Cloud Computing – ist das die Zukunft?

Seit einigen Jahren zeigt sich im Unternehmensbereich ein Trend zu Cloud Computing. Dieser Trend breitet sich auch immer mehr in Richtung Privatanwender aus. Was bedeutet eigentlich dieser Begriff und welche Vor- und Nachteile bringt dies dem Anwender?

Beim Cloud Computing betreibt der User die Software nicht mehr selber auf seiner Hardware, sondern hat dies zu einem externen Anbieter ausgelagert. Dies bringt für den User den Vorteil, dass er sich nicht mehr um die Wartung (Fehlerbehebung, Updates, etc.) kümmern muss und dass er somit auch die Wartungskosten ausgelagert hat. Ein weiterer Vorteil kann auch sein, dass die Software nur selten benutzt wird und die Bezahlung sich nach der Nutzungsdauer richtet. So muss keine teure Software angeschaft werden, die sich nur schwer amortisieren lässt.

Für den Privatanwender sind natürlich vor allem Anwendungen interessant, mit denen er seine Bedürfnisse über das Internet, für wenig bis gar kein Geld, stillen kann, ohne dass er sich eine spezielle Applikation auf dem eigenen Computer installieren muss. Ein weiterer Nutzen besteht darin, dass die ausgelagerten Daten auch von jedem Gerät mit Internetanschluss aus erreichbar werden. Ein Punkt, der mit der zunehmenden Mobilität immer wichtiger wird.
Wenn die zu Verfügung gestellten Funktionen ausreichen, entsteht eigentlich nur ein Nachteil für sensible Daten. Da die Übertragung nicht immer gesichert erfolgt und man die Daten ja in fremde Hände gibt, ist es nicht empfehlenswert, solche Dienste für sensible Daten zu verwenden.

Einige für Privatanwender nützliche Cloud Computing Anwendungen

Schon länger eingebürgert haben sich Webmaildienste wie GMX und Google Mail. Solche Dienste bieten den grossen Vorteil, dass kein EMail-Programm installiert und gewartet werden muss. Ich persönlich schätze die Tatsache, dass ich nicht an einen Backup denken muss. Wenn das heimische Computersystem neu aufgesetzt werden muss, sind die Maildaten noch immer dort, wo sie schon immer waren. Ausserdem kann ich von sämtlichen Geräten, mit denen ich auf das Internet zugreifen kann, auch meine Mails verwalten. Für User, die dem Cloud Computing nicht trauen, besteht natürlich auch die Möglichkeit, doch noch einen EMail-Client zu verwenden.

Apple bietet einen, allerdings kostenpflichtigen, Dienst namens MobileMe an. Dieser Dienst synchronisiert EMails, Termine, Adressen oder Fotos zwischen Computer und mobilen Geräten wie iPhone und iPod Touch.

Ein anderer Dienst vom Suchmaschinenriesen Google widmet sich den Office Anwendungen. Mit „Google Text & Tabellen“ wird online eine Office Suite zu Verfügung gestellt. Natürlich bietet sie nicht die Funktionsvielfalt eines MS Office. Für die meisten Anwendungen stehen aber die nötigen Funktionen bereit. Was alles damit möglich ist, zeigt Christian Leu sehr schön in seinem Blog.

Der Klassiker unter den Cloud Anwendungen sind Sites wie PicasaWeb und Flickr. Dort lassen sich mit wenig Aufwand die Digitalfotos in Online Alben auslagern.

Ich persönlich schätze das Cloud Computing immer mehr. Wie seht ihr das? Wo liegen die Nutzen und Gefahren? Was nutzt ihr so in diesem Bereich?  Wird die heimische Festplatte bald Teil der Geschichte?

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5 Kommentare

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  1. Yves Moret | 5.11.2008 08:03

    Vielen Dank für die Kommentare.

    Wuala hatte ich wirklich ganz vergessen gehabt. Zeigt mir, wie selbstverständlich und unbewusst man schon Cloud Computing benutzt. Ich denke mit der zunehmenden Mobilität des Computings wird sich diese Technik noch mehr verbreiten und die Betriebssysteme werden dadurch wieder schlanker daher kommen.

  2. Ladina | 4.11.2008 06:08

    Interessanter Artikel! Ich persönlich nutze viele solcher externer Dienste, der Begriff Cloud Computing ist mir allerdings neu. Für mich persönlich liegt der Vorteil klar darin, dass ich meine Daten von überall her abrufen kann und ich somit nicht mehr an meine Festplatte gebunden bin. Sensible Daten horte ich jedoch nach wie vor lieber im Privaten, auch wenn mich die Sicherheitsvorkehrungen z.B. diejenigen von Wuala absolut überzeugen.

  3. Hugo | 3.11.2008 17:21

    ich bin äusserste skeptisch mit Anwendungen im Web.
    1) lege ich da, wenn nicht super geschützt, mein Leben auf den Tisch und jeder Hacker weiss noch mehr über mich.
    2) ist der Speed im Web immer noch viel zu langsam. Und das wird sich in Zukunft sicherlich nicht ändern, wenn noch mehr solcher Applikationen wie Flickr oder Wuala auftauchen.

  4. Flo | 3.11.2008 16:41

    Sicherlich gibt es ein paar nette Anwndungen auf Cloud Computing Basis. Doch alle Anwendungen oder sogar das ganze Betriebssystem wäre mir zuviel. Schlussendlich will ich bestimmen was auf meiner Kiste ist und wie sie läuft.

    Doch vielleicht setzt sich die Technik doch noch durch und ich muss umdenken! 😉

  5. Sam | 3.11.2008 13:52

    Wenn man schon Image-Dienste wie Flickr erwähnt, wäre auch Wuala erwähnenswert – die „vercloudete“ Festplatte.

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