Warum Online Agenturen vor einer grossen Chance stehen

Die klassische Werbung schaut einem harten Jahr entgegen. Dies war unter anderem in der Woche im Cash zu lesen.
Das wird auch die Internet-Werbung treffen. Erstens wegen der aktuellen Wirtschaftlage und zweitens weil im Web, und gerade dort, die Unterbrechungs-Werbung (Banner etc) immer weniger goutiert werden. Eine Chance für die Agenturen, allerdings eher für die Online Marketer als für die Klassiker.

Seit etwa 2000 erleben wir einen Wandel im Marketing, der von den Marketer Flexibilität und schnelle Anpassungsfähigkeit erfordert. Dass hier die klassischen Werber mit Ihren starren Führungsstrukturen ins Schleudern kommen ist offensichtlich. Sagt der Art Director grün, machen alle grün. Schreit er nach links, laufen alle nach links. Klar, dass hier Innovationen und schnelle Reaktionszeiten nur eine kleine Chance haben.

Die Online Marketer
Im Online Marketing und in den Online Agenturen sieht das anders aus. Die fachliche Hierarchie ist flach, vom CEO bis zum Sachbearbeiter kann sich jeder einbringen. Denn dort weiss man, dass Ideen und Innovationen nicht nur von einer Person aus kommen, das Internet ist viel zu komplex und ändert sich laufend. Aber auch im Online-Markt werden nur die einen als Sieger aus der bevorstehenden Wirtschaftslage herausgehen.
Das klassische Unterbrechungs-Marketing hat ausgedient, Banner-Werbungen werden als störend betrachtet und verlieren an Wert. Dies wirkt sich stark auf die Art aus, wie im Internet um User geworben werden kann. Die User definieren sich selber, gehören Gruppen und Communities an und erlauben nur zielgerichtetes Marketing. Aufmerksamkeit erlangt man nicht mehr über Nacht. Aufmerksamkeit will hart erarbeitet sein und baut sich über eine längere Zeit auf. Der Konsument nimmt einen Service an und gibt im Gegenzug seine Aufmerksamkeit hin. Wird er zu stark bedrängt, sucht er sich den Service woanders.

Diese Art von Marketing erfordert spannende Ideen (die INM hat u.a. mit dem Gentlemen Game ein solches Projekt gestartet) und die Bereitschaft zu Experimenten. Zudem, und das ist der Vorteil der Kunden, sind die Kosten im Vergleich zu Banner-Werbung gering.

Wem es also gelingt, diese Herausforderung zu meistern, wird am Ende der Baisse als Gewinner da stehen. Nur wem gelingt das? Und wird es für die Klassiker tatsächlich so viel härter sein als für die Online Marketer?

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6 Kommentare

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  1. XAVA Media | 14.04.2010 12:03

    Das mit der flachen Hierarchie trifft aber nur auf kleine bis mittlere Agenturen zu. Mit der Größe verändert sich auch automatisch die Organisationsstruktur des Unternehmens.

  2. Volker Hevler | 12.01.2009 17:27

    Interessant in diesem Zusammenhang scheint mir TRAWLIX zu sein (http://www.trawlix.de/). Ein interessantes Konzept mit Potential für sichtlich mehr. Es verbindet junge Kreative und Marken ueber das Web per Projekt. Kostengünstig und effizient.
    Interview unter http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/457992

  3. Philipp Sauber | 12.01.2009 16:46

    @Christian dass die fachliche Hierarchie bei einer klassischen Werbeagentur klar vom AD angeführt wird, wirst Du auch so sehen, oder? Dass es Webagenturen mit solchen Führungsstrukturen gibt, wage ich zu bezweifeln, mindestens kenne ich keine. Und das ist genau der Punkt, welche ein agiles Handeln erschweren.

    @John & Pedro bin gespannt ob unsere Prognosen so eintreffen werden.

  4. Christian Müller | 12.01.2009 13:19

    Ich glaube nicht, dass die Hierarchie durch klassische Werbeagenturen oder Onlinewerbeagenturen vordefiniert ist.

  5. Philipp | 12.01.2009 10:06

    Klassiker oder nicht, die Frage ist, wie werden sich die Spendings verändern. Und wenn man da den Inseratemarkt anschaut, gehen wir üblen Zeiten entgegen.
    Klar dass da Innovationen gefragt sind und auch klar dass da die Klassiker super schwerfällig sind was die neuen Medien betrifft.

  6. John | 12.01.2009 09:57

    Die jetztige Situation wird die Spreu vom Weizen trennen. Das ist immer so in wirtschaflich schweren Zeiten. Aber ganau das ist die Chance für die guten Agenturen.

    Die Klassiker werden es meiner Meinung nach auch schwer haben, da sie einfach zu schwerfällig und zu wenig flexibel sind. Doch es wird bestimmt Aussnahmen geben und die werden schlussendlich zu den Gewinnern zählen.

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