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Die Schweizer Musikindustrie – wieso man nie den Anschluss verpassen darf!

Genau wie StudiVZ gemäss ZDF nun endgültig vor dem Untergang steht oder sich wohl bereits im freien Fall befindet, leidet auch die Musikindustrie bis heute Jahr für Jahr unter  fehlender beziehungsweise zu später Innovation, wie die Zahlen des letzten Jahres wieder klar zu verstehen geben. Was können wir daraus lernen?

Die Schweizer Musikindustrie hat diese Woche die Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 veröffentlicht und blickt wiederum auf ein schwarzes Jahr zurück. Zwar konnten die digitalen Verkäufe etwas zulegen, doch decken diese Einkünfte bei weitem nicht den Rückgang der Einnahmen aus den CD-Verkäufen. Der Gesamtumsatz verzeichnet einen Rückgang von ganzen 23 Millionen Franken, also um ca. 16%. Die Musikindustrie schreit daraufhin erneut nach politischem Support.

Auch von Seiten von StudiVZ hat ZDF Schreckensmeldungen veröffentlicht, in einem Bericht über die Entwicklung des Unternehmens in 3 Phasen vom Aufstieg bis zum Fall. Als Fazit prangern sie die mangelnde Innovationsfähigkeit der Plattform an, wörtlich, dass sie nur das einführten, was alle anderen bereits machten.

Was können wir von diesen zwei unglücklichen Stories lernen? Im Web heisst es, sich immer weiter zu bewegen und möglichst zwei, drei Schritte vorauszudenken. Hätte sich die Musikindustrie nicht jahrelang gegen die Online-Angebote gewehrt, wären sie heute in einer deutlich besseren Position in den Online-Märkten und hätten sich viele Verluste ersparen können.

Meistens ist dies jedoch schneller gesagt als getan. Grundsätzlich heisst es Augen offen halten und nach Möglichkeiten der Weiterentwicklung Ausschau halten. Das Risiko, auf das falsche Pferd zu setzten ist da, jedoch wer gar nicht wettet wird auch bestimmt nichts gewinnen.

Wie siehst du die Entwicklung der Musikindustrie in Zukunft? Auf was würdest du als Investor setzen? Hast du schon einmal an eine Entwicklung geglaubt, woraus schlussendlich nichts geworden ist?

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2 Kommentare

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  1. Bryan | 22.03.2012 11:01

    Naja man müsste vielleicht die Musikindustrie etwas Spezifizieren. Meiner Meinung nach geht’s nun einfach den grossen Labels / Vermarktern schlecht – diejenigen, die grundsätzlich keine Wertschöpfung / ein Werk erbracht haben sondern einfach die entsprechende Vermarktung. Und weil sie schlichtweg einfach die Trends verschlafen, dies sowohl in den Vertriebswegen als auch Genre-Wechsel (bspw. lately from hip hop to EDM) und sich auf den Lorbeeren ausgeruht haben, kommt nun das aus – respektive es wird spannend nun mitzuverfolgen, ob sie den turn around mit dem späten Switch noch schaffen…

    Mit Beatport & iTunes aber auch via Youtube & Soundcloud, FB, etc. eröffnen sich für einen Musiker ganz neue Möglichkeiten in der Eigenvermarktung – ohne mit einem grossen Label einen Knebelvertrag abschliessen zu müssen und da u.U. in deren Roster zu den kleinen Fischen zu gehören resp. dann nicht entsprechend gepusht werden. Vielfach – und das ist wahrscheinlich auch Genre-Übergreifend – läuft das Business nicht nur über CD / MP3 Verkäufe, sondern das grosse Geld wird mit Gigs / Festivals / Tourneen verdient. Und einige Künstler haben es den Labels voraus; sie haben frühzeitig erkannt, dass EDM sich zum Mainstream entwickelt hat und so entstehen Kollaborationen zwischen hip hop / pop / house, etc. und die Charts sind mittlerweile fast ausschliesslich auf +/- 128bpm zu hören – abgesehen von ein paar Balladen zur Auflockerung ;-)

    Mit Interesse verfolge ich die Entwicklung der grossen Labels wie EMI & Co, die nun plötzlich Acts wie Swedish House Mafia & Avicii unter Vertrag nehmen. Auch vorallem ob diese Massnahme die Künstler nochmals ein Level hinaufkatapultiert oder ob sie sich auch einfach vom Glanz & Glamour dieser Labelnamen aus alten Zeiten haben blenden lassen… schliesslich hat sich die EDM Szene ohne diese grossen Labels in die breite Masse gespielt… zumindest im Ausland. Nur hier in der Schweiz lassen sich unsere Chartradios gerne von den Labels vorschreiben, was “gerade in” ist, deshalb der späte Wandel hierzulande…

  2. Dave | 22.03.2012 08:50

    Hinterher ist sicher auch die Musikindustrie schlauer. Leider haben die alles verpennt. Jetzt muss halt die Industrie diese Zahlen hinnehmen. Das Internet wurde einfach unterschätzt und belächelt. Die Bosse der Musikindustrie haben gelacht. Dann passierte eben das was kommen musste. Mit dem Internet wurde vieles anders. Es veränderte auch die Möglichkeiten für uns Musiker. Viele Musiker wollen heute auch nicht mehr bei einem grossen Label sein. Der Trend, Musik selber vermarkten. Schlussendlich ist das für den Künstler ein besserer Weg.

    Ansonsten ist die Musikindustrie zu einer Casting-Show mutiert.

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