Wird E-Mail bald zu Grabe getragen?

Schon seit Beginn ist Kommunikation über E-Mail die beliebteste Anwendung des Internets. Es ist nun, seit dem Versenden und Empfangen der ersten E-Mail, 37 Jahre vergangen. Wo stehen wir heute? Wie lange werden wir noch E-Mails schreiben und lesen?

Der E-Mailverkehr hat im Webzeitalter schon fast monströse Ausmasse angenommen. Viele Leute, ob privat oder im geschäftlichen Bereich beklagen sich schon heute über die Maillawine, die täglich über sie hereinbricht. E-Mail hat sich bis heute zu einem Zeitfresser par excellance entwickelt. Grund genug um mal ein paar Überlegungen zur Zukunft dieses Mediums anzustellen.

Im Zeitalter des Web2.0 hat sich die Art der elektronischen Kommunikation so ziemlich gewandelt. Während zu Beginn des Web noch einzig über E-Mail elektronisch kommuniziert werden konnte, stehen heute vielerlei Wege offen. Vor ein paar Jahren wurde ein Teil, vor allem des privaten, E-Mail Verkehrs auf die Instant Messenger verlagert. Dieser Weg hat sich bis heute nicht so richtig durchgesetzt, da die meisten Instant Messenger Dienste nicht kompatibel zueinander sind.

Seit dem Hype auf Social Networks wie Facebook, Xing und StudiVZ verlagert sich ein Teil der E-Mail Kommunikation auf diese Plattformen. Obwohl Twitter und andere Microblogging Dienste heute noch mehrheitlich von den Geeks eingesetzt wird, ist abzusehen, dass auch solche Dienste ihren Beitrag zur Entlastung von E-Mail leisten werden. Yammer, das Twitter für den Unternehmensbereich, ist so ein Beispiel, wie solche Plattformen sich ihren Weg auch in die Businesswelt suchen.

Persönlich habe ich festgestellt, dass sich bei mir die private E-Mailflut deutlich reduziert hat, seit ich vermehrt Web2.0 Plattformen einsetze.

Wie seht ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie habt ihr die E-Mails im Griff? Wird diese Kommunikationsform schon bald zu Grabe getragen?

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21 Kommentare

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  1. Andreas Lange | 19.08.2010 19:21

    Trotz dass der Thread schon sehr alt ist – Emails wird es immer geben.

  2. sozialisierungskritiker | 5.11.2009 17:02

    Hi, weißt Du, dass in vielen Unternehmen das FAX noch zur Standardausstattung gehört, und man dazu in manchen Branchen für manche Kunden noch immer gerüstet sein muss?? Wie lange wird sich wohl die e-Mail im Markt halten, wenn sie gerade erst das Fax beginnt zu verdrängen?

    In den ganzen Internet-Hypes und Web 1.0/2.0 Blasen heizen sich IMHO viele gleichgeschaltete Teilchen einer etwas abgehobenen (so-called) Kommunikations-Elite in einem relativ geschlossenen Microkosmos mit zunehmender Geschwindigkeit und einfältiger Vielfältigkeit gegenseitig bis zum Platzen mit tweeten, followen, facebooken, yammern und xingen auf, bis niemand mehr noch dem anderen zuhört oder wirklich an dessen Leben teilnimmt… Die Geschwindigkeit und Informationsmenge ist übernatürlich, und setzt geradezu übermenschliche Selektionsfähigkeiten voraus, um nicht in Banalität unterzugehen. Gut, etwas überspitzt – aber das Bild von der Mikrowelle geht mir nicht aus dem Kopf 😉 Nichts für ungut – ich habe trotzdem und auch gerade mit der verstärkt selektiven Wahrnehmung meiner Umgebung angefangen, weil manche Menschen im wahren Leben kaum noch erreichbar sind – vor lauter Aktualsierungswut in ihren zig Social Networks, in denen sich massenhaft ureigentlich und innerlich vereinsamte Menschen gegenseitig noch das Gefühl von sozialen Kontakten vermitteln wollen.

    Doch das ist nicht das Leben an sich – geh raus und sieh dich um, was in den Ländern, den jeweiligen Gemeinwesen oder gar in deiner direkten Nachbarschaft wirklich passiert und an Zeit und Einsatz nötig ist, um das reale Leben in dieser Gesellschaft zu verbessern. Wahrscheinlich bist du bestens darüber informiert, dass sich Tweety in Towaloo ihr Haar Blau gefärbt hat, und Xingy aus Xhingtao jetzt ein nächstes erfolgloses Projekt X begonnen hat, aber dass sich heute dein 50-jähriger arbeitsloser Wohnungsnachbar vor Einsamkeit umbringen wird, das ist morgen eine echte Neuigkeit, die du wohl nicht mehr mitchneiden wirst… vielleicht ist es dir inzwischen auch einfach gleichgültig, und die unberührbare Tweety und das Erfolgsleitbild von Xingy sind Dir wichtiger?

