News im Eiltempo vom Hudson River Crash dank Social Media

Konventionelle, klassische News-Kanäle haben was die zeitliche Ausbreitung von „breaking news“ betrifft, gegen die neuen Social Media Kanäle keine Chance mehr. Dies zeigt wieder einmal das Beispiel vom Absturz der US Airways im Hudson River von letzter Woche.
Dank YouTube, Twitter, Twitpic und Facebook waren Informationen, Bilder und sogar Videos schon Minuten nach dem Absturz online verfügbar.

1) Youtube-Video
The Coast Guard and National Transportation Safety Board hatte in ihrem Office eine Webcam installiert, die den Absturz mit filmte. Die Organisation stellte den Video wenige Minuten danach auf YouTube und war somit schneller als alle Fernsehstationen (bei 2 Minuten kommt die Maschine ins Bild).

2) Twitter und Twitpic
Janis Krums, der auf einer Fähre war und den Absturz live miterlebte, fotografierte das Flugzeug und postete es mit seinem iPhone auf Twitpic und Twitter. Somit war die Information, dass die Maschine notlanden musste, sowie Bilder des Unfallorts, Sekunden später um die Welt gegangen.

3) Facebook Fangruppe für den Piloten
Kurz nach dem Absturz wurde auf Facebook für den kühnen Captain C.B. Sully Sullenberger eine Fangruppe eingerichtet die nach drei Tagen bereits über 250’000 Fans zählt. Schneller bekannt werden geht sonst wohl kaum.

Was bedeutet das für die klassischen News-Kanäle? Wie können sie da mithalten oder wird die Zukunft des Informierens den Social Media Kanälen gehören?

Gelesen auf Mashable.com.

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12 Kommentare

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  1. Philipp Sauber | 21.01.2009 22:41

    Klar leidet die Qualität bei den schnellen Medien aber das nimmt der Empfänger auch hin. Dafür hat er die Info unverfälscht!
    Ich glaube im heutigen Journalismus ist eine gute Berichterstattung gar nicht mehr möglich, da die Mittel, sprich Geld, gezielt eingesetzt werden muss. Für Recherchen und aufwändige Reportagn zahlt heute niemand mehr, deshalb wird ein Bericht auch nicht vor Ort sondern am PC mit Hilfe von Google erstellt. Und da der Inserartemarkt sowieso kränkelt, wird’s wohl in dem Bereich auch nicht besser werden.
    Ein gutes Beispiel sind die Gratiszeitungen deren Qualität wohl kaum besser ist, als die die wir hier ansprechen.

  2. tin | 19.01.2009 19:41

    Zur Zeit ist twitpic.com offline – Hardware Ausfall. Der Ansturm der letzten Tage auf das ultimative Bild scheint nicht spurlos vorbei gegangen zu sein….

  3. Yves | 19.01.2009 18:49

    @tin: Morgen ist das gleiche in der Printausgabe und es wird noch von viel mehr Leuten angeschaut. Die Qualität wird sich sicher nicht ändern.
    Was ich mit Qualität der Schnelligkeit meine ist zum Beispiel wenn Samuel Schmied eine kurzfristige Pressekonferenz einberuft. Dann erfahre ich das über Twitter (140 Zeichen, keine Bilder) und weiss es praktisch in dem Moment, in dem das Fax rausgeht. Dann kann man mal schauen, um was es gehen könnte und erfährt so ziemlich Zeitnah, dass er zurücktritt. Dies ist die Qualität die ich meine.

  4. tin | 19.01.2009 17:51

    Hoch aktuelles Beispiel http://www.20min.ch/news/zuerich/story/19676980

    Was soll das jetzt an „Aktualität“ bringen, wenn so ein unscharfe Bild von ein paar rumstehenden Feuerwehrleuten und einem Polizeiauto zu sehen ist? Einfach nur peinlich, sowas.

  5. Yves | 19.01.2009 17:09

    @tin: Wo ein Markt gesehen wird, wird auch probiert Geld damit zu verdienen. Dies hat nichts mit der Art des Mediums zu tun. Leute ohne Ethik sind überall zu finden. Die denken so oder so falsch, egal wie schnell.

  6. tin | 19.01.2009 16:45

    Dass es „ein Teil der Gesellschaft so will“ ist mir eine zu dünne Begründung – so kann man alles und jedes legitimieren – es gibt immer und für alles „einen Teil“. Gefragt ist hier eher nach der Ethik der Medien – und bei der vermeintlich geforderten Geschwindigkeit geht ganz offensichtlich das Nachdenken darüber verloren.

  7. Yves | 19.01.2009 16:20

    @tin: Klar hast du Recht mit dem Gaffertum. Aber ein Teil der Gesellschafft will das scheinbar so. Boulvardjournalismus bleibt immer so, ob on- oder offline. Gerade dein Beispiel zeigt es ja deutlich. Das Bild erschien zuerst online auf der Site einer Zeitung und später das gleiche im Print. Darum sage ich, das die verfügbare Zeit nichts mit der Qualität zu tun hat.

  8. tin | 19.01.2009 15:04

    Ich glaube nicht, dass Geschwindigkeit etwas mit Qualität zu tun hat – vielleicht für den Boulevard und das zunehmende Gaffer-Tum. Aber bei so viel Geschwindigkeit sind Persönlichkeitsschutz für Opfer und evtl. auch Täter kaum mehr gewährleistet – wer nimmt sich dann noch die Zeit, die Umstände vorher genau zu klären? Typisches Beispiel war das Bild des verletzten Mörgeli in seinem Auto – einfach nur grässlich.

  9. Yves | 19.01.2009 13:49

    @tin: Ich finde gerade bei News macht die Aktualität einen guten Teil der Qualität aus. Die herkömmlichen Medien haben einfach einen Vorlauf für die Produktion, was aber ncht zwingend mit Qualität zu tun haben muss.

  10. tin | 19.01.2009 11:01

    Und was ist der Gewinn, möglichst schnell, jetzt noch schneller als „Breaking News“ Bilder, Texte und Videos zur Verfügung zu haben? Heisst Schnelligkeit denn auch Qualität? Auf diese Frage habe ich noch nirgends eine Antwort bekommen.

  11. Yves | 19.01.2009 10:20

    Einen wichtigen Aspekt finde ich noch die Nachhaltigkeit der Onlinemedien bezüglich News. Ein heute wichtiges Thema verschwindet sehr schnell wieder aus den traditionellen Medien, während auch Jahre später noch auf die Online Berichterstattung zugegriffen werden kann.

  12. Flo | 19.01.2009 09:53

    Bei diesem Ereignis wurde einmal mehr gezeigt, dass die klassischen News-Kanäle nicht mithalten können. Trotzdem werden sie weiterhin bestehen bleiben und werden die Social Networks einfach als Informationsquellen nützen.

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