Kassensturz greift Google Datenschutz an

Heute Abend berichtete der Kassensturz über die Datensammlung von Google, insbesondere von Google Analytics. Gemäss dem Datenschutzbeauftragten verstösst der Einsatz von Google Analytics, ohne Hinweis an den Besuchern, gegen das Gesetzt. Speichert Google wirklich so viele sensible Daten oder wird viel Lärm um Nichts gemacht?

Google Analytics ist ein kostenloses Statistikprogramm, welches einfach auf der eigenen Homepage integriert werden kann. Die Daten dazu speichert Google ab, wertet Sie aus und stellt sie in übersichtlicher Form einfach dar. Die Daten sind in den USA gespeichert. Neben der IP Adresse werden auch andere Daten wie Betriebssystem, Browserversion, Bildschirmauflösung und weitere Infos aufgezeichnet. Auch wird erfasst, wie die Besucher auf die eigene Homepage kommen und wo sie wieder verlassen wird. Für den Betreiber einer Webseite ein sehr nützliches Tool.

Nun meldet sich der eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür gegenüber Kassensturz zu Wort und sagt folgendes: «Jemand, der mit Google Analytics arbeitet, muss die Besucher der Website darüber informieren, dass die Daten ausgewertet werden und dass die Daten in die USA wandern».

Doch woran stört sich der Datenschutzbeauftragte genau? Die gespeicherten Daten können nur ganz schwer einer Person zugeordnet werden und nur dann, wenn eine Person sehr viele Dienste von Google benützt. Die meisten Surfer bewegt sich also praktisch anonym auf der Webseite.

Meiner Meinung nach wird da viel Lärm um Nichts gemacht. Mit einem solchen Beitrag werden die Surfer nur unnötig verunsichert.

Wie sehen andere das? Ist der Hinweis über den Einsatz von Google Analytics auf der Webseite ein absolutes Muss oder übertreibt der Datenschutzbeauftragte?

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13 Kommentare

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  1. Markus | 8.12.2009 20:06

    Ich sehe das tragisch! denn…. klar, der jeweilige Webseitenbesitzer sieht nur die daten zu seiner Website… aber google hat die Statistik von allen Websites die dies einsetzten, wodurch google den gesamten Surfverlauf, sprich komplett über alle pages bescheid weiss die ich besucht habe, wann, wie lange ich da war, wo ich dann weiter bin usw…. das ist das problem. nicht die einzelne Page.
    Alles was man im Netz macht wird protokolliert.
    Klar, ihr werdet jetzt sagen „was will man mit all diesen Daten machen“ … nun, wenn jemand diese Datenflut auswerten kann, dann google.

  2. Fischerman | 7.12.2009 21:20

    OK sieht so aus als würden die Googles die Cookies nicht weiterverwenden, trotzdem fehlt mir auf vielen Seiten die Analytics benützen dieser Spruch den Google selber empfiehlt :

    Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“). Google Analytics verwendet sog. „Cookies“, Textdateien, die auf Ihrem Computer gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung der Website durch Sie ermöglichen. Die durch den Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieser Website (einschließlich Ihrer IP-Adresse) wird an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gespeichert. Google wird diese Informationen benutzen, um Ihre Nutzung der Website auszuwerten, um Reports über die Websiteaktivitäten für die Websitebetreiber zusammenzustellen und um weitere mit der Websitenutzung und der Internetnutzung verbundene Dienstleistungen zu erbringen. Auch wird Google diese Informationen gegebenenfalls an Dritte übertragen, sofern dies gesetzlich vorgeschrieben oder soweit Dritte diese Daten im Auftrag von Google verarbeiten. Google wird in keinem Fall Ihre IP-Adresse mit anderen Daten von Google in Verbindung bringen. Sie können die Installation der Cookies durch eine entsprechende Einstellung Ihrer Browser Software verhindern; wir weisen Sie jedoch darauf hin, dass Sie in diesem Fall gegebenenfalls nicht sämtliche Funktionen dieser Website vollumfänglich nutzen können. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google in der zuvor beschriebenen Art und Weise und zu dem zuvor benannten Zweck einverstanden.

    (aja und die IP wird also doch mitgespeichert 😉

    und wenn die Googler weiter unten auch noch schreiben : “
    Sie gestatten Google, Ihre Website jederzeit zu durchsuchen, um zu überprüfen, ob Sie eine geeignete Erklärung mit dem zuvor wiedergegeben Inhalt eingefügt haben. Sie erklären sich bereit, solche Änderungen am Inhalt und an der Positionierung der Erklärung vorzunehmen, die zumutbar sind und Google für notwendig erachtet, um die Einhaltung dieser Klausel 8 sicherzustellen.

    sollten die Googler das auch machen 😉

    Hier übrigens noch die Info’s zu Analytics :
    http://www.google.com/intl/de_ALL/analytics/tos.html

    und hier die Datenschutzbestimmungen von Google :
    http://www.google.com/privacypolicy.html

  3. thomas | 7.12.2009 18:49

    Hallo Fischermann,

    > Wenn nun jemand also bei Google ein paar Suchabfragen macht und lange danach auf eine Website surft auf der Google Analytics im Einsatz ist wird Google anhand des Cookies bemerken das es sich hier um den gleichen User handelt

    Genau das nicht, bei Google Analytics handelt es sich um einen First Party-Cookie.

