Erfolgreiche Tätersuche dank Facebook

Facebook zählt in der Schweiz bereits über eine Million User und kann sogar erfolgreich als Fahndungsinstrument verwendet werden, wie ein Beispiel aus Bern zeigt.

In der Silvesternacht kam es nach Mitternacht in der Stadt Bern zu einer Auseinandersetzung zwischen jungen Leuten. Dabei wurde einer Person mit einem Messer an der Stirn verletzt. Die Täter konnten unbekannt flüchten. Die Opfer wollten daraufhin Anzeige bei der Polizei erstatten, diese zeigte sich zu Beginn jedoch wenig kooperativ. Die Opfer fühlten sich im Stich gelassen.

Daraufhin gründeten die Opfer eine Facebook Gruppe mit dem Titel „Tätersuche Messerstecherei Rosengarten 31.12.08 / 01.01.09″. Die Opfer forderten den Bekanntenkreis auf weitere Leute einzuladen und schnell waren über 1000 User in der Gruppe vertreten. Heute sind es bereits 2560 Mitglieder. Für Hinweise, die zum Täter und zu dessen Überführung führen, bezahlen die Gründer der Gruppe eine Belohnung in der Höhe von 3000 Franken.

Der Aufruf zeigte anscheinend Wirkung, den mehrere Personen haben den mutmasslichen Täter angezeigt. Die Polizei zeigte sich inzwischen auch hilfsbereiter als noch kurz nach dem Ereignis. Ob es sich wirklich um den Täter handelt, hat die Polizei aus ermittlungstechnischen Gründen nicht bekannt gegeben. Die Polizei äussert sich zurückhaltend über den Facebook-Fahndungserfolg und bestätigt auch nicht, dass der mutmassliche Täter Dank Facebook gefasst werden konnte.

Eignet sich Facebook für die Tätersuche und müssten die Polizei stärker auf die elektronischen Medien setzten? Oder wird durch Facebook die Selbstjustiz gefördert?

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4 Kommentare

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  1. René | 9.01.2009 15:07

    Der Erfolgt hängt meiner Meinung nach nicht von der Belohnung ab. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr die Stärke von Social Network.
    Wie Martin schreibt sehe ich auch Gefahren bei solchen Aktionen. Sollte es jedoch einmal problematisch werden, könnte Facebook eingreifen und die GRuppe einfach löschen.

  2. Christian Müller | 9.01.2009 14:20

    Der vermutete Erfolg dieser Aktion liegt wohl in der Höhe der ausgeschriebenen Belohnung begründet, jedenfalls also ein effizientes Mittel zur Realisierung von schnellen Resultaten. Facebook könnte solche Steckbriefaktionen sogar selbst zur kommerziellen, eigenen Finanzierung auf Provisionsbasis nutzen, oder spricht etwas dagegen.

  3. Mäde | 9.01.2009 10:06

    schliesse mich martin an. in diesem fall mag es gut gegangen sein, doch der missbrauch liegt zimlich nahe. ich bin mir aber sicher, dass dies nicht die letzte aktion gewesen sein wird.

  4. Martin Hunkeler | 9.01.2009 09:59

    Die Sache ist ein zweischneidiges Schwert. Diesmal mag es vielleicht gut gegangen sein. Ausserdem haben sie wohl von der Erstmaligkeit dieser Aktion profitiert. Wenn die Polizei sämtliche Zeugenaufrufe auf Facebook publizieren würde, wäre der Reiz des Neuen ziemlich schnell weg und es würde sich wieder niemand mehr dafür interessieren. Auch bin ich der Meinung, dass Körperverletzung ein Offizialdelikt ist, dem die Polizei sowieso nachgehen muss, ob Anzeige erstattet wird oder nicht. Facebook würde die Selbstjustiz auf jeden Fall fördern. In diesem Stil gebraucht, würde es wohl auch zum idealen Mobing-Tool.

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