London Olympics 2012 – Fotos auf Facebook posten eine Straftat?

Gestern habe ich meinen Neujahrsvorsatz eingelöst und war das erste Mal joggen. Nach 10 Minuten habe ich allerdings kläglich aufgegeben. Ich werde mich womöglich lieber hinter den Bildschirm klemmen und kommenden Sommer bei der Fussball-EM und den Olympischen Spielen mitfiebern. Dass die Fifa rigoros die Interessen ihrer Wettkampfsponsoren zu wahren versucht ist bekannt, nun droht allerdings auch Olympiafans die Social Media-Abstinenz.

Die Olympischen Spiele in London werden seit geraumer Zeit auch als die ersten „Social Media Olympics“ beworben. Geplant ist eine starke Einbindung von sozialen Medien, wobei die Berichterstattung über die Plattformen allerdings nicht aus der Hand gegeben wird. Hintergrund einer regelrechten „Verbotspolitik“ ist der britische Gesetzgeber. Dieser hat im Vorfeld der Londoner Spiele 2006 den „London Olympic Games and Paralympic Games Act“ verabschiedet, welcher den „Olympic Symbol Protection Act“ von 1995 ergänzt und so strikte Schutzrechte für die offiziellen Sponsoren vorsieht. Die Organisatoren fahren somit aber eher eine – im wahrsten Sinne – „antisoziale“ Schiene.

Auch Athleten und Fans betroffen

Nebst Geschäften, welche beispielsweise nicht mit Wortkombinationen à la „2012 Games“ werben dürfen – was zum Teil nachvollziehbar ist – betreffen diese Regelungen auch die Sportler. So ist es beispielsweise den Athleten nicht erlaubt, Fotos von sich zu posten, auf denen Logos von Nichtsponsoren erkennbar sind. Auch ist es untersagt Videos online zu stellen oder Audioaufnahmen zu verbreiten.

Der strikte Umgang mit den Vermarktungsrechten macht auch vor Fans nicht halt. Besuchern eines Wettkampfes ist es untersagt, Geschehnisse zu filmen oder zu fotografieren und diese Inhalte ins Netz zu stellen. Nebst der Wahrung der Markenexklusivität soll so vor allem auch die Verhinderung einer kommerziellen Nutzung dieser Bilder erzielt werden. Wer eines dieser Gesetze bricht, begeht eine strafbare Handlung, welche strafrechtlich geahndet wird.

Vollumfängliche Kontrolle eher unwahrscheinlich

Dass die Social Media Plattformen wirklich rigoros nach Fotos durchforstet werden ist wohl rein schon aufgrund der Menge und des damit verbundenen Aufwandes eher unwahrscheinlich. Trotzdem hat man in der Vergangenheit schon etliche Horrorgeschichten von Präzedenzfällen lesen dürfen, wobei Einzelverstösse hart bestraft wurden. Daher sei es den anreisenden Fans empfohlen, sich zweimal zu überlegen ob sie Fotos von sich und den Wettkämpfen online stellen. Gleichzeitig wäre dies bestimmt auch eine gute Gelegenheit, die Privatsphäre-Einstellungen wieder mal zu prüfen und entsprechend anzupassen.

Nun denn, dann gilt es halt doch wieder selbst die Laufschuhe anzuziehen und mit einem persönlichen Post meine Mitmenschen dazu zu animieren, auch mal mitzulaufen. Gemeinsam lässt es sich vielleicht besser trainieren…

Was meint ihr zu diesen Regelungen? Fair gegenüber den zahlenden Sponsoren, ohne die eine Austragung dieser Art nicht möglich wäre oder strikt die falsche Auslegung von „Social Media Olympics“?

(Text by Guest-Author Bryan)

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2 Kommentare

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  1. Jenny Peier | 30.04.2012 16:52

    Besten Dank für den Input. Habe um weitere Missverständnisse zu vermeiden, das Ende jenen Satzes „…, sowie jegliche Inhalte ins Netz zu stellen“ entsprechend mit „und diese Inhalte ins Netz zu stellen“ angepasst. Nochmals Danke für die Richtigstellung, so bleiben uns die Erinnerungen zumindest für das private Album erhalten 🙂

  2. Simon | 30.04.2012 14:06

    «Besuchern eines Wettkampfes ist es untersagt, Geschehnisse zu filmen oder zu fotografieren». Dies ist so nicht ganz richtig! Gemäss http://www.olympic.org/documents/games_london_2012/ioc_social_media_blogging_and_internet_guidelines-london.pdf ist es nur verboten, die Videos & Photos zu veröffentlichen:
    «Participants and other accredited persons can post still photographs taken within Olympic Venues for personal use. It is not permitted to commercialise, sell or otherwise distribute these photographs.»

    Für den privaten Gebrauch ist das Fotografieren & Filmen also erlaubt!

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