    Viele Grüße
    Thomas Werning

  4. Fischerman | 7.12.2009 14:56

    Naja liebe Leute

    Man kann anhand des Cookies das einem Google auf der Platte hinterlässt sehr wohl feststellen WER die Abfragen bei Google gemacht hat. Dazu braucht es nicht einmal eine IP. Das wurde schon einmal in einem Experiment (ich glaube es war AOL) bewiesen. Da wurden ein paar Gigs anonyme Logdaten aus der Suchmaschine ins Web gestellt und man konnte diese Daten dann in aller Ruhe anschauen und analysieren,,,das Ergebnis war das man ein relativ gutes Profil einer Frau aus den Staaten erstellt hat,,die war dann ganz schockiert das ihr halbes Leben im Internet drin steht obwohl sie das so nie irgendwo veröffentlich hat.

    Wenn nun jemand also bei Google ein paar Suchabfragen macht und lange danach auf eine Website surft auf der Google Analytics im Einsatz ist wird Google anhand des Cookies bemerken das es sich hier um den gleichen User handelt. Der Sinn der Sache ist möglichst personalisierte Werbung zu platzieren und NICHT Personenbezogene Benutzerprofile zu erstellen.

    Trotzdem, wer genau gibt uns allen die Garantie das dass so bleibt. Bis jetzt haben die 3 Bosse von Google das nur mündlich und vage versprochen und auch die Direktive „tu nix böses“ ist nicht wirklich sauber formuliert. Das Bsp. Google und China hat gezeigt das Google das „Gute“ manchmal anders auslegt als die breite Öffentlichkeit.

    Versteht mich recht Leute, ich bin nicht dafür das man aus jeder Mücke nen Elefanten macht, aber so wie es ausschaut interessieren sich hier nicht viele um den Schutz IHRER Daten. Von dem her bin ich persönlich froh wenn der Kassensturz noch so einen miesen Beitrag darüber macht damit wenigstens ein paar darüber nachdenken was für Daten sie wem über sich selber irgendwelchen Leuten im Internet überlassen.

    Meiner Meinung nach ist das Vorgehen des Datenschutzbeauftragten richtig, genau für das bekommt der Mann unsere Steuer-Kohle, damit er UNSERE Daten schützt.

    Happy googling Leute,,,und so nebenbei es gibt auch noch andere Suchmaschinen im WWW. DAs beste wäre vielleicht ab und an mal ne andere zu nutzen und seine Daten so wenigstens auf ein paar Log-Daten-Sammler zu verteilen 😉

    PS : Safe Harbour,pfff das ist ein Witz und regelt unter dem Strich nicht viel. Zudem wissen die meisten Ami-Buden nicht was sie damit machen sollen. Ich schlage vor Ihr fragt Google mal welche Eurer Daten auf welchen Google Servern in welchem Land gespeichert sind. Da das „Google-OS“ so aufgebaut ist das die das wahrscheinlich selber nicht wissen bin ich mal auf die Antwort von Google gespannt 😉

  5. thomas | 13.11.2008 09:34

    Das Problem ist doch gar keins. Aber wenn die IP generell zu einerm personenbezogenen Datum wird… Ja, dann gibt es ein Problem:
    http://www.werning.com/blog/2008/07/das-problem-datenschutzer-prufen-die-rechtmasigkeit-von-google-analytics/

    Und zur angesprochenen Thematik:
    Google Analytics speichert keine IP
    Die IP ist nicht personenbezogen
    unerheblich, aber Google ist Mitglied im „Safe Harbour“

    Grüße
    Thomas

  6. Shenzen | 12.11.2008 14:17

    Ich finde den Bericht vom Kassensturz über den Datenschutz grundsätzlich gut. Nur finde ich es falsch das ganze nur auf das Internet und Google zu richten.

    Bei jedem Einkauf mit der Cumulus Karte wird ganz genau festgehalten was gekauft wurde!

    Bei jeder Zahlung in einer Bank können die Daten eingesehen werden!

    Bei jedem Wettbewerb bei dem ich mit mache werden die Adress-Daten gespeichert!

    Bei jedem Kauf im Internet wird die Adresse gespeichert!

    Will heissen: es ist immer das gleich ob Google, Migros oder UBS die Daten werden gespeichert.

    Jeder hätte Theoretisch die Möglichkeit diese Daten zu Missbrauchen. Nur Google würde wohl als letze diese Daten missbrauchen weil Sie dann nämlich ziemlich schnell keine „Suchenden“ mehr hätte.