    Zudem muss man doch nicht mal paranoid sein, um Bedenken hinsichtlich der glasklaren Transparenz solch einer Existenz zu schieben. Spätestens in Zeiten revolutionärer Unruhe werden sich einige Wenige darüber freuen weit mehr als eigentlich normal über die vielen Meisten zu wissen. Alle diese Ergüsse, seien sie noch so banal, werden inzwischen ein halbes Jahr von jedem Provider „auf Vorrat“ gespeichert – ob Tweets, Xings, Ge-Yammer oder dein face im book – so what…

  3. Yves Moret | 5.12.2008 07:45

    Der Kommentar von @hoewe zeigt ziemlich deutlich, dass die Kreativität und somit auch die Entwicklung der Kommunikation nicht stehen bleibt. Diese Entwicklung wird weiter vom klassischen E-Mail wegführen, davon bin ich überzeugt. Ob es irgendwann ganz verschwinden wird, wird sich zeigen. Auf alle Fälle wird es sich verändern.

  4. hoewe | 4.12.2008 18:42

    …ich finde auch, dass die interne businesskommunikation in einem microblogging dienst untergebracht gehoert, aber es sollte, wie schon erwaehnt, mehrere filtermoeglichkeiten geben *all,private,archive,attachment*. das ganze intelligent durchsuch- *suggestions* und vertagbar, damit auch in tags/kategorien gefunden werden kann. mit einem status wird signalisiert was gerade getan wird oder wie man erreichbar ist.
    public attachments sollen, mit den tags zum entsprechenden tweet, zentral abgelegt werden, damit redundanzen vermieden werden koennen. das lindert traffic und den speicherplatz in einem!
    eine zeitvariable tagcloud zeigt auf einen blick was akut ist oder was ueber die monate und tage relevant war.

    email wird nie verschwinden, eben wegen der verschiedenen plattformen. doch der spam muss zentral blockiert werden, wie es gmail ja schon sehr erfolgreich schafft. blacklists sollten den absender informieren, nicht blockieren!
    vielleicht waere ja der ansatz in den switches der backbones. die betreffe der emails, anonymisiert *verschluesselt,safe* zu analysieren und quasi zu zaehlen. wird eine kritische anzahl gleicher betreffe ueberschritten, werden all diese mails verworfen!?

  5. Monsu | 4.12.2008 18:21

    das problem von span wird durch sm-dienste nicht gelöst. inzwischen habe ich kein spam-problem mehr, da mein hoster anscheinend sehr gute spam-filter im einsatz hat.

  6. Werner | 4.12.2008 18:13

    Ach, e-Mail wird schon so lange totgesagt und doch lebt es immer noch

  7. Guido | 4.12.2008 17:21

    @Yves Memory Sticks passen da ganz gut, wir sind ein KMU 🙂 Sonst gibt’s ja auch VPN oder im Notfall FTP.

  8. Yves Moret | 4.12.2008 16:54

    @Guido: Wie löst ihr den Datenversand im Geschäft mit allfälligen Volumenbeschränkungen in den Mailservern? Spätestens wenn man mehr als 2 MB versenden will, kann man nicht mehr damit rechnen, dass das Mail ankommt. Das ist dann der Punkt, an dem man eine Alternative suchen muss.

  9. Guido | 4.12.2008 16:52

    @Yves direct messages haben den Nachteil, dass jeder der sie kriegen will auch beim entsprechenden Netzwerk angemeldet sein muss. Bei E-Mail hat man das Problem nicht, dank offener Standards, und sortieren und kategorisieren geht auch wunderbar.

    @Philipp Die E-Mail-Flut wird gegebenenfalls halt durch eine Yammer-Flut ersetzt, super. Nur dass bei Yammer noch niemand so schlaue Filter-Applikationen gebaut hat wie die für E-Mail bestehen. Persönlich bekomme ich ca. 5-15 Mails pro Tag, damit kann ich gut umgehen, ist auch nicht viel mehr als Briefpost.

  10. Philipp Sauber | 4.12.2008 16:47

    Ich denke, dass wir in Zukunft vermehrt auf Systeme wie yammer.com etc setzen werden, nämlich dann wenn’s um die interne Kommunikation geht.
    Dass die E-Mail-Flut ein Ende oder mindestens eine Wende nehmen muss ist klar und da können Web 2.0 Komponenten helfen.
    Wir setzen beispielsweise Yammer intern testmässig ein. Ich werde hier sicherlich berichten, wenn wir erste Resultate haben.
    Ich persönlich hoffe auf jeden Fall auch, dass wir in 5 Jahren nicht mehr per Mail kommunizieren.

  11. Yves Moret | 4.12.2008 16:46

    @Alexander: Spamen in einer geschlossenen Plattform stelle ich mir sehr schwierig vor. Du kannst ja nur denen eine Message schicken, die dich auch als „Freund“ bestätigt haben.
    @Marcel: Es gibt ja in Twitter noch immer die DirectMessage Funktion. Für wirklich sensible Kommunikation ist Twitter natürlich auch nicht das richtige Tool. Aber die Entwicklung bleibt ja auch nicht stehen. Ausserdem ist E-Mail auch nicht so sicher, wie viele glauben. Kennt ihr jemand, der seine Mails verschlüsselt? Ich nicht.

  12. Guido | 4.12.2008 16:44

    Ich denke ehrlich gesagt, dass E-Mail in der Zukunft des verteilten (Micro-)Bloggings fast noch wichtiger wird. Denn wer behält da im Moment noch die Übersicht, wo wann welche Nachricht von wem geschrieben wurde?

    Ich bin in ca. 5 verschiedenen Foren regelmässig aktiv, auf Twitter, im Blog, in Facebook, in Xing – wann immer an irgendwo irgendwer mir irgend etwas schickt, bekomme ich eine E-Mail. Ansonsten würde ich das gar nicht erst merken. E-Mail als zentrale Vermittlungsstelle könnte ich mir da rein gar nicht wegdenken.

    Ganz abgesehen von der Geschäftskommunikation, wo Dokumente (z.B. Bewerbungsunterlagen, wir machen ja auch Stellenvermittlung, oder Designdokumente, oder auch Testdaten oder gar Programmupdates für unsere Datenbankapplikationen) praktisch, verschlüsselt und sicher, schnell und zuverlässig per E-Mail herumgereicht werden.

    Ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen dass E-Mail weniger wichtig wird oder auch schon nur nicht noch gewaltig an Wichtigkeit gewinnen wird. Und das Spam-Problem ist vielerorts ja schon recht gut gelöst, dank immer besserer Filter.

  13. Marcel | 4.12.2008 16:34

    Wie soll ich mir das z.B. in meinem Unternehmen vorstellen? Der CFO, der sich bei mir auf eine ausgeschriebene Vakanz bewerben will, twittert das in die Weltgeschichte hinaus?
    Frage 1) Was, wenn ich ihn gar nicht followe (weil nicht kenne)?
    Frage 2) Muss ich dann immer von allen alles lesen (dagegen wäre Mail-Spam ja direkt „friedlich“)
    Frage 3) Erklären wir dann Dinge wie Vertraulichkeit und Diskretion als „einsnullig“ und demzufolge mega out?
    Ich weiss nicht, ich weiss nicht …

  14. Alexander | 4.12.2008 16:31

    genauso muss man aber auch sehen, dass wenn alle auf SM Dienste umsteigen um sich Nachrichten zu schicken, dann werden auch die Spammer in diesen Plattformen unterwegs sein und ihre Nachrichten eben da verschicken. Den „Spam“ Aspekt darf man imo nicht überbewerten.

  15. Yves Moret | 4.12.2008 16:29

    Vielen Dank für die Kommentare. Wie ich vermutet habe, gehen die Meinungen ziemlich auseinander.
    Ich denke einer der Knackpunkte für die elektronische Kommunikation wird die Spam-Problematik sein. Natürlich kann man den Werbemüll ausfiltern. Die Filter müssen aber immer smarter werden und die Spamer schlafen ja auch nicht. Gerade hier sehe ich den Hauptvorteil von geschlossenen Social Media Plattformen.
    Sicherlich wird es noch ein Weilchen gehen, bis E-Mail abgelöst wird. Aber die Kommunikation wird je länger je mehr zu Gunsten der Socialmedia Dienste laufen.

  16. Alexander | 4.12.2008 15:20

    Es gibt keinen Ersatz zur E-Mail. Denn was ist der Unterschied zwischen einer E-Mail und einer Nachricht bei Xing oder Facebook? Das die Nachricht über diesen Dienst versendet wird und ansonsten? Es ist das gleiche System bzw. die gleiche Idee dahinter „Online-Nachrichten“ zu versenden.

  17. Sam | 4.12.2008 14:38

    Ich bin über Facebook, Skype und Twitter besser erreichbar als per E-Mail – und habe auf diesen Plattformen noch kein Spam-Problem. E-Mail ist des Todes, sage ich schon lange (nicht erst seit ich 600 Mails pro Tag erhalten habe).

  18. Sereini | 4.12.2008 14:32

    Ich hoffe es! E-Mails nehmen zu wie der Verkehr auf den Strassen und irgendwann ist es nicht mehr zu bewältigen.
    Ich denke, dass gerade Systeme wie Yammer eine Zukunft haben, auch wenn es noch eine Weile geht, bis sich die internen Microblogging-Tools durchsetzen.

  19. Christian Müller | 4.12.2008 13:27

    E-Mail wird auch in Zukunft die wichtigste Kommunikationsform überhaupt bleiben, im privaten wie auch im geschäftlichen Bereich. Dies zeigt auch der Geschäftalltag in unserer Firma, der FO Print & Media AG.
    Damit E-Mail nicht zum Zeitfresser wird, ist es wichtig, mit ausgereiften Technologien den Werbemüll (SPAM) von vornherein wegzufiltern.

  20. Flo | 4.12.2008 11:47

    Es mag schon sein, dass eMail irgendwann zu Grabe getragen wird. Im Beitrag wurden genügend Alternativen erwähnt. Doch meiner Ansicht nach, verlagert sich das Problem nur. Wenn ich kein eMail mehr habe, dann ist mein Postfach bei Facebook oder andere Dienste mit Nachrichten vollgepflastert.

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