Die Werbetrommler

Kürzlich warf Anuschka Roshani für das „Das Magazin“ einen Blick in die wundersame Welt der Werber.

Sie beschreibt ziemlich gut die aktuelle Befindlichkeit der Werbebranche. Wie Werber probieren herauszufinden, wie die Zielgruppen ticken und dabei immer mehr Mühe bekunden, die Konsumenten wirklich zu erreichen. Sie übersehen dabei, dass die Konsumenten zunehmend von Werbung übersättigt sind und vielfach gar nicht mehr erreicht werden wollen. Dies ist der Punkt, unter dem die klassische Werbung leidet. Plakate, Inserate, Radio- und Fernsehwerbung etc. werden je länger je weniger von den Zielgruppen beachtet. Den Werbern kommt zu gute, dass niemand nachweisen kann, wie viel mal ein Inserat wirklich angeschaut wird und welche Plakate nicht mal den Weg ins Unterbewusstsein der Konsumenten finden. Banner Blindness gibt es nicht erst seit es das Internet gibt, sie existiert auch und vor allem in den klassischen Werbeformen.

Was wäre nun die Lösung für die Werber in der Schweiz? Es wäre langsam an der Zeit, wenn sie sich auch mit Onlinewerbeformen auseinandersetzen würden. Bannerwerbung, die ja nichts anderes ist, als Anzeigenwerbung, ist schon lange nicht mehr die einzige Werbeform auf dem Internet. Es wäre an der Zeit, dass die Werbebranche mehr auf das Pferd Web 2.0 und Social Communities auf dem Web setzt. Es kann just in time gemessen werden, wie sich die Kampagne entwickelt und nötigenfalls auch während der Kampagne Korrekturen angebracht werden. Natürlich sind auch Kombinationen mit den klassischen Werbeformen möglich. Der Lead sollte aber das Internet haben.

Nun wieso sträuben sich die Werbeagenturen in der Schweiz so dagegen? Haben sie Angst, dass sie das Zepter aus der Hand geben und Werbung bei den Kunden eine Eigendynamik entwickelt, die sie nicht mehr im Griff haben? Oder scheuen sie den Moment, in dem sie keine Ausreden für den Misserfolg einer Kampagne haben?

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