Web 2.0 mit Social Media, das Problem der Werber & Marketer?

Das Internet und deren Werbemöglichkeiten ändern sich aktuell dramatisch. Was vor 5 Jahren noch perfekt funktionierte, läuft heute nicht mehr oder geht am User vorbei.
Die klassische Online-Werbung, welche mit grossen Marketing-Budgets noch die gewünschten Besucherzahlen brachte, verliert seine Wirkung. Werber und Marketers stellt das vor ein Problem, das sich nicht einfach lösen lässt.

Das Verhalten der User ändert sich momentan komplett. Wir erleben einen extremen Informations-Overload, in welchem sich die User genau das raussuchen, was sie interessiert. Banner-Werbung und bald auch Adsense verlieren ihre Wirkung und werden immer weniger beachtet. Im Mitmachweb lässt sich so immer weniger erfolgreich werben und das stellt Online-Werber vor Probleme. Möglich, dass dies ein Mitgrund für den Stellenabbau von 250 Mitarbeitern bei der PubliGroupe war.

Woher kommt das?
Das erste „A“ in AIDA (Attention/ Interest/ Desire/ Action) birgt die entscheidende, schier unüberwindbare Hürde. Die „Attention“. Aufmerksamkeit der User lässt sich heute nicht mehr so einfach holen. Innovationen sind gefragt, welche nicht nur oder nicht mehr mit grossen Budgets gekauft werden könnn.
Kampagnen breiten sich viral aus. Das geschieht durch die Internet User und das lässt sich nur indirekt steuern und braucht Zeit. Die Big Bang Strategien gelingen nur noch denen, die die Mechanismen des Web 2.0 und Social Media beherrschen.

Was denkt ihr zur Entwicklung im Online-Werbemarkt? Scheitert der klassisch Marketer an den Anforderungen des neuen Internets? Welche Auswirkungen hätte das für die Branche, deren Unternehmen und Mitarbeiter?

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8 Kommentare

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  1. Philipp Sauber | 27.11.2008 20:33

    Danke euch allen für die Inputs.
    Zusammengefasst lässt sich wohl sagen, dass die klassischen Werbe schweren Zeiten entgegen gehen, wenn sie sich nicht mit den neuen Marketing-Tools im Web auseinander setzen und diese in ihren Mix integrieren. Ob sie sich auf das Niveau Internet runterlassen ist allerdings fragwürdig, denn hier gibt’s keine Gurus oder Art Directors, hier bewegen wir uns alle auf dem selben Level und nur die beste Idee setzt sich durch und deckt Flops gnadenlos auf.

    @P.Furrer was hältst du von der Applikation http://apps.facebook.com/be_a_gentlemen?

  2. Guerilla Marketer | 26.11.2008 17:55

    Also ich denke, dass der klassischer Marketer gut beraten ist, wenn er sich mit der Onlinewelt und all ihren Marketingmöglichkeiten vertraut macht. Ich bin aber auch der Meinung, Marketing funktioniert am besten, wenn man online wie offline unterwegs ist und beides kombiniert. Wer das Internet als Werbemedium ignoriert, wird sicher irgendwann untergehen.

  3. P.Furrer | 25.11.2008 13:42

    Ich sehe das wie Herr Hunkeler. Ich sehe wenige Werbekampagnen, welche das WWW – besonders die neuen Formen: facebook etc. – wirklich innovativ nutzen. Es „fühlt“ sich eher an als würden Werbende versuchen klassische Werbung in die Netzwelt zu transkribieren. In meinen Augen gilt das Zitat:“ Presse für den Geist, TV für die Unterhaltung und das Netz für die Interaktion. Leider wird dies in meinen augen nach wie vor noch zu wenig beachtet. Crossmedialität ist nicht ein abgelutschter Begriff sondern wird in meinen Augen oftmals zu wenig konsequent umgesetzt. So habe ich beim durchforsten des „Gesicht-Buches“ z.B. folgende Applikation gefunden: http://apps.facebook.com/smartplay/ . Auf der einen Seite kann gesagt werden innovativ, man versucht scheinbar auf diese Art und Weise an Kontaktdaten zu gelangen. Auf der andern Seite ist die Umsetzung in meinen Augen jedoch etwas plump, da wäre im Internet definitiv mehr möglich. Wie es geht zeigten etwa Sharp und Bacradi mit Ihren crossmedialen Kampaganen.

