Washington: Wählen via Facebook

Bryan Graf, 19.07.2012 4 Kommentare

Facebook Page - Elections 2012 Washington StateFacebook User nutzen das Soziale Netzwerk zum Chatten und teilen von Inhalten, doch schon bald kommt auch das Wählen hinzu. Washington wird der erste US Bundesstaat sein, der es den Einwohnern erlaubt, sich via Facebook zur Wahl zu registrieren.

Die Wähler sollen so zuerst anhand ihrer Basisinformationen identifiziert und danach noch entweder mittels Führerscheinnummer oder der State ID verifiziert werden. Ist der Prozess abgeschlossen, so kann der User seine Stimme abgeben und dies mit seinen Freunden auf Facebook teilen. Technisch gesehen sicherlich clever gelöst – die Pflicht weitere Informationen bekanntgeben zu müssen, dürfte allerdings viele abschrecken. An die App werden so hohe Anforderungen an die Sicherheit und den Datenschutz gestellt. Washington spannt hierfür mit dem im Staat beheimateten Microsoft zusammen, welche die MyVote App programmieren sollen. Die App sollte schon anfangs nächste Woche veröffentlicht werden.

Facebook diente in jüngster Vergangenheit als populäres Medium für politische Aktivitäten. Erst kürzlich gab so auch CNN die Kooperation mit Facebook zur US-Präsidentenwahl bekannt, um das politische Thema und die Gespräche / Diskussionen rundherum auch vermehrt auf den News Feeds der Nutzer stattfinden zu lassen. Mit dem Schritt Washingtons, richtet man sich so stark nach den jüngeren und technisch versierteren Wählern aus, welche allerdings einen wachsenden Teil der wahlberechtigten Bevölkerung darstellen.

Washington ist nur einer von 13 Staaten der eine online Wählerregistrierung erlaubt. Gemäss dem National Journal wurden bisher 475’000 Registrierungen via Online System vorgenommen. Zwischen 2010 und 2011 waren 62% der neu registrierten Wähler unter 34 Jahren. Facebook’s Wählerregistrierung wird diese Zahlen wahrscheinlich verbessern. Das heisst jüngere Wähler die, sollte der Trend weiter anhalten, höchstwahrscheinlich einen demokratischen Kandidaten wählen würden. Gute Neuigkeiten für die Demokraten des Staates und sollte sich dieses Projekt als erfolgreich erweisen, so wird sicherlich der eine oder andere Staat ähnliche Initiativen ergreifen. Und da die USA nach wie vor noch führend im Bereich Social Media sind, wäre ein Trend dieser Art in Europa durchaus vorstellbar.

Was meint Ihr dazu? Wäre so etwas in der Schweiz realistisch? Würdet ihr eure Stimme auch über eine Facebook App geben und euch den Weg zur Wahlurne oder das mühsame Ausfüllen und Abschicken der Unterlagen sparen?

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4 Kommentare

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  1. Bryan Graf | 23.07.2012 13:25

    Hi Lars. Besten Dank für dein Schreiben und die Richtigstellung, stimmt natürlich – die direkte Wahl gibts (noch) nicht. Habe den Lead dementsprechend angepasst.

  2. Lars | 21.07.2012 18:11

    Woher hast du die Information, dass man über Facebook in Washington auch wählen kann? Die englischsprachigen Quellen sprechen nur davon, dass man sich über Facebook für die Wahl registrieren kann – vom Wahlvorgang selbst ist keine Rede.

  3. Bryan Graf | 19.07.2012 13:10

    Wieso sollte dies nicht über ein SOCIAL Network geschehen? 🙂 Wahlpropaganda liegt auch in meinem Briefkasten, auch wenn ich klar ein ‚Bitte keine Werbung‘ darauf habe, vielleicht sollte ich noch eine Ergänzung ‚Bitte keine Wahlpropaganda‘ anbringen. Auch das Heftli in den Abstimmungsunterlagen gibt immer die Empfehlung des Bundesrates ab; empfinde ich teils auch als Beeinflussung.

    Ich war früher überzeugter Urnengänger, wechselte dann ebenfalls zur Briefwahl aber konnte vor einiger Zeit feststellen, dass jetzt gar dies mir zu müssig wird. Mittels klick ginge die Sache um einiges schneller, ein weiterer Vorteil ist die Zeit- und Ortsunabhängigkeit. Und da ich – sowohl in der Freizeit und auch unterwegs – nicht nur beruflich bedingt in den Social Networks unterwegs bin – why not? 🙂 Klar, Faulheit ist sicher kein Argument; wir sollten natürlich froh sein, überhaupt wählen zu dürfen… Aber da ich in FB eben mit persönlichen Freunden verbunden bin, macht es dies mir einfacher, meine Empfehlung (wie ich auch Empfehlungen für andere Dinge abgebe) an Unschlüssige zu geben.

  4. Yves Moret | 19.07.2012 10:34

    Abstimmen über das Internet wär ich sofort dabei. Allerdings sicherlich nicht über Facebook. Wieso sollte dies über ein Social Network geschehen? Dient ja nur der Wahlpropaganda. Für das gibt es andere Mittel und Wege. Zum Beispiel sich mit den Wählern vor den Wahlen austauschen.
    Facebook wär mir in Sachen Datenschutz zu grenzwertig um meine Stimme darüber ab zu gebenl. Ausserdem bin ich auf Facebook eher mit persönlichen Freunden verbunden und die können mich abschätzen, was ich stimmen werde.

    Im weiteren wird es noch lange dauern, bis die Schweizer vorwiegend über das Internet abstimmen. Die Briefwahl gibt es schon lange, ich nutze es seit je her. Dennoch ist die Wahlbeteiligung physisch an der Urne sehr hoch. Ich möchte das nicht mal schlecht reden. Vermutlich wird überlegter gewählt, wenn man einen gewissen Aufwand zur Stimmabgabe betreibt. Die Auseinandersetzung mit der Materie braucht ja auch Zeit und wenn man sich nicht damit auseinandersetzt, dann sollte man auch nicht stimmen. Meine Meinung.

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