.

  3. Bryan Graf | 7.09.2012 08:47

    Danke für deinen Comment, Fabian. Was meinst du genau mit Bewertungssystem?

  4. Fabian | 7.09.2012 08:25

    Solange wir keine Lösung für ein ordentliches Bewertungssystem im Internet und Social Media gefunden haben – wir es immer Teilnetzwerke wie best of all worlds geben.

  5. Bryan Graf | 30.08.2012 14:51

    Tja, dass die Gesellschaft in 2 Klassen gespaltet ist, ist nun wirklich nicht neu 🙂

  6. Irgendwer | 30.08.2012 14:44

    Ein Elite-Netzwerk?! Frei nach dem Motto: „Hach, ich bin Elite! Ich bin eh was viel besseres als das dumme Fußvolk.“ Kommt, lasst uns die Gesellschaft noch mehr in zwei Klassen spalten! Wir sind so arrogant, wir können es uns ja leisten! 😉

  7. Bryan Graf | 30.08.2012 12:15

    Naja 20’000 Leute kenn ich jetzt nicht gerade und eine Segmentierung kann durchaus Sinn machen. Bei anderen Business- oder Gesellschafts-Clubs kommt man auch nicht so schnell rein, oder es gilt einfach Cash is King. Dies wird nun einfach in die Online Welt übertragen. Ich frage mich allerdings, ob dieses angestrebte Spitzenprozent wirklich ein Bedürfnis hat, einem Newcomer Netzwerk wie diesem beizutreten – die halten sich ja generell eher im Hintergrund… auch Frage ich mich ob bspw. die Bilderberger nicht bereits ein eigenes Social Network haben – oder ob denen gar E-Mail & Telefon reicht…

    Den Zahlen nach ist eine Nachfrage für ein solches Elite Netzwerk da, zumindest für ein paar Tausend – fragt sich auch wie lange der Gründer selbst dem Netzwerk treu bleibt und dieses vorantreibt… Die neue Seite wird höchstwahrscheinlich trotzdem mehr die Jetsetter & Servelat-Promis anziehen und dann wird es in der Tat langweilig wie du geschrieben hast. Bleiben wir gespannt – Potenzial gibt’s vielleicht seitens der Jugend derer – obwohl, sind die nicht alle auf Facebook? 😉

  8. Yves | 30.08.2012 09:51

    Ich sehe keine Zukunft für Networks, die sich von vornherein limitieren. Ist wie so ein „du kommst hier ned rein“ Privatklub. Jeder möchte dort dabei sein, wenn man aber drin ist, stellt man fest, dass man alle schon kennt und es extrem nach Inzucht stinkt. Langweilig!
    Für Werbung ist es vielleicht interessant, da sich die Mitglieder leichter segmentieren lassen. Wenn ich aber 100 mal mehr Mitglieder habe, ist es auch keine Sache seine Zielgruppe anzusprechen.

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