  4. Trendy | 25.11.2008 11:32

    Ich denke, dass der Internetnutzer von heute sich extrem weiterentwickelt hat. Früher wurde (oft auch aus Unwissenheit) wild hier und da drauf geklickt, vor allem wenn was auffällig war oder sonst irgendwie den Finger des Users reizte. Es passierte nicht selten, dass die User dann fast schon entsetzt feststellen, sie sind ja auf einer ganz anderen Seite gelandet…
    Das viele hin und her klicken hat aber auch oft böse Auswirkungen gehabt und Rechnungen flatterten ins Haus (Dialer, Abzocker etc.). Das wurde publik und mittlerweile sind die Finger schlicht und ergreifend einfach ruhiger geworden.
    Der User von heute klickt mit Bedacht. Die Werbung muss ihn schon interessieren und heutzutage identifiziert er sie auch als solche.

    Für mich ist das der logische Hauptgrund, warum die Klickraten runtergegangen sind. Dafür werden sich in meinen Augen in der kommenden Zeit die Conversion Rates weiter nach oben entwickeln. Werbung wird akzeptiert, so lange die Seiten nicht überladen sind, dezente Werbung wird erfolgreicher als auffällige.

  5. LD | 25.11.2008 09:01

    Das Problem der meisten Werber ist, dass sie um jeden Preis auffallen wollen, um so die begehrte Attention des Publikums zu erlangen. Im Web ist das wie auf der Strasse: Wenn mich jemand anpöbelt, hat er zwar kurzfristig meine Aufmerksamkeit, aber noch lange nicht meine Sympathie. Und von einem Penner, der mich anpöbelt, kaufe ich bestimmt nichts, auch wenn er hübsch angezogen daher kommt. Leute auf Websites anzupöbeln und ihnen ihre Aufmerksamkeit zu stehlen, ist schlechte Kinderstube. Nur wer seinem Publikum Gutes tut, wird Applaus ernten.

  6. Philipp Sauber | 24.11.2008 18:01

    @Ricardo da hast du recht, werben in Facebook scheint noch eher zu funktionieren. Wie lange noch, weiss ich allerdings nicht.
    Hast du Statistiken zu Klickraten, Conversions etc von Facebook Banner-Kampagnen. Das würde mich interessieren. Sonst schafft man’s mit Banner gerade mal aus 0,1 – 0,2% Klickrate, was vernichtend wenig ist.

    @Martin deine Zukunftsaussichten finde ich interessant und würden natürlich u.a. der INM in die Hände spielen.

  7. Ricardo | 24.11.2008 09:57

    Ich glaube ich konnte mit meinen abgefahrenen Facebook-Ads durchaus beweisen, dass im Web, vor allem im Social Media Bereich, interessante und userbezogene Werbung angeklickt wird. Social Media User sind nicht klickfaul, nein, sie klicken halt einfach nicht auf jeden blinkenden Banner.

    In dieser Hinsicht wird das klassische Marketing im Internet scheitern. Um im Internet heutzutage aufzufallen muss schon was sehr spezielles, zB. wie du gesagt hast per viralem Marketing, her. Wer seine Zielgruppe nicht analysiert und nicht versucht daraus eine interessante Kampagne aufzustellen, wird im Web scheitern, so einfach ist das.

  8. Martin Hunkeler | 24.11.2008 09:40

    Das Problem ist, dass Online Werbung noch immer ein Stiefkind der Werbebranche ist. Wenn sie gemacht wird, werden von den klassischen Werbeagenturen auch die gleichen Mechanismen wie in der klassischen Werbung zu Grunde gelegt. Dies wird je länger, je weniger funktionieren. Im Web entwickelt sich unter den Anwendern eine ganz neue Dynamik, die sich immer mehr Nutzer, und somit Konsumenten, zu Nutzen machen. Noch sind es wenige. Aber die Entwicklung läuft sehr schnell in diese Richtung. Wenn die Werber dies verschlafen oder einfach mal ein wenig belächeln, werden sie den Aufstieg auf diesen Zug nicht mehr schaffen.
    Zukunft? Unternehmen werden sich nur noch der klassischen Werbung widmen und es werden neue Unternehmen kommen, die den klassischen Werbeagenturen ihr Wissen über Online Werbung verkaufen.

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