Der kleine Blog oder der grosse Twitter

Yves Moret, 16.08.2008 5 Kommentare

Wer sich entschlossen hat, einen eigenen Blog zu starten, steht vor der Frage, mit welchem System dies zu erfolgen hat. Enscheidet man sich für den Königsweg mit einer eigene WordPressinstallation, wählt man zwar den Weg mit den flexibelsten Möglichkeiten, wird aber mit einem erhöhten Administrationsaufwand konfrontiert. Man muss die Software installieren, die richtigen Adons auswählen und integrieren, sich für ein passendes Theme entscheiden und dafür sorgen, das am Schluss alles rund läuft. Bevor überhaupt erst der erste Artikel in den Blog gestellt werden kann, vergehen so ein paar Stunden Arbeit.

Nun sagt sich mancher, für die paar Gedanken und Links, die ich in meinen Blog posten will, ist mir dies zu viel Aufwand, ich mache das mit dem Microbloggingsystem Twitter. Ist durchaus ein gutes System, für kurze und schnelle Nachrichten, die nicht sehr nachhaltig sein sollen und keinen Anspruch an das Layout haben. Nach ein paar Tweets denkt man, dass es doch nicht schlecht wäre, man könnte ein wenig mehr Text posten oder vielleicht mal eine Grafik oder einen Video in den Eintrag integrieren.

In diese Lücke springen Dienste wie Tumblr und Posterous. Sie bieten beide die Möglichkeit, selber einen kleinen Blog einzurichten und auch Bilder und Videos zu Posten.

Tumblr

Nach der Registrierung auf Tumblr besteht die Möglichkeit gleich loszulegen. Auf dem Dashboard kann gleich der erste Beitrag erfasst werden. Mann wählt die Art des Eintrages (Text, Photo, Video etc.) und erhält einen “Fragebogen” der ausgefüllt wird. Wenn man nun auf Create Post klickt ist es schon geschehen, der erste Blogbeitrag ist für die weite Internetwelt unter username.tumblr.com sichtbar. Mit dem Customize-Link auf dem Dashboard kann der Blog noch seinen Designbedürfnissen angepasst werden.

Posterous

Einen ähnlichen Weg wie Tumblr beschreitet Posterous. Im Wesenlichen unterscheidet er sich von Tumblr durch drei Punkte. In Posterous kann kein Individuelles Design gewählt werden. Dafür kann der Blog über Emails gefüttert werden. Man verfasst den neuen Beitrag in seinem E-Mail programm und schickt ihn an post@posterous.com. Thats it. Man kommt ein EMail zurück, mit einem Link, wo der neue Eintrag zu finden ist. Aufgrund der eigenen Absenderadresse werden die nächsten Beiträge auch immer dem richtigen Blog zugeordnet. Der Betreff des Mails wird zum Titel und ein angefügter Anhang (Grafik, Audio, Video etc.) wird in den Beitrag integriert. Eine Registration ist nicht zwingend nötig, wenn aber die Beiträge verwaltet werden sollen, ist dies zu empfehlen. Mailadresse und Passwort eingegeben und schon ist registriert.
Einen grossen Vorteil sehe ich bei Posterous in der Möglichkeit, dass auch ein normaler Blog, Facebook, Twitter und andere Dienste mit dem neuen Posterous-Eintrag bedient werden können. Dies geschieht je nach Wahl der E-Mailadresse, die beim Versand des Postes gewählt wird. Es kann also jeder Post individuell verteilt werden.

Wie seht ihr das? Kann ein solcher Blogdienst einen richtigen Blog ersetzen, ist es nicht zu gebrauchen oder kann das eine sinnvolle Ergänzung sein? Ich sehe es vor allem als Letzteres.

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5 Kommentare

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  1. industriekletterer | 14.05.2009 18:46

    Ich würde auch immer für einen eigenen Blog stimmen, wenn man mich fragen würde.

  2. Sam | 18.08.2008 14:40

    Für Leute, die nicht ruminstallieren wollen, empfehle ich jeweils http://www.wordpress.com – ein Blog ist dort in 3 Minuten maximal eröffnet und man hat eine Kommentarfunktion :-)

  3. Peter Beck | 18.08.2008 07:59

    Dass Twitter definitiv keine Blogs ersetzt sehe ich auch so.
    Ob nun Tomblr & Co das ersetzten bezweifle ich stark. Wie Tom sagt sind die Möglichkeiten begrenzt. Dazu kommt, dass ich noch eine weitere Seite bewirtschaften muss.
    Wordpress ist innert kurzer Zeit installiert, auch wenn man kein Softwareentwickler ist.

  4. Yves Moret | 17.08.2008 18:11

    Ich finde sie auch eine gute Ergänzung. Aber gerade für einen Non-Blog-Freak, der einfach in einen Blog posten will, ohne dass er sich viel mit der Administration rumschlagen muss, finde ich es nicht schlecht. Ok, Kommentarfunktion würde mir auch fehlen. Wünschen dies aber alle?

  5. BloggingTom | 16.08.2008 13:30

    Dienste wie Tumblr sehe ich eher als Ergänzung, da sie nicht die volle Bandbreite an Möglichkeiten bieten. Nur schon eine Kommentarfunktion ist bei Tumblr nicht vorhanden (auch wenn sie mit etwas Aufwand und einer extern gehosteten Applikation nachgerüstet werden könnte).
    Ich persönlich nütze meinen BloggingTomblr als eine Art Rundordner, wie es der Untertitel bereits sagt: “Alles was sonst nirgends hineinpasst”…

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