Google+ History – Die API die Geschichte schreibt?

Google+ History - Die API die Geschichte schreibtSeit letzte Woche die  Entwicklerkonferenz Google I/O 2012 stattfand, überrascht der Suchmaschinenriese bald täglich mit neuen Features und Ankündigungen. Ein neuer Dienst, der offenbar schon sehr weit gediehen ist, ist Google+ History. Meiner Meinung nach wird dies ein grosser Schritt für das Social Web sein. Warum ich das sage, lest ihr hier.

Obwohl ich Google+ gar nicht gerne mit Facebook vergleiche, muss ich doch zuerst  nach Facebook schielen, um die Tragweite von Google+ History sichtbar zu machen.

Seit ein paar Monaten hat Facebook ja für die einzelnen User die Timeline ausgerollt. Das Herzstück dazu ist Facebook OpenGraph. In dieser API wird eigentlich gesteuert,  was die User auf Facebook publizieren und können und wie dies von statten geht.  Auch wird gesteuert, wie z.B. Apps von Handys Bilder, Statis und anderes auf Facebook teilen können.
Nun hat Facebook dies so eingerichtet, dass gewisse Anwendungen standardmässig ohne Interaktion des Users dauernd in die Timeline posten. Nehmen wir zum Beispiel Spotify.  Diesen Dienst kann ich so konfigurieren, dass er konstant alles nach Facebook postet, was ich mir an Musik über Spotify anhöre. Ich brauche dies dem Dienst nur einmal zu erlauben.
Dies führt auf Facebook zu einer Schwemme von Postings, die die Freunde zunehmend als Last empfinden könnten. Wenn jeder Musiktitel, jedes „Gefällt mir“ und jedes Foto in Facebook gepostet wird, dann interessiert es bald niemanden mehr.

Dies ist der eigentliche Grund, wieso Google+ noch immer keine vollständige API freigegeben hat. Google will verhindern, dass Google+ zur Müllhalde von automatisierten Posts wird.
Hier setzt nun Google+History ein. Die Applikationen von Drittanbietern werden eine API bekommen, in der das Sharen mit Google+ zwar problemlos möglich ist, allerdings landen die Postings nicht direkt im Stream der Timeline, sondern werden zuerst mal in einem Container (ich sag dem mal so) namens History abgelegt. Dort sieht sie nur der User (und Google, wozu ich später noch komme).  Ich habe mir mal einen Entwicklerzugang gegönnt, um die Sache mal auszuprobieren. Hier mal einen Blick in meinen Geschichtscontainer:

Google+ History API

Ich habe also am 30. Juni eine App in Google Play gekauft, am 1. Juli einen Artikel auf Silodrome mit +1 versehen und 2 YouTube Videos angeschaut. Beide waren übrigens auf Webseiten eingebunden. Der Le Mans Video auf der Seite, für die ich auch +1 gegeben habe.
Jetzt habe ich also meine Aktivitäten hier abgebildet und kann selektiv entscheiden, was ich nun nach Google+ teilen will. Fahre ich mit dem Mauszeiger darüber, kann ich auf Teilen klicken und es öffnet sich der bekannte Share Dialog von Google+.

Mit diesem Tool entsteht in meinen Augen ein wunderbares Werkzeug mit Vorteilen für alle Beteiligten. Als User bestimme ich immer selber, was ich share und bin mir dessen auch immer bewusst (wenigstens besteht die Chance dazu), App Entwickler bekommen eine API und Google bekommt alle Daten, ohne dass das Netzwerk ganz zu gemüllt wird.  Das heisst, sie haben alle Informationen, auch die, die ausser dem Inhaber des Profils niemand sieht.

Ich finde es ziemlich elegant, wie Google probiert, ihr Social Network vor einer Überflutung von sinnfreiem Content zu schützen. Dadurch werden sie es hoffentlich schaffen, die Relevanz der Beiträge auf Google+ weiterhin hoch zu halten. Dennoch werden sie ihre User immer besser kennenlernen und dementsprechend auch alle ihre Dienste weiter auf die User zuschneiden können.

Ich bin gespannt wie sich das weiterentwickelt und zugleich fasziniert von der Einfachheit dieser Lösung. Schade warten wir nun schon über ein Jahr auf eine API.
Was meint ihr dazu? Gut oder schlecht? Andere Ideen? Wie immer bin ich gespannt auf euer Feedback, egal auf welchem Kanal.

Weiterempfehlen

image description

Kommentieren

Keine Kommentare

image description

Kommentar schreiben

Please copy the string otdJjP to the field below: