Google+ API – Der Knackpunkt für Googles Community?

Yves Moret, 20.06.2012 5 Kommentare

Google+ API

Obwohl Google immer mehr Dienste mit Google+ verknüpft und ihr Social Network immer weiter ausbaut, mehren sich die Leute, für die Google+ einfach eine gefühlte Geisterstadt ist. Ob das so ist oder nur so anfühlt sei mal dahingestellt. Wo liegen die Gründe für dieses Gefühl?

Schon beim Start von Google+ war eigentlich klar, das Google grosses  vor hatte mit Google+.  Bereits am Anfang waren schon mal die Fotos und die Profileinstellungen ganz schön verzahnt mit dem Dienst. Nach und nach wurden andere Dienste nach und nach immer mehr verknüpft. Alleine in den letzten Tagen wurden die ehemaligen Google Places mit Local in Google+ integriert und erst gestern wurde Google Map Maker gelauncht.  Mit dem Map Maker können User selber Orte in Places erstellen oder modifizieren. Google möchte offenbar mit Croudsourcing ihr Kartenmaterial aufwerten. Ist noch spannend, wenn man weiss, dass Apple offenbar für sein iPhone einen eigenen Kartendienst aufbauen will. Dies aber nur am Rande. Diese Geschichte ist wohl ein separater Post wert.

Ebenfalls gestern wurde von Google an der LeWeb Konferenz in London auch bekannt gegeben, dass  man mit Flipboard zusammenarbeiten will.  Demnächst sollen Google+ User den Stream in Flipboard integrieren können.

Dies alleine ist eigentlich noch nicht der spannende Teil der Geschichte.  Der Punkt ist, dass Google seine API nur zögerlich öffnete. Es wurden bisher eigentlich nur Leserechte über die API zu Verfügung gestellt. Dies soll sich nun ändern. Flipboard wird jetzt immerhin Lese- und Schreibrechte für Kommentare und +1  bekommen. Schreibzugriff auf Beiträge in G+ soll es aber weiterhin noch nicht geben.

Warum ist dies nun so wichtig? Mit seiner restriktiven Politik um seine API versucht Google zu verhindern, dass ihr Social Network mit Spam und wenig relevanten Statusmeldungen geflutet wird.  Wenn man Facebook so anschaut, ein Faktor der durchaus nachvollziehbar ist.
Jetzt ist es aber genau dies, an dem Google+ krankt. Wenn ich jetzt zum Beispiel ein Foto in mehrere Soziale Netzwerke schicken möchte, mach ich das vom Handy aus über eine App. Diese schlägt mir vor, mein Foto doch mit z. B. Twitter, Facebook und Flickr zu sharen. Kein Problem, geht einfach in einem Wisch. Nun will ich dies aber in mein Profil bei Google+ teilen. Dies ist zwar nicht schwierig, geht aber nur über die Google+ App und ich muss dies separat  bewerkstelligen.

Hier sind wir genau beim Grund, wieso Google+ als Social Network nicht mehr genutzt wird. Es gibt keinen Grund, wieso ich ein Foto extra  nach Google+ schicken soll, wenn ich es mit einer anderen App schon überall verteilt habe. Dies ist genau die Krux an der Google+ leidet. Wird die API zu Verfügung gestellt, ist das sharen dann so einfach, dass die Plattform mit all dem Mist geflutet wird, den man eigentlich schon bei Facebook nicht sehen oder hören will. Wird sie nicht geöffnet, wird Google+ kaum an Popularität zulegen.

Ich hoffe jetzt mal, dass die Geschichte mit Flipboard ein Anfang ist. Wie seht ihr das? Nutzt ihr Google+? Wenn nein, was stört euch? Was könnte Google tun, um die Community auf Google+ auszubauen? Wie immer freue ich mich auf eine angeregte Diskussion.

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5 Kommentare

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  1. Yves Moret | 22.06.2012 15:59

    @reto
    Genau, wenn ich spannende, interessante Inhalte will, gehe ich auf Google+. Um die Langweile zu bekämpfen hat sich Facebook nicht gerade bewährt. 😉

    Nein im Ernst. Google+ finde ich wirklich das spannendste Netzwerk. Ist allerdings noch zu geekig für die Masse. Ich denke aber, das wird sich in den nächsten Monaten noch stark ändern, wenn ich sehe wie fleissig Google seine anderen Dienste an Google+ knüpfen.

    Facebook und Twitter hinken da immer mehr nach. Aber eben, zuletzt werden es die User entscheiden. Für mich gehts auch ganz gut parallel.

  2. Nicolas | 22.06.2012 10:04

    Problem ist momentan, dass alle Beiträge und Informationen auch bei Twitter zu finden sind. Im Normalfall findet aber vorallem beim Thema Online Marketing bei Google+ die besseren und interessanteren Diskussionen statt. Für den normal User ist es einfach noch zu früh, denke aber mit mehr Android Telefonen wird es auch mehr Google+ User geben.
    Die API hat zwei Seiten, Google möchte wahrscheinlich, dass alle die Google+ App nutzen und nicht über 3. Services arbeiten. Diese Strategie hat Vor- und Nachteile.

  3. Reto Hartinger | 20.06.2012 19:32

    Google gähn benutze ich nur wenn ich ganz gelangweilt bin – und ich poste nur, lesen tu ich nix

  4. Yves Moret | 20.06.2012 09:28

    Mmmmh, an der Kreativität der Nerds liegt es ja nicht bei Google. Es wäre an der Zeit, dass diese Kreativität mal auf die „Normaluser“ überspringen kann. Zu diesem Zweck müssten eben einfache Anwendungen und Prozesse her. Dies geht eben nicht ohne API.

  5. Eva Ihnenfeldt | 20.06.2012 08:46

    Ich stimme Dir vollkommen zu. Der Knackpunkt liegt bei den fehlenden Zusatzdiensten, die ja Twitter so umwerfend gemacht haben. Man muss die Kreativität der Nerds gewinnen, bevor diese sich endgültig einer anderen Alternative zuwenden.

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