Newsletters – Ja gerne, aber bitte nicht auf Papier

AltpapierIm Social Media Boom der letzten Jahre wurde der Glanz des Newsletters immer blasser. Zu Unrecht wie ich finde. Er bietet doch so einiges an Vorteilen in der Informationsverbreitung, mit denen die Social Communities nicht mithalten können. Heute steht mein Beitrag also unter dem Motto: „Warum ich Newsletter mag.“

Jedesmal, wenn ich zu Hause wieder mal das Altpapier bündle, wird mir bewusst, wieviel Papier eigentlich bedruckt wird, nur um mir Informationen zu kommen zu lassen, die ich vielleicht brauchen könnte. Mit Betonung auf vielleicht. In der Realität sieht es doch so aus, dass ich nicht mal gefühlte 20% der Informationen überhaupt konsumiere. Der Rest geht ungelesen ins Altpapier.

Jetzt seh ich da natürlich so einiges an Optimierungspotential. Da ist natürlich das ganze unadressierte Zeugs dabei. Dies soll jetzt kein Thema sein. Wichtiger ist das adressierte Papier, da ja durch die Adresse immerhin ein persönlicher Bezug zu mir mitbringt.

Da haben wir also Info Faltblatt von der Wohnbaugenossenschaft, Infos von der Post, 2 Zeitungen von Grossverteilern, Kirchen-News, Infos vom WWF, TCS, CEVI und zig anderen Organisationen, bei denen wir Mitglied sind. Alle schicken uns Papier, das ich durchschaue, und teilweise Sachen auch lese. Ab und zu hat es auch Infos drin, die ich für spätere Verwendung aufbewahren möchte und irgendwie digitalisiere (scannen, fotografieren, Kalendereintrag oder ToDo).

Die Lösung

Wäre dies nicht alles viel einfacher, resourcenschonender und billiger, wenn man diese Informationen in digitaler Form im EMail Postfach hätte? Ich finde schon. Vor allem Organisationen wie Greenpeace, WWF oder der Zoo könnten so Spendengelder sparen und gleich noch was für den Umweltschutz tun.

Für alle Seiten gäbe es eigentlich nur Vorteile, wenn man dem Mailingempfänger die Wahl lassen würde, wie er seine Post empfangen möchte. Hier mal ein paar zur Auswahl:

  • Geringerer Logistikaufwand
  • Tiefere Portospesen
  • Weniger Abfall
  • Feedback von den „elektronischen“ Lesern (Statistik, wer hat was gelesen etc.)
  • Jeder Leser bekommt die Infos in der für ihn geeigneten Form
  • Weniger Papierstapel im Privatarchiv
  • Schnellere Verfügbarkeit bei elektronischer Verbreitung
  • Der Empfänger bekommt die Post in dem Format, in dem er es wünscht.

Persönlich schätze ich auch die einfachere Filtermöglichkeit. Physische Post muss ich durchblättern und sortieren. Für eletronische Post lässt sich diese Arbeit an die meisten Mailprogramme delegieren. Ich zum Beispiel lass mir meine Newsletters automatisch per GMail-Filter an Evernote schicken und lese sie dort wenn ich Zeit und Lust habe.

Wie haltet ihr das mit der Post. Habt ihr lieber noch Papier Mailings? Oder genügt euch die digitale Ausgabe? Was denkt ihr, wird sich dies in den nächsten Jahren stark ändern?
Wie immer freue ich mich auf euer Feedback, egal ob auf Facebook, Twitter oder Google+. Nur bitte auf Papier nicht! Aber das wisst ihr ja jetzt.

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7 Kommentare

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  1. Yves Moret | 5.04.2012 07:59

    Schon vor 25 Jahren liessen viele Verlage ihre Bücher in der ehemaligen DDR, Ungarn oder Tschechoslowakei drucken. War auch nicht gut für das heimische Druckergewerbe. Ich denke die Gesellschaft passt sich solchen Tendenzen immer an.

  2. Sam Steiner | 4.04.2012 17:00

    (dafür hätte ich keinen Job, wenn ich 20 Jahre früher da gewesen wäre :-))

  3. Sam Steiner | 4.04.2012 16:59

    Das sind 10 Jahre Umstellung, in denen gewisse Berufe aufhören zu exisitieren wie in der Industrialisierung.

    Da muss man einfach durch statt das aufhalten zu wollen. Umorientierung. Gewisse Druckereien machen da einen besseren Veränderungsjob als andere (die dann tendenziell zumachen werden).

  4. Yves Moret | 4.04.2012 15:22

    Da machen die Produzenten die Zeitung, Broschüre oder was auch immer elektronisch, haben aber ein riesen Problem damit, diesen Content auch elektronisch unter die Leute zu bringen. Ein schöneres Win-Win könnts ja nicht geben, wenn sie nicht die gleichen Vergütungsmechanismen wie auf Papier verwenden würden. Wenn ich dran denke, dass ein E-Paper keine Druckerei, keinen Transport zu den Verträgern und auch keine Verträger benötigt, dann mach ich mir gedanken darüber warum mich das gleich viel wie das Papier kostet. Die einzigen die das nicht toll finden könnten sind die Leute aus dem Druck- und Verträgergewerbe. Vielleicht braucht es ja eine Lösung wie für die Heizer die auf gewerkschaftliches Geheis auf den englischen Diesellocks mitfahren mussten. 😉

  5. Sam Steiner | 4.04.2012 15:04

    Ja, das ist absoluter Humbug, was Tagi macht mit E-Abo-Preisen.

    Wir müssen praktisch noch die Papierzeitung nehmen (immerhin können dann ein paar WG-Gspänli rein schauen), weil das E-Abo überrissen teuer ist (bzw ein Zusatz zum Papierabo ist). Und wenn zwei Leute im Haushalt die iPad-Version lesen wollen, müssen wir dann zwei Papierabos lösen? Broken. Da soll jemand die Logik verstehen… aber das wird schon bald off-topic 🙂

  6. Yves Moret | 4.04.2012 14:28

    Newsletter die ich will, die schaue ich auch zumindest durch. Elektronisch noch eher als auf Papier. Ausserdem möchte ich ja nicht wissen, wieviele Mailings auf Papier wirklich auch geöffnet und gelesen werden. Gibt schon welche, ihr Zeugs schon explizit in neutralem Couvert ohne Absender schicken, nur das du es überhaupt aufmachst.

    Evernote geht schon für Newsletter. Ich lese dort 3 tägliche und ca. 4 bis 5 die alle paar Wochen kommen. Allerdings für Broschüren und ganze Zeitungen (MigrosMagazin, Coop Zeitung etc.) wär sicher eine App angebracht.

    Zeitungen sind auch so ein Thema. Würde noch gerne was abonnieren. Meist kannst du aber nur ein E-Abo haben, wenn du das Papier auch nimmst oder aber dann gleich teuer wie auf Papier.

    Ich glaube da könnte man konzeptionell noch so einiges anstellen.

  7. Sam Steiner | 4.04.2012 13:59

    Das Problem ist doch, dass der Newsletter-Versand pro E-Mail eben praktisch nichts kostet und somit zu viele Newsletter so versendet werden, was dazu führt, dass man die tendenziell gar nicht mehr liest. Das ist dann natürlich ein No-Go für NGOs, die Rücklauf brauchen, um zu überleben.

    Aber ja: besser als Papier wäre sowas. E-Mail vielleicht nicht gut, vielleicht müsste es einen neuen, visuelleren Kanal geben, wie Apps wie Flipboard etc, wo man diese „Magazine“ gemütlich lesen kann, dass es Spass macht. Evernote löst das meiner Meinung nach nicht (wieviele liest du dort wirklich?), auch wenn die Idee ganz gut ist.

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