Medium und co. – Revolutionieren Topic Pages Web Publishing?

Was früher handlich und kondensiert in einer Zeitung morgens auf dem Frühstückstisch lag, regnet heutzutags in Unmengen über verschiedenste Endgeräte zu jeder Zeit und an jedem Ort auf uns nieder: „News“. Diese Flut an Informationen, welche täglich über uns hereinbricht, sind wir uns  ja bereits gewohnt und das meiste davon ignorieren wir erfolgreich. Leider wird dabei oft Wichtiges unwillentlich ausgefiltert und Unwichtigeres konsumiert. Topic Pages sollen hierbei eine neue Struktur liefern, welche uns „News“ wieder in erfassbaren Mengen serviert. Doch was steckt dahinter?

Medium, ein Produkt von zwei Twitter-Gründern, soll unseren Medienkonsum revolutionieren. Der Service, welcher bisher erst in der Beta-Version verfügbar ist, zählt sich zur neuen Garde der „Topic Pages“, welche aktuelle Webinhalte nach Themen sortiert präsentieren. Jede Seite von Medium, namentlich „Collection“, präsentiert ein Themenset. Dieser Ansatz soll uns von der chronologischen Konsumation von Informationen hin zur Themenorientierung führen. Alles schön und gut, ABER…

…das war doch alles schon einmal da? Pinterests Photoboards kommen da als erstes in den Sinn. Aber auch Services wie Flickr haben sich in der Vergangenheit bereits der Themenorganisation bedient. Anhand von Tags können Bilder auf der Plattform nach Themen sortiert werden. Der Unterschied zu Medium soll jedoch sein, dass die Themenauswahl vom Service vorgegeben wird. Ein veröffentlichter Artikel wird also zu einem Themengebiet hinzugefügt, und generiert kein neues „Tag“.

Doch dem gewieften Leser brennt hier bereits die Frage nach der Qualität unter den Fingernägeln. Hierfür scheint Medium die Funktion des Ratings zu nutzen: ein grüner „This is good“-Button am Ende der Seite führt zum Resultat in Form einer Zahl von 1-10, welche für die Qualität des veröffentlichten Materials steht. Wie auch bei traditionellen Medien wie 20min.ch könnte diese Funktion die Reihenfolge der veröffentlichten Artikel nach Beliebtheit garantieren und somit eine Auswahl nach empfundener Qualität garantieren.

Eigentlich eine faszinierende Vorstellung, wenn auch nicht komplett innovativ. Ich hätte nichts gegen einen Filter, welcher mir Themen nicht mehr in einem chronologischen Chaos darstellt, sondern säuberlich organisiert und nach Qualität sortiert. Man kann hier wiederum mit der Informaitonsisolation und der befürchteten „Bubble“ argumentieren, da aufgrund solcher Organisationen Themenbereiche vom Nutzer von vornherein ausgeklammert werden können. Jedoch – geben wir’s doch zu – auch bei unserer Frühstückszeitung blätterten wir gut und gerne einmal weiter zum Sportteil, vorbei an Wirtschaft und Politik…

Wer Mitglied bei Medium werden möchte, kann sich bereits mal registrieren, mit Hilfe eines Twitter-Logins. Was genau uns auf der Plattform erwartet kann von aussen nur schwer erfasst werden. Ich bin auf jeden Fall gespannt und hoffentlich bald organisiert informiert.

Sind deines Erachtens Topic Pages wie Medium der richtige Weg zur Strukturierung des Informations-Chaos im Internet? Wie informierst du dich und wie würdest du dies gerne tun? Welches sind deiner Meinung nach die Konsequenzen einer neuen Struktur  für den Web Publisher und für den Leser – und nicht zuletzt für Werbetreibende?

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