Die Tücken des Votens im Web

Wie besser Kunden zu binden als mit einem Onlinevoting, das die Community aktiviert und perfekt die Social Media Mechanismen nutzt? Aber Vorsicht ist geboten, denn schnell kann der Schuss nach hinten los gehen. Was da losgetreten werden kann und wie darauf reagiert wird lest ihr im folgenden Beitrag.

Ich nehme hierzu den Adventskalender von AXE. Die Sache ist einfach: Unter http://www.axe.de/excite/ kann ich irgendeinen Begriff vorschlagen, für das andere dann voten. Der Begriff, der am Ende des Tages die meisten Stimmen erhält, wird von der AXE Filmcrew mit der Schauspielerin Sarah Brandner (ihres Zeichens die Freundin des Deutschen Fußballspielers Bastian Schweinsteiger) umgesetzt und drei Tage später veröffentlicht.

Solche Online Votings rufen jedesmal Hacker und Online Communities auf den Plan und als Einzelner hat man jeweils null Chancen zu gewinnen. Besonders die Gamer Communities können innerhalb von wenigen Minuten Hunderte von Votes sammeln („Votings riggen„), und deshalb stehen dann am Ende des Tages Namen wie „Creeper“, „Salazar“ oder „Gronkh“, und Begriffe wie „Isomorphismus„, „DerGerät“ (basierend auf dem Ausschnitt in TV Total) oder „Rüttelplatte“ zuoberst. Dies sind Begriffe aus Online Games, Namen von in der Szene bekannten Zockern und unmögliche Wörter, die von diesen Communities vorgeschlagen wurden, um dann zu sehen, wer mehr Teilnehmer aktivieren konnte. Da einige dieser Jungs und Mädels natürlich auch technisch was auf dem Kasten haben, versuchen sie auch auf unerlaubten Wegen zu mehr Stimmen zu kommen. Dabei muss man einfach nur den Datenverkehr zwischen dem Flash Frontend und dem Server analysieren, die Antwort vom Server im JSON-Format auseinandernehmen, die Verschlüsselung aufgrund des Actionskripts in dekompilierten SWF-Datei knacken, das Flashteil als Script nachbauen und somit unendlich vielmal voten, da so auch das Captcha übergangen wird  (detailliert beschrieben in Online Foren).

Unilever hat auf diese Aktionen reagiert und auf ihrer Facebook Fanpage ein Statement platziert, das aber eher unbeholfen wirkt und mit ihrer Provokation wohl das Gegenteil bewirken wird (s. rechts). Komisch dabei ist nur, dass diese Aktion bereits letztes Jahr durchgeführt worden ist und es zu unglaublichen Kreationen wie Schokomettigel (plus Reverse Version), Tafflyer oder Kackeldackel geführt hat, die dann tatsächlich verfilmt worden sind.  Anscheinend kümmert es Unilever wenig, dass am Zielpublikum vorbei Werbung gemacht wird, ausser die Mitglieder dieser Communities sind tatsächlich ihr Zielpublikum. Und weiter: „Diese Community soll sowohl eine Plattform für eure Selbstdarstellung bieten als auch AXE Effekt’s Werte reflektieren.“ Na wenn Kackeldackel AXE’s Werte reflektieren soll…

Wie geht ihr als Auftraggeber mit solchen Votings um? Was für Massnahmen trefft ihr als Programmierer um solche Missmanipulationen zu verhindern? Gibt es überhaupt ein allbewährtes Mittel gegen Spamming? Macht ihr noch bei Online Votings mit, oder denkt Ihr euch, dass eh alles nur Lug und Betrug ist?

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1 Kommentar

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  1. Gronkh | 17.12.2011 01:46

    Lieber Chris Palatinus,

    vielleicht solltest Du ein wenig besser recherchieren, bevor Du gefährliches Halbwissen in die Welt setzt. Es gibt da eine spezielle geschlossene Community, die letztes wie auch dieses Jahr zum „Vote Rigging“ aufgerufen und entsprechende Skripte im Einsatz hatte.

    Die Gaming Communities hingegen – in diesem Falle speziell rund um „Gronkh“ und „Sarazar“ – wurden stets aufgerufen, fair zu voten und lieber zu verlieren als sich die vorderen Plätze mit Cheating zu sichern. Wenn sich viele User einer Community fair und ehrlich an einer Wahl beteiligen, hat das wohl eher nichts mit „Wahlbetrug“ zu tun, sondern damit, dass man sich gemeinsam für etwas stark macht.

    Alles in eine gemeinsame Schublade zu stopfen ist in etwa so, als würde ich nachher einen Artikel über Black Hat SEO schreiben und „Website-Marketing.ch“ da einfach mal so als mieses Beispiel erwähnen, weil das ja eh alles das Gleiche ist.

    Ich weiß, es war wahrscheinlich nicht beabsichtigt, aber Du triffst hier die falschen.

    Vielen Dank für Dein Verständnis,
    Gronkh

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