    Und zu dem Punkt das Google am meisten Daten besitzt. Jeder hat die freie Wahl welche Tools er von Google benutzen will und welche nicht.

    Zwei Punkte finde ich korrekt vom Beitrag der Rest ist nur irreführend:

    1. Tools von verschiedenen Anbietern nutzen
    2. Auf der Website muss informiert werden das ein Tool wie z.B. Analytics installiert ist.

  7. ymo | 11.11.2008 22:27

    Der Beitrag im Kassensturz ist in etwa so rausgekommen, wie ich dachte. Ein Haufen Gebrabbel um ein Thema, das der normale TV-Zuschauer sowieso nicht begreift. Was ich nicht ganz begriffen habe; warum muss meine Bank nicht deklarieren, dass meine Daten über meinen Zahlungsverkehr in den USA gespeichert werden.
    @ Sam: schau dir doch mal den Quellcode einer Kassensturzseite an. Setzen Webtrends ein und sagen nichts.

    Ab morgen werde ich nichts mehr im Internet kaufen, weil böse. Stattdessen kaufe ich alles beim orangen M und zeige fleissig meine Cumuluskarte. Bezahlen werde ich mit Visa oder EC-Karte. Nur so ist gewährleistet, dass niemand an meine Daten kommt.

  8. Roman | 11.11.2008 22:22

    Während den letztem Jahren wurde Google sooft als Datenkloake bezeichnet und man stört sich an dessen Sammelwut. Zu Recht. Geht es aber um die eigenen Website, bei der Daten Google zugeschanzt werden, sieht es auf einmal ganz anders aus. Dann ist es nicht mehr so schlimm und nicht der Rede wert. Völlig inkonsequent ist das, finde ich. Wenn man sich schon an Google Sammelwahn stört, sollte man entweder kein Google Analytics nutzen und wenn schon, dann wenigsten darauf hinweisen.

  9. Monsu | 11.11.2008 22:19

    Da gebe ich Sam voll Recht! Praktisch jede Website hat ein Statistikprogramm. Nur haben die nicht die Möglichkeiten so viele Daten zu verknüpfen wie Google.

    Der Kassensturz hat von diese Geschichte sicherlich profitiert, den selten habe ich im Vorfeld in den OnlineMedien so viel gelesen über den Kassensturz wie dieses mal.

  10. Sam | 11.11.2008 22:04

    Unabhängig davon, ob man Google Analytics verwendet oder nicht, werden diesselben Informationen vom Webserver gespeichert (in den Logs). Darauf greifen Website-Statistik-Tools wie WebTrends, AWStats und wie sie alle heissen zu und erstellen – ganz ähnlich die Google Analytics – übersichtliche Statistiken.

    Wo nun diese Statistiken gehostet werden spielt meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle (natürlich ist meine Meinung nicht das Gesetz). Es ist auf jeden Fall nur dumm Aufruhr darüber zu machen, weil schlichtweg jede einzelne seriöse Website auf der ganzen Welt solche Auswertungen macht. Ich mache das von jeder noch so kleinen Website, die ich laufen habe.

    Es scheint, Kassensturz hätte wieder mal Probleme gehabt, richtige Stories für die Sendung zu finden. Das ist zugegebenermassen oft schwer – meine Mitbloggerin ist TV-Redaktorin.

  11. Monsu | 11.11.2008 22:01

    Betroffen sind vor allem Surfer, die diverse Dienste von Google verwenden. Wer kein GMail oder andere Dienste von Google verwendet, der hat nicht viel zu befürchten. Am Schluss vom Beitrag wurde ja gesagt, dass man die Suchmaschine Google von den restlichen Aktivitäten trennen soll.

    Der Kassensturz dramatisiert schon ein wenig zu fest. Aber in letzter Zeit hat die Qualität der Beiträge vom Kassensturz sowieso gelitten.

  12. Hugo | 11.11.2008 21:58

    Was Thür erzählt ist absoluter Blödsinn.
    Jeder der bei Google sucht sollte wissen, dass diese Daten von Google ausgewertet werden. Das ist Google’s wichtigster Asset und dagenen können wir nichts machen.
    Man stelle sich nur vor wie viele Daten über Analytics gesammelt werden. Wenn man das auswerten wollte, wäre man ewig dran und den Speicherplatz dazu müsste man zuerst erfinden.
    Gehe also mit dir einig: viel Lärm um gar nichts neues.

  13. Alexander | 11.11.2008 21:56

    Ich sehe das anders. Google speichert neben der IP Adresse auch ein Cookie auf dem Computer des Besuchers. Meldet sich ein Besucher einer Website auf der Google Analytics zum Einsatz kommt bei einem Google Dienst an, während dieses Cookie noch besteht bzw. er die gleiche IP Adresse hat kann Google zurückverfolgen welche Seiten der Nutzer in der letzten Zeit aufgesucht hat. Somit tritt man ganz schnell aus der anonymität ins Licht.

    Gruß
    Alexander

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