Klout Score als Faktor für die Suchmaschine

Im Moment wird auf dem Netz wieder ziemlich kontrovers über den Klout Score diskutiert.  Meist kommt Klout dabei nicht gut weg. Ich oute mich jetzt mal und gestehe, dass ich durchaus auch positive Seiten sehe.  Welche das sind, erfahrt ihr in meinem heutigen Artikel.

Klout ist also ein Dienst, der die Benutzeraktivitäten in den Social Networks misst, alle Daten schön zusammensammelt und am Schluss eine Zahl ausspuckt, die die soziale Vernetzung auf dem Internet repräsentieren soll. Mehr Details dazu, findet ihr in einem älteren Artikel von Christian Mäder  hier in diesem Blog.

Das ganze System von Klout macht natürlich schon ein wenig einen anrüchigen Eindruck und die Datenschützer werden wohl keine Freude daran haben. Es werden ja Daten benützt, ohne dem Wissen der jeweiligen Nutzer. Ich denke aber, mit dem sollte man als Benützer von Facebook und Co zu Recht kommen.  Immerhin haben die Sozialen Netzwerke genau den Sinn, Daten zu teilen.

Wo sehe ich die Vorteile?

Folgende Punkte machen Klout zu einem geeigneten Werkzeug, um den Einfluss einer Person in den Social Networks einschätzen zu können. Ich sage bewusst, einschätzen. Selbstverständlich wird der Klout-Score von Maschinen berechnet. Dies bedingt immer, dass wir unser menschliches Hirn nicht ausschalten sollten.  Sobald der Klout-Score als einziges in die Waagschale geworfen wird, kann nur eine suspekte Geschichte dabei rauskommen.

  • Der Klout Score berücksichtigt einige Social Networks und misst den True Reach (Reichweite) in allen angemeldeten oder zusammengeführten Netzwerken.
  • Es werden nicht nur die Follower oder Freunde gezählt, sondern der Schwerpunkt liegt auf der Interaktion und den  Aktivitäten in den jeweiligen Communities. Das heisst, um seinen Klout Score in die Höhe zu treiben, ist mehr nötig, als nur Freunde zu sammeln.
  • Es fliesst auch die „Qualität“ der Follower in den Klout Score ein.  D. h. wenn ich zum Beispiel einen Link in einem Tweet verschicke und dieser wird von jemandem mit einem höheren Klout Score weiter vertwittert, dann kommt dies meinem Klout Score zu gut.

Klout als Ranking Faktor für Suchmaschinen

Natürlich ist es falsch, wenn sich Unternehmungen für den Bewerber mit dem höchsten Klout Score entscheiden. Ich denke auch nicht, dass dies wirklich an der Tagesordnung sein wird.

Vielmehr sehe ich den Klout Score als Ranking Faktor für Suchmaschinen.  Das mag vielleicht auf den ersten Blick abwegig sein, lasst es mich aber kurz erklären.

Suchmaschinen haben alle dasselbe Problem. Sie sollten bestehende Sites so bewerten, dass der Internet User in den Ergebnissen die Sites findet, die ihm wirklich die gesuchten Informationen bieten.  Dies automatisiert zu erledigen ist gar nicht so einfach und es braucht komplizierte Algorithmen dazu. In der Vergangenheit war bei Google sehr wichtig, wie stark eine Site innerhalb des Internets verlinkt war.  Die Links, die von anderen Sites auf die eigene Site zeigten (Backlinks), waren verschieden stark, je nachdem, wie die Sites wiederum verlinkt waren.
Nun haben die Suchmaschinen das Problem, dass solche Verlinkungen  künstlich aufgebaut werden können. So ist es möglich, dass auf einmal Sites mit schlechtem Inhalt, dafür aber mit guten, gekauften Backlinks in den Suchergebnissen gut ranken können.

Dies liegt natürlich nicht im Interesse des Users und somit auch nicht im Interesse der Suchmaschinenbetreiber. Google ist nun seit circa zwei Jahren dran, sich vom System der Backlinks zu trennen.  Die Suchmaschine ist in dieser Zeit um einiges schlauer geworden was Semantik anbetrifft und kann schon ziemlich gut den schlechten Content vom guten unterscheiden.  Das heisst, man ist nicht mehr so stark auf die Empfehlungen durch die Backlinks angewiesen, um die Qualität einer Website zu messen. Dafür ist ein neuer massgebender Faktor am Horizont erschienen. Die Social Networks. Hier geschehen Dinge, die Google nicht richtig messen kann und so können dort Trends entstehen, die an der Suchmaschine vorbei gehen könnten. Man bräuchte also ein Werkzeug, um die Bewegungen in den Social Networks zu messen.

Ihr ahnt es? Genau hier sehe ich den Einsatz von Klout oder einem ähnlichen Dienst. Ein Klout Score sagt sehr viel über die Qualität einer Linkempfehlung aus und würde sich gut als Ranking Kriterium für eine Suchmaschine eignen. Zudem ist er nicht gerade leicht zu manipulieren.

Wie steht ihr dazu? Bedeutet euch der Klout Score was? Achtet ihr drauf? Was meint ihr, könnte der Klout Score mal einen Einfluss auf Suchmaschinen haben? Freue mich euer Feedback, hier  oder auf einem anderen Kanal.

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12 Kommentare

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  1. Yves Moret | 24.05.2012 08:15

    @Philipp
    Themenrelevanz wird ja bei den Suchmaschinen immer wichtiger. Bei Klout habe ich immerhin die Chance, selber die für mich relevanten Themen anzugeben und diese durch +K von anderen noch stärker zu machen. Gebe ich ein Thema an, dass für mich wenig relevant ist, bekomme ich keine +K und dann bist zu ziemlich bald kein Influencer mehr für dieses Thema. Aus SEO Sicht ist dies natürlich eher Suboptimal, Google wird dieses System aber lieben.

    @Sam
    Gehen am Ort sollte ja für Foursquare Junkies nichts neues sein. Die Tipps und sonstigen Aktivitäten haben ja Einfluss auf den Score und blindes Einchecken würd ja auch keinen Sinn ergeben.

  2. Sam Steiner | 24.05.2012 00:33

    Wenn es Foursquare-Aktivitäten einbezieht, dann ist für mich die Grenze leider gekommen. Wie beeinflusst ob ich Foursquare nutze oder nicht meinen „Influence“? (Es bringt Klout-Junkies nur dazu, wie wild Foursquare zu nutzen. Man liest sich oft nicht genug hinein, um zu erfahren, das einfache Checkins keinen EInfluss haben (immerhin). Beobachtet in meinem Umfeld.).

  3. philipp | 23.05.2012 21:50

    entscheidend bei dem link-geber ist sein thema. wenn ich ein seo experte bin und dann einen link auf eine site absetze, die das thema minigolf hat, dann bringt das weniger als wenn ich eben eine site mit dem thema seo anlinke. der faktor wir beim klout score noch zu wenig automatisiert erhoben.
    guter post, btw!

  4. Christoph Meyer | 23.05.2012 12:30

    @Yves Moret

    Stimmt, Inhalte sollten für die Menschen, nicht das Ranking produziert werden. Für die eigene Analyse des Accounts hätte ich mir dann aber doch gewünscht, zu sehen, welche Aktion wann welchen Einfluss hatte und da ich nicht mit einer grossen Masse von Leuten arbeite, interessiere ich mich fürs Detail.

  5. bluetime | 23.05.2012 12:26

    danke für diesen interessanten artikel, endlich weiss ich, was das zeug überhaupt tut/ist :-))

  6. Yves Moret | 23.05.2012 11:01

    @Christoph Meyer

    Die Intransparenz der Berechnungsgrundlagen sehe ich eher als Vorteil. So kann das System weniger missbraucht werden und man kann eher davon ausgehen, dass der Score wirklich die Realität wiederspiegelt. Auch die Zeitverzögerung halte ich nicht für tragisch. Ich lass mir ja nicht vom Tool diktieren, wie ich in den Sozialen Medien gerade agiere. Mit dieser Trägheit fällt es einem leichter, konsistenter und nachhaltiger zu agieren.

  7. Derek Finke | 23.05.2012 10:55

    Ich bin auch Klout-User und finde die Idee dahinter gar nicht schlecht. Bildet es doch ein ganz gutes Messinstrument für die Dinge, die man online so treibt. Und falls es tatsächlich in den Suchmaschinen stärker berücksichtigt wird, soll mir das nur recht sein.

  8. Christoph Meyer | 23.05.2012 10:34

    Seit einer Woche bei klout.com angemeldet, ist es für mich nicht ganz ersichtlich, wie mein „score“ genau bemessen wird. Mein subjektiver Eindruck deckt sich nicht mit der berechneten Punktzahl. Ausserdem hat das Ding eine Zeitverzögerung und so stimmen die Bewertungsparameter nicht mit dem überein, was zum Beispiel auf Twitter los ist. In meinem Fall ist das unschön, aber nicht weiter tragisch, Ich stelle mir jedoch vor, dass Seiten, die von Aktualität leben, darunter leiden.

    Weiter finde ich es erstaunlich, dass klout noch kein Thema gefunden hat, in dem es mich einordnen will, sondern das mir überlasst.

    Obwohl ich nicht ganz einsehe, wie klout denn den sozialen Einfluss mit dem momentanen Stand des Dienstes messen kann, bringt es mir doch einige Denkansätze, die ich aber dann selbst weiter spinnen muss.

  9. Yves Moret | 23.05.2012 10:01

    @skubo

    Im Prinzip nein. Bei Chuck Norris steht dafür dein Name bei den Influencern. 😉

  10. Skubo | 23.05.2012 09:58

    Muss ich mir Sorgen machen, wenn bei den Klout-Influences „Chuck Norris“ steht?

  11. Yves Moret | 23.05.2012 09:36

    Bis jetzt wird der Klout Score auch noch keinen Einfluss haben. Ich denke aber, dass ziemlich bald was in diese Richtung geschehen wird. Google kann es sich nicht mehr lange leisten, den Usern Content vorzuschlagen, der einzig und alleine auf der Grundlage von Backlinks als gut gewertet wird. Im ganzen Social Media Fieber muss vermehrt die menschliche Komponente reinspielen und das Ranking muss auf Empfehlungen von Personen ausgerichtet sein, nicht auf die von Sites.

    Bei der Berücksichtigung eines solchen Parameters könnte man auch vermeiden, das mal kurz 10K Links in den Sozialen Netzwerken von fleissigen Chinesen bereitgestellt werden. 😉

  12. Webdesign-Blog (Heiko) | 23.05.2012 09:12

    Als Nutzer der ersten Stunde von Klout finde ich die Idee dahinter durchaus nützlich. Das dieses Tool bzw. ein hoher Klout Score allerdings Einfluss auf’s Ranking haben soll bezweifle ich. Denn wenn der Score bereits steigt nur weil ich mich mit einem anderen Anbieter wie bspw. Facebook via Klout verbinde oder mich bei einem anderen Netzwerk registriere und mich dann darüber mit Klout verbinde, finde ich dies sehr merkwürdig. Außerdem „bestraft“ Klout Inaktivität sehr stark, meiner Meinung nach zu stark. Daher ist es für mich, wie viele andere Anwendungen leider nur eine Spielerei, der ich keinen wirklich Mehrwert abringen kann.

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