Facebook Timeline Roll-out in der Schweiz – Wie steht’s mit der Privatsphäre?

Facebook Timeline Roll-OutFacebook will sich in neuem Design präsentieren, und dies schon seit Mitte September. Passiert ist jedoch noch nicht viel. Das offizielle Roll-out war zuerst für den 30. September angekündigt, wurde jedoch schlussendlich verschoben aufgrund von Datenschutz und Privatsphäre Konflikten und anscheinend auch technischen Problemen. Nun scheint es jedoch endlich soweit zu sein: Das offizielle Roll-out hat begonnen – bisher jedoch exklusiv in Neuseeland.

Wer will kann sich die Timeline schon heute holen mit ein paar einfachen Handgriffen im Developer-Tool von Facebook . Die Frage ist nur, wo die Gefahren des neuen Layouts liegen. Bedenken wurden in den letzten zwei Monaten genügend geäussert, sogar vom „Ende der Privatsphäre“ wurde gesprochen. Zu den grössten Kritikpunkten gehören die folgenden:

News-Ticker: Im Tickerfenster wird angezeigt, wer gerade wessen Status kommentiert , was ein Nutzer gerade hört oder liest usw. Diese Informationen sind zwar meist auch auf dem Profil ersichtlich, jedoch kommen sie im Ticker noch besser zur Geltung, was vielen Nutzern die Lust am Surfen gründlich vermiest.

Facebook sammelt Daten: Mit „Frictionless Sharing“ sollen alle deine Aktivitäten mit deinen Freunden geteilt werden, auch wenn du nicht explizit bei Facebook eingelogt bist, wie sich auch bei Spotify bereits gezeigt hat.  Auf der einen Seite stellt sich hier die Frage, ob eine solche Informationsflut überhaupt sinnvoll ist. Zudem sträuben sich hierbei bei manchen Usern die Nackenhaare, denn nicht jeder muss wissen, dass ich mir während der Mittagspause gerne Britney Spears‘ erste Single anhöre. Der Kontrollverlust über die veröffentlichten Daten brachte bereits einige Nutzer zur Schliessung des Profils.

Öffentlicher Zugang zu „verschollenen“ Daten: Ok, ich gebe es zu, meine Posts von 2006 sind vielleicht besser im langen Scroll-Urwald versteckt. Viele unter uns hatten damals die Plattform noch nicht ganz im Griff und posteten wild Fotos und süsse Nachrichten an den Ex-Freund, welche nun angenehm weit, weit unten im Profil verschollen scheinen. Die Timeline bringt jedoch unsere dunklen Vergangenheiten wieder ans Licht mit der Datumsleiste auf der rechten Seite. Hier empfiehlt sich auf jeden Fall ein Trip in die Vergangenheit, um einige peinliche Messages noch rechtzeitig zu entfernen.

Bisher hatten die Kritiker noch gehofft, die Timeline würde vielleicht noch so lange auf sich warten lassen, dass sich für die Privatsphäre Lücken eine Lösung ergibt. Spätestens seit dieser Woche jedoch steht fest – die Timeline kommt. Somit heisst es vorbereitet sein und die richtigen Schritte zu unternehmen, um Peinlichkeiten zu vermeiden. Einige Tipps dazu übrigens in diesem Video.

Wie stehst du zum neuen Facebook-Design und den Features? Hast du die Timeline bereits implementiert? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Dunkle Geheimnisse gefunden?

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3 Kommentare

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  1. Andi | 11.12.2011 11:54

    Geht bitte auch auf die positiven Aspekte der Timeline ein. Es ist schlimm zu lesen, wie versucht wird, dem Leser einzureden, die Timeline sei böse. Sie ist grossartig.

    Im Ticker wird nur die Aktivität sichtbar, die man selbst erlaubt hat. Und auch beim Installieren einer App wird man gefragt, ob man zukünftiges „Frictionless Sharing“ zustimmt oder es ausschalten möchte. Beides zählt allerdings nicht zur Timeline.

    In der Timeline ist die Einbindung von Apps möglich, die grafische Aufarbeitung durch Bilder ist viel gelungener und es ist es nun viel einfacher, alte Informationen zu finden, die man sonst nur durch mühsames Herunterscrollen gefunden hätte. An den Privatsphäreeinstellungen von jedem Status, von jedem Bild und von auch sonst allem hat sich nichts geändert. Wieso sollte es ein „Ende der Privatsphäre“ sein?

    (Ein User, der jede Veränderung rational betrachtet und sich fragt, warum so viele Menschen Verbesserungen so blockierend gegenüber stehen.)

  2. sufranke | 8.12.2011 10:50

    Danke Philipp für die Tipps, ich hab ehrlich gesagt mit der Timeline auch etwas Bauchweh, vorallem weil es später kommt, als die Entscheidung, Facebook zu nutzen. Die Nutzer wissen nicht, auf was sie sich langfristig einlassen. Im Gegensatz zu Twitter, haben die Leute in Facebook das Gefühl „privat“ zu sein und die meisten Nutzer hier sind auch nicht so ständig mit Social Media Spezialisten in Kontakt, dass man alle Änderungen mitbekommt.

  3. Danilo | 8.12.2011 10:15

    Habe mein Profil mit der Ankündigung der neuen „Features“ (wie Timeline oder maschinenlesbaren Statustypen) gelöscht.

    Frictionless sharing. Cooles Neusprech.

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