Megaupload, RapidShare und co. – Was ist überhaupt legal?

Access on MegauploadNachdem letzte Woche der File-Sharing-Anbieter Megaupload vom FBI vom Netz genommen wurde, kocht die Gerüchteküche weltweit. Niemand weiss so genau, welche Dienste eigentlich legal arbeiten und wer vielleicht sogar als nächstes vom Netz fliegen könnte. Auch der Schweizer Anbieter RapidShare wird in diesem Zusammenhang häufig genannt. Doch wer arbeitet legal und was genau ist überhaupt erlaubt in der Schweiz?

Die rigorose Abschaltung von Megaupload kam für viele Nutzer überraschend. Nicht nur der Service wurde vom Netz genommen, auch User, welche über den Service private Dateien speicherten und teilten, haben keinen Zugang zu ihren Files mehr. Über Twitter beschwerten sich tausende darüber und viele sehen den Akt des FBI als ersten Schritt in Richtung SOPA und PIPA, wonach File Sharing in den USA offiziell geahndet werden könnte (mehr Informationen dazu hier). Doch was genau darf man eigentlich in der Schweiz?

Megaupload hatte einen Server in Virginia, was dem FBI den Eingriff ermöglichte. International gesehen hat jedoch jedes Rechtssystem immer nur nationale Gültigkeit, das heisst was in den USA verboten ist, muss in der Schweiz nicht zwangsläufig auch illegal sein. File Sharing an sich ist in der Schweiz nicht verboten. Es werden jedoch im Gesetz klare Grenzen gesetzt:

Bisher erlaubt ist das Herunterladen von geschütztem Material zum persönlichen Gebrauch, auch wenn der Upload illegal erfolgt ist. Zudem darf man geschützte Dateien mit Personen teilen, mit welchen man eng verbunden ist. Weiter dürfen geschützte Dateien in einen Passwort-geschützten Bereich geladen werden. Vor allem hier bewegen sich Plattformen wie RapidShare und co. auf dünnem Eis.

Die laufende Diskussion veranlasste RapidShare zu einem Statement, wonach sie versicherten, dass ihr Service zu 100% legal sei. Nach RapidShare führt die Problematik von Megaupload vor allem auf ein Downloadvergütungssystem zurück, welches eine hohe Anzahl Downloads belohnt, was das aktive File Sharing zusätzlich anheizen kann. Zudem versicherte RapidShare, dass sie einen völlig legalen Service anbieten würden, welcher rigide gegen Urheberrechtsverletzungen vorginge. Trotzdem besteht auch bei RapidShare die Gefahr, dass Dateien über Google öffentlich zugänglich werden, auch wenn dies nicht im Sinne des Anbieters ist.

Wie sinnvoll Aktionen wie die Schliessung von Megaupload sind, lässt sich hier unter ein grosses Fragezeichen stellen. Sollten SOPA und PIPA abgesegnet werden, werden wir uns noch vielen solchen Situationen gegenüber gestellt sehen, auch hier in der Schweiz. Ob dies das richtige Handling der Problematik ist, ist fragwürdig. Fest steht, dass bei diesem Thema seit Jahren Klärungs- und Regelungsbedarf besteht.

Wie stehst du zu File Sharing? Wie sollte die Situation am besten gehandelt werden? Wie managed man im Internet ständig androhende Copyright Issues am sinnvollsten?

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2 Kommentare

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  1. NoFriend | 26.01.2012 12:59

    Der Sinn ist schon vorhanden. Die Sparte überlegt sich jetzt vielleicht was sie anheizt. Denn wie erwähnt hat MU ja das downloaden belohnt.
    Klar kann auch legaler Inhalt beliebt sein. Ich finde es gut, dass die Filehoster jetzt besinnen (könnten)

  2. Roger | 25.01.2012 10:49

    Der Sinn ist tatsächlich fraglich. Für jeden Hoster, der geschlossen wird, kommt mindestens ein neuer dazu…

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