SHAPE und die explosive Podiumsdiskussion. Werber vs Online-Marketer

Heute hat in Zürich die erste SHAPE – The Web Conference von Microsoft stattgefunden. Die Referate waren teils sehr gut (am Morgen) und ok (am Nachmittag). Für mich hat sich die Konferenz nach der Somesso und der Web 2.0 Expo gelohnt.

Am interessantesten, wenn man das so sagen kann, war die Podiumsdiskussion mit 3 Werbern (Frank Bodin, Remy Fabrikant & Andreas Widmer) und einem „Online-Marketer“ (Jürg Stuker von namics (linke ungern followed auf euch aber bitteschön ;-)).
Zuvor hören wir ein Referat von Roger Baur, simsa, der uns erklärte, dass vor allem das Performance Marketing und Online Marketing im allgemeinen, gegenüber der klassischen Werbung im Aufwind ist.

Klar, dass an der Diskussion zwei Fronten aufeinander prallten und man sich nicht immer einig war. Zufälligerweise hatte ich zu dem Thema diese Woche schon gepostet -Web 2.0 mit Social Media, das Problem der Werber & Marketer?
Interessante Fragen waren dann z.B. wie man zur Messbarkeit von Werbung, on- oder off-line, steht. Die Werber versuchten sich dann irgendwie um das Thema rumzureden, denn messen kann man da nicht viel. Jürg Stuker hatte da mit einer Antwort kein Problem.
Oder wollte Remy Fabrikant vom Publikum wissen, ob Webagenturen auch klassisch werben können und Werbeagenturen das Handwerk des Online-Marketing verstehen. Die Frage konnte im Podium überhaupt nicht beantwortet werden, das Publikum hatte eher beides verneint.

Was ist eure Sicht? Werden Werbeagenturen in den kommenden, wirtschaftlich eher schwierigeren Jahren Mühe haben und die Online-Marketer & Webagenturen weiter florieren?

Weiterempfehlen

image description

Kommentieren

4 Kommentare

image description
  1. Philipp Sauber | 27.11.2008 20:42

    Danke euch für’s Feedback.
    Man scheint sich auch hier einig zu sein, dass die reine klassische Werbung zukünftig einen schweren Stand haben wird, wenn sie sich nicht intensiv mit dem Thema Online-Marketing auseinander setzt.

    @Jürg, ich kann Dir unter anderem bei dem Abschnitt zur Hierarchie beipflichten. Die Zeiten mit dem Oberguru oder Art Director sind nun definitiv vorbei. Fragt sich nur ob das die auch wissen.

    Wie auch immer, uns kann’s recht sein wenn wir uns den Kuchen nicht mit neuen Mitbewerbern aus der Werbescene teilen müssen.

  2. Jürg Stuker | 26.11.2008 13:24

    Danke für den Rücklink 😉

    Für mich gibt es bei beiden Agenturtypen gute Leute und gute Ideen. Die folgenden zwei Unterschiede erlauben den Onlinern aber eine bessere Entwicklungsmöglichkeit:

    1) Abwesenheit der fachlichen Hierarchie

    Keine Branche lebt so viel Hierarchie (sichtbar an den Titeln) wie die Klassik. Der Oberguru sagt allen was gut und schlecht ist.PUNKT. In einem solchen Umfeld sind einige Leute bereit zu arbeiten, aber nicht alle (nicht unsere „Stars“). Zudem entsteht so keine Vermischung von Wissen und Können. Für uns ist das interdsiziplinäre Arbeiten *auf Augenhöhe* aber sehr wichtig um komplexe Fragestellungen (innovativ) zu lösen.

    2) Geschäftsmodell

    Die Klassik lebte (lebt?) auch immer noch von Mediaspending resp. haben sie einen Wertschöpfungsprozess, bei dem auch andere Teilnehmer wie bspw. Media-Agenturen oder Verlage Geld verdienen wollen. Wenn nun Google bei Direktbuchung 3% Provision bezahlt, so wird es schwierig… machen wir lieber das Alte weiter. Die Online-Agenturen hingegen waren eh und ja als reine Dienstleister aufgestellt. Unser Geschäftsmodell ist näher bei der Transparenz und der Messbarkeit der Online-Medien.

    Hier noch eine Unfrage vor der Konferenz: http://blog.namics.com/2008/11/zwei_fragen_zu.html

  3. Bassic | 26.11.2008 10:16

    Ich stelle einen Zusammenbruch der Klickpreise bei AdSense fest seit der Krise.

    Es wird wohl für das gleiche Geld online viel mehr Klicks/Besucher geben als früher, wenn dadurch aber grosse Websites, die sich bisher durch solche Einnahmen finanzierten, schwer fällt, sich über Wasser zu halten, was dann? Schlägt sich dieses Problem nicht auch zum Online-Marketeer durch?

    Man hört ja schon von Finanzierungsproblemen bei Facebook, Yahoo etc.

    Aber bezüglich old school Werbeagenturen: meiner Meinung nach schaffen die die Umstellung nicht (wie die klassischen Zeitungen auch nicht). Dass sie sich nun also etwas gegen den Wandel stemmen ist normal und ihr gutes Recht (wenn auch eher dumm).

  4. Martin Hunkeler | 26.11.2008 09:55

    Die klassischen Werbeagenturen tun eigentlich alles, um den Online-Zug abfahren zu lassen. Ich vermute mal, dass es diesen Werbeagenturen noch viel zu gut geht, um den Anschluss ans „Web 2.0“ Zeitalter zu suchen. Tja, bald wird es zu spät sein. Mich würde mal interessieren, wieso das Thema Online in dieser Branche so verdrängt wird? Vielleicht weil man das Potential gar nicht sehen will? Klar wird es auch in Zukunft noch klassische Werbeagenturen geben, aber werden es immer noch so viele sein?

Kommentar schreiben

Please copy the string k3lZ1r to the